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Der Businessplan, der Feind im Bett eines StartUps

Diese Woche war ich bei einer Podiumsdiskussion der TU Wien zum Thema StartUps und ein wichtiger Part davon war auch die Frage nach dem Businessplan, welchen man differenziert betrachten muss.

Nach der Diskussion, und das ist eine meiner Lieblingsparts an meinem Job, gibt es Studenten, die zwecks Fragen auf mich zukommen und mit denen ich dann über ihre Idee, Bedenken und Hoffnungen spreche.

Eine Sache, die mir immer wieder unterkommt, ist die Frage nach dem Businessplan. Immer wieder höre ich „ja, an dem arbeiten wir schon seit einigen Wochen und bis Ende (Wunschmonat eintragen) ist dieser fertig.“

Wenn ich nachfrage, wie es mit Prototypen, Usertests, Gesprächen mit potentiellen Kunden, etc. aussieht, ernte ich starre Blicke und den Verweis, dass man eben noch auf den Businessplan wartet.

Versteht mich nicht falsch.

Ich habe nichts gegen Businesspläne, im Gegenteil: ohne diese ist eine vernünftige Planung nicht möglich.

Das ist in etwa wie eine Schiffsfahrt, auf der ich ohne Karte und geplante Route unterwegs bin. Irgendwann geht einem der Sprit aus, ohne dass man am Ziel angekommen ist und auch die eigene Mannschaft kann sich wenig ins Zeug legen, wenn sie keine Ahnung hat, wohin die Reise geht.

Dieser sollte beinhalten, wie sich das Business auf einen geplanten Zeitraum entwickelt und alle Parameter beinhalten, die die Schrauben dieser Maschinerie darstellen.

Also: Businesspläne sind wichtig!

Aber! Steht man am Anfang einer Idee, muss einem klar sein, dass der Businessplan einem Blick in die Schneekugel gleicht. Egal, was man da reinschreibt, man hat keine Ahnung, ob das auch nur annähernd stimmt,

Mit anderen Worten: Wenn ich anfangs nur eine Idee habe, aber keine Erfahrungswerte habe, muss mir bewusst sein, dass der Businessplan ein Gedankenexperiment ist, dass beim ersten realen Eingriff der Aussenwelt endet.

Ja, der Businessplan endet beim ersten Kunden.

Im Grunde bedeutet das, dass jedes StartUp – welches ohne Erfahrung startet – den Businessplan auf jeden Fall durchdenken muss, aber für diesen nicht mehr als ein langes Wochenende einplanen sollte.

Man sollte sich die Zeit nehmen, einmal über das ganze Vorhaben nachzudenken und dieses abzubilden, aber sich gleichzeitig bewusst sein, dass dies nur wage Annahmen sind, die wahrscheinlich nichts oder wenig mit der Realität zu tun haben.

D.h. für alle ohne Erfahrung, die etwas starten wollen: anstatt Wochen und Monate mit dem Businessplan zu verbringen, verkürzt diesen Vorgang auf wenige Tage und beginnt mit etwas, dass euch echtes Feedback und echten Mehrwert bringt:

  • baut einen Prototypen
  • redet mit potentiellen Kunden
  • redet mit potentiellen Usern
  • sprecht mit potentiellen Partnern
  • präsentiert eure Idee auf Events vor fremden Personen
  • NICHT! mit Eltern, Freunden, Bekannten sprechen … die werden euch immer sagen, wie super alles ist

Egal, was ihr tut … bleibt nicht in eurer Wohnung sitzen und denkt, dass ein Excel-Sheet euer Business startet.

Ihr müsst raus und etwas tun, damit ihr auch Feedback erhaltet. Jeder Schritt der Anfangsphase sollte dazu dienen, euch zu zeigen, wie ihr euch verbessern könnt und wo ihr absolut nichts verloren habt.

Lernt, euch eine dicke Haut zuzulegen, weil echtes Feedback verdammt weh tun kann, aber das Einzige ist, dass euch weiterbringt.

Erfahrene Investoren schätzen Prototypen, Kundenfeedbacks und erste Market-Fit-Ergebnisse mehr als jeden Businessplan, der oft nur überzogenes Wunschdenken ist.

… zumindest die ersten zwei Jahre – danach sollte man sein Business schon so sehr kennen, dass man die Zukunft in Pläne gießen kann. Und das kann dann sogar ein richtig schönes Excel Sheet sein.

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Das Gefühl, die eigene Ideen in Händen zu halten

Ich wurde heute von einer Studentin, die kurz davor steht, ihr eigenes Ding zu starten, gefragt, wie es sich anfühlt, wenn aus der eigenen Idee ein Produkt entsteht, dass dann wirklich „real“ existiert.

Das war in etwa meine Antwort:

„In unserem täglichen Leben halten wir nur selten inne und reflektieren die Wunder, die um uns herum passieren.
Wir laufen und versuchen, Meter um Meter zu machen, um dann festzustellen, dass wir noch immer zu langsam sind.
Manchmal scheint mir, als hätten wir vergessen, stolz auf uns zu sein.

Und dann gibt es Tage und Momente, die einem vor Augen führen, dass Motivation eine innere Kraft ist, die sehr viel mit Überraschungen der eigenen Umgebung zu tun hat.

Der Tag, an dem man sein eigenes Produkt in den Händen hält, ist ein magischer Augenblick, der all die Tränen und investierte Energie der Vergangenheit wieder ausgleicht.
Es ist ein Augenblick, auf den man hingearbeitet hat und wenn dieser da ist, bleibt die Welt kurz stehen.

Sein eigenes Produkt in den Händen ist zu halten ist … ja, es ist, als würde man aus einem Traum erwachen, der hoffentlich niemals enden wird.“

Leute, niemals aufhören, an die eigenen Ideen zu glauben … immer akzeptieren, dass diese realer sind, als wir anfangs glauben.

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Jubin Honarfar wird CEO von WHATCHADO, der Brief an alle whatchado Mitarbeiter

Im Laufe dieser Woche gab es einen Wechsel in der Führungsspitze von whatchado, der uns noch besser für unsere Zukunft aufstellt und mich irre stolz macht 🙂

Am Besten beschreibt es die E-mail, die ich heute früh an das gesamte Team geschrieben habe.

Ali

———- Forwarded message ———-
From: Ali Mahlodji <ali@whatchado.com>
Date: 2015-07-08 8:02 GMT+02:00
Subject: Announcement – Jubin Honarfar wird CEO von WHATCHADO
To: Team

Liebe whatchadooler!

Diese E-Mail schreibe ich stellvertretend für die gesamte Geschäftsführung und Hansi (Hansmann), unserem Freund und Wegbegleiter der ersten Stunde bei whatchado.

Bereits vorgestern beim Frühstück wurde es schon verkündet – heute per E-Mail an alle, die nicht dabei sein konnten.

Seit Montag ist Jubin neuer CEO der whatchado GmbH und damit die neue Spitze im Game, die beste Orientierungsplattform der Welt zu werden.

Diese Entscheidung ist nach langen Gesprächen und Diskussionen zwischen den drei Geschäftsführern und Hansi gefallen und es ist eine der wichtigsten und wegweisendsten Entscheidungen der Gesellschaft.

Jede Phase eines StartUps braucht eine andere Führung und andere Rollen

Die letzten Jahre habe ich als CEO dabei sein dürfen, als aus einer Idee Substanz entstand und diese mit Leben gefüllt wurde und ich kann euch sagen, es war die beste Zeit meines Lebens 🙂

Heute braucht es einen CEO, der bestehende Strukturen ausbaut, das stark angewachsene Team leitet und den Markt weiter für uns erobert 🙂

Das whatchado Team braucht einen CEO, der öfter im Haus ist, direkt am Ort des Geschehens ist und den Puls des Teams spürt. Alles andere habt ihr als Team nicht verdient.

Wir haben – weil dies unser wichtigstes Jahr wird – in der Geschäftsführung vor einigen Monaten beschlossen, dass wir unsere Rollen noch besser aufteilen und jeder Geschäftsführer das macht, was er am Besten kann:

* Lucanus kümmert sich um die Organisation- und Internationalisierung sowie die nächste Finanzierungsrunde

* Jubin konzentriert sich auf den Ausbau des Sales-Teams in der DACH Region

* Ali ist Botschafter, der die whatchado-Story nach außen bringt

In dieser Phase wurde auch immer klarer, dass das operative Management immer mehr bei Lucanus und Jubin liegen sollte, weil ein Außenbotschafter, der 90% der Zeit außer Haus ist, der Company als CEO nicht das geben kann, was diese braucht.

Nach einer Beobachtungsphase von einigen Monaten hat sich herausgestellt, dass diese Art der Zusammenarbeit eine geniale Konstellation bedeutet, die sich auch in unseren Zahlen widerspiegelt.

Jubin wird neuer CEO

Es gibt wenige Menschen, die in den letzten Jahren von whatchado und den jungen Jahren meiner Kindheit mit mir durch dick und dünn gegangen sind und es gibt wenige Menschen, die dabei immer mehr über sich hinausgewachsen sind.

Jubin, auch laut Status auf Facebook, mein Bruder :), hat whatchado von Tag eins geatmet, war dabei, als wir hingefallen sind und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir wieder aufgestanden sind.

Wir haben gemeinsam einige der härtesten Tage der Company erlebt und es immer noch geschafft, danach zu lachen.

Jubin kennt das Business wie kein zweiter, er hat das Sales-Team aufgebaut und ist mit seinem Team für einen Großteil unseres Umsatzes verantwortlich.

Er ist der richtige CEO, den diese Company braucht und ich möchte, dass ihr alle – so wie ihr mich immer unterstützt habt – auch ihn unterstützt und seiner Marschrichtung folgt.

Er ist unser aller neuer CEO und ich bin mir sicher, dass wir damit in eine extrem coole Zukunft segeln.

Die Geschäftsführung wird weiterhin aus Lucanus, Jubin und mir bestehen.

Da whatchado international und auf Wachstumskurs ist, werde ich in meiner Rolle als Außenbotschafter mehr als genug zu tun haben – diesmal aber als Co-Founder, Chief Visionary & Chief Storyteller.

Ich bin stolz auf das gesamte Team und Leute, es war mir eine Ehre, die letzten 3,5 Jahr euer CEO gewesen zu sein! Haut rein, es wird ein geiles Jahr!!

Ali,

stellvertretend für Lucanus, Jubin und Hansi

PS: und für die Leser des Blogs, anbei noch ein kleines Best-Of der schönsten Augenblicke aus 18 Jahren Ehe Jubin und Ali

Videodreh

The Untouchables - Ali Mahlodji und Jubin Honarfar The Untouchables - Ali Mahlodji und Jubin Honarfar The Untouchables - Ali Mahlodji und Jubin Honarfar The Untouchables - Ali Mahlodji und Jubin Honarfar The Untouchables - Ali Mahlodji und Jubin Honarfar The Untouchables - Ali Mahlodji und Jubin Honarfar

Back Camera

The Untouchables - Ali Mahlodji und Jubin Honarfar

whatchado Co-Founder Ali Mahlodji & Jubin Honarfar

whatchado Co-Founder Ali Mahlodji & Jubin Honarfar

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Jede Reise ist nur so gut wie ihre Wegbegleiter

“Vergiss niemals, wo du herkommst und die Menschen, die dich auf diesem Weg begleitet haben.” — Meine Eltern

 

10. Oktober, 2012 — Mittagszeit — WHATCHADO tritt das erste Mal in Hamburg bei der Social Media Recruiting Conference auf.

10. Oktober, 2012 — Nachmittag — Robindro Ullah von der Deutschen Bahn sagt zu, als erstes Unternehmen WHATCHADO in Deutschland umzusetzen.

Jänner, 2013 — erste Dreharbeiten in Deutschland bei der Deutschen Bahn und damit der Start für WHATCHADO in Deutschland. Zwar 2 Jahre zu früh laut damaliger Planung, aber das Beste, dass uns hätte passieren können.

Oktober, 2014 — back to the roots

WHATCHADO ist schon ein sehr cooles Konzept, ehrlich — ich steh drauf … vielleicht auch, weil ich einer der Mitgründer bin und finde, dass wir damit echt die Welt retten.

Klingt arrogant, oder? Naja, im Grunde geht es ja darum, im Leben zu sich und seinen Dingen zu stehen — ob im Guten oder im Schlechten. Und ich finde eben, dass WHATCHADO echt echt rockt.

Denke ich aber, dass wir unseren Erfolg nur uns verdanken? Wohl kaum.

Wegbegleiter — die Menschen, die dich pushen, ohne das du es merkst

Teil jeder Umsetzung sind Wegbegleiter, die einen pushen, fördern und fordern — manchmal merkt man es, manchmal nicht. Und doch sind sie da und bestimmen mit, wie dein Leben verläuft.

In wenigen Wochen bin ich wieder in Hamburg — meiner Meinung nach ja die geheime Hauptstadt Deutschlands und eine der schönsten Städte in Europa.

Dass WHATCHADO in Deutschland ist und ich in Kürze wieder in Hamburg, verdanke ich einigen wenigen Menschen, deren Impact größer war, als sie es vielleicht selbst wissen — sowohl beruflich als auch — und das ist das Wichtigste — menschlich.

10253802_10152029358180947_674830817771952869_nDass ich im Oktober 2012 in Hamburg WHATCHADO vorstellen durfte und als Resultat plötzlich die Deutsche Bahn auf uns gesetzt hat, verdanke ich einigen wenigen Menschen, deren Präsenz sich in den letzten Jahren immer und immer wieder in mein Leben eingebrannt hat.

Jörn Hendrik (@jormason) hatte mich im Juni 2012 kurzfristig auf Twitter zur SMRC (Social Media Recruiting Conference) als Vortragenden eingeladen, nachdem er dort am 1. Tag der Konferenz von uns gehört hatte.

Er war zu dem Zeitpunkt einer der Mitorganisatoren und hatte nach kurzem Twittertalk mit mir beschlossen, dass ich am nächsten Tag dort vor Ort die OpenKeynote halten sollte. Uns gab es zu dieser Zeit gerade mal 6 Monate, aber wir bekamen die Chance — im Nachhinein betrachtet recht krass ☺

Vor Ort versuchte ich, so gut wie möglich aufzutreten — war aber durch und durch nervös, weil es gerade mal mein 4. oder 5. Auftritt als WHATCHADO CEO war.

Was danach passierte, war recht verrückt. Frank Sitta, Stefan Person und Jan Kirchner — die Veranstalter der SMRC — fragten mich, ob ich mir vorstellen könnte, in Hamburg bei der SMRC im Oktober 2012 aufzutreten. Was ich auch dankend annahm, ohne zu ahnen, was auf uns zukommt ☺

Frank & Stefan — zwei, die wissen was sie tun

6. September, 2014 — 2 Jahre und einge gemeinsame Events später, die sich von Halle bis nach Eisenach gezogen haben, habe ich Frank und Stefan — die Helden hinter der SMRC — nicht nur besser kennengelernt — nein, ich habe sie ins Herz geschlossen.

Fachlich gesehen, sind ihre Events sowieso top

  • Future Recruiting Camp: Wenn es um kollaboratives Erarbeiten von Zukunftsthemen geht, die schon heute das Recruiting weiterbringen. Hier werden Themen positioniert und besprochen, die Mut benötigen, um diese umzusetzen, aber langfristig unumgänglich sind für gute HR Arbeit. JA!FutureRecruitingCamp WartburgDer Event fand auf der Wartburg statt — einer genialen Burg, auf der auch Martin Luther wirkte — die coolste Location, die ich je gesehen habe ☺
  • Mitteldeutsche Personaltagung: Es ist komplett klar, dass gerade KMUs das Fundament einer guten Wirtschaft sind und genau dieser Bereich wird hier abgedeckt. Vorträge, Diskussionen und eine eigene Fachausstellung garantieren, dass der Event einen selbst weiterentwickelt — sei es um weitere Ideen oder konkrete Umsetzungtips.Mitteldeutsche Personaltagung

Ich hatte das echte Glück, überall dabei sein zu dürfen und mich mit ihnen weiterzuentwickeln.

Der Weg, der noch vor uns liegt

Am 9. Oktober, 2014 werde ich bei der SMRC#14 darüber sprechen, wo wir heute stehen und welche Erfahrungen wir im Personalbereich gesammelt haben, wenn es darum geht, gute Geschichten zu erzählen.

Ich freue mich auf alle neuen und bekannten Gesichter, auf Hamburg und auf den fachlichen Austausch.

Wer dabei sein möchte, einige wenige Tickets gibt es noch.

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warum ich nie der ruhigste Junge in der Klasse war und das mir den Arsch gerettet hat

„I don’t know the key to success, but the key to failure is trying to please everybody.“— Bill Cosby“

 

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Ich war ein Problemkind

Als ich Schüler war, tat mir meine Mutter sehr leid – mein Vater zwar auch, aber der sah alles immer gelassener. Ich war nämlich eines diese Problemkinder – immer laut, immer am Schaukeln und immer unbequem. Disziplin war nicht mal mein 40. Name, nein – es kam in meinem Sprachgebrauch nicht vor – dachte ich zumindest. Das Wort, dass mich am Ehesten beschrieb, war „unbequem“.

Nicht dieses unbequem, für das sich Pseudo-Intellektuelle immer halten („ich stelle alles in Frage und bin dabei einfach nur Rebell, weil so gscheit.“), sondern ich war richtig unbequem.
Wenn ich etwas für nicht sinnvoll erachtete, sank mein Interesse auf Tiefseelevel und meine Aufmerksamkeit galt dem Zählen der Deckenlampfen im Klassenzimmer.

Meine Mutter musste dies bei jedem Elternsprechtag ausbaden und durfte sich halbjährlich anhören, dass ich nicht nach den Regeln spiele, ich schief am Sessel sitze, mich weigere Dinge zu lernen, bei denen ich mir einbildete, diese niemals zu benötigen und so weiter.
Habe ich schon erwähnt, dass mir meine Mutter leid tat?

Es hat sich nichts verändert

Auch heute höre ich oft, dass ich recht unbequem bin und oft der bin, der mit Leuten aneinandergerät und dann laut wird.

Was die wenigsten Personen wissen:
Ich habe zwischen meinem 13. und 21. Lebensjahr gestottert. Also so richtig. Die ersten 2 Jahre konnte ich einem wildfremden Menschen nicht mal meinen Namen sagen, ohne ihm oder ihr fast ins Gesicht zu spucken. Hört sich lustig an, war aber die schlimmste Zeit meines Lebens. Begonnen hatte es, als sich meine Eltern kurz vor Weihnachten getrennt hatten und ich zu dem Zeitpunkt auch in der Schule eine harte Zeit hatte. Plötzlich war es da und es ging so schnell auch nicht mehr weg.

In meinem Kopf rasten die Gedanken und Ideen, die ich der Welt mitteilen wollte – hinaus kamen aber nur Tröpfchen von wirren Sätzen und ein Selbstwertgefühl, dass sich gleich hinter der eigenen Angst und der Scham versteckte.
Ich war zwar ein aufgewecktes Kind, dass die Welt retten wollte, wurde aber damit konfrontiert, wie es ist, wenn man ausgelacht wird – nur weil man Worte nicht so elegant aussprechen kann, wie der Rest der Klasse.

Ja nicht auffallen

Resultat war, dass ich immer ruhiger wurde und nicht mehr auffallen wollte – ich wollte nur, dass die Unterrichtsstunde vorbei ist und ich nach Hause konnte.

„Ja nicht auffallen“ war die Devise und sie blieb es viele Jahre.
Der Junge, der immer der lauteste war und immer negativ auffiel, war plötzlich der bravste – der, der sich in Reih und Glied wie alle anderen hinten anstellte – plötzlich diszipliniert war und auch in einem Heer von 150 Lemmingen den besten Lemming gab.

Dass ich dann plötzlich noch eine feste Zahnspange bekam und wegen meiner starken Konzentrationsschwierigkeiten Ritalin einnehmen musste (ja, ich hatte eine klassische ADHS Diagnose für mehrere Jahre), machte die Sache nicht leichter.
Es ging sogar so weit, dass ich in der Klasse bei Leseübungen nicht mehr laut vorlesen musste, weil mich die halbe Klasse auslachte.
Interessanterweise begannen aber auch plötzlich meine geistigen Leistungen und meine sportlichen Leistungen (ich war einer der klassenbesten im Sport) radikal nachzulassen. Mir radikal meine ich richtig von Hero auf Zero.
Egal ob Mathematik, Völkerball oder künstlerische Erziehung – überall war ich ein farbloser Klecks … ich hatte gelernt, micht komplett unterzuordnen und mich anzupassen.

bravbravAber!!! Bei den Elterntagen war ich der Hit – ich war „sehr brav“, ich machte überall mit und ich fiel nie unangenehm auf. Ich hatte es geschafft, ich gefiel meinen Lehrern.
Tja, meine Eltern begannen sich Sorgen zu machen – zu recht. Ich war nicht ich.

Ich fand meine Flucht, in dem ich – immer noch stotternd – ein halbes Jahr vor der Matura aufstand und die Schule hinschmiss und verdammt, es war die beste Entscheidung meines Lebens. Weg von dem Ort, an dem ich „diszipliniert“ wurde und dafür fast einen Orden bekam.

Info: Ich habe danach eine HTL für Software-Engineering und ein Studium der verteilen Softwaresysteme absolviert, weil mir immer klar war, dass ein Abschluss schon sehr cool ist und  weil es mich irre interessiert hat – nur wollte ich es auf meine Art und Weise erledigen. In diesem Fall in Abendform bei freier Zeiteinteilung und in einem Umfeld, wo man sich gegenseitig auf Augenhöhe begegnet (ja, ein Riesenvorteil von berufsbegleitenden Ausbildungen). Und ja, eine Ausbildung ist gold wert (falls grad Schüler mitlesen)!!.

Heute, mit 32 – zwar noch Kindskopf (hoffentlich forever) – weiß ich, dass meine Unbequemlichkeit eine Gabe ist – ein Segen und meine größte Stärke. Im Grunde lebe ich einfach aus, was in mir ist und korrigiere auf meinem Weg all das, was mir Energien raubt.

Simma bitte so „professionell“ und sagen uns, dass wir uns am Sack gehen

Wir leben leider in einer Welt, in der es als professionell und „besser“ angesehen wird, wenn man Unmut nicht direkt angeht, sondern um den heißen Brei herumredet. Wenn ich daran denke, wie wenig Zeit mir auf der Welt bleibt, und ich diese mit „naja, so könnten wir … und man sollte … und so haben wir das gar nicht gemeint … etc.“ füllen würde, wird mir schlecht.

Ehrlich – wenn mir jemand ins Gesicht sagt „Ali, du bist ein Arsch, weil du dies und jenes getan hast.“ ist das für alle Beteiligten tausendmal zielführender, als wenn diese Person mir mit einem herangezogenen BlaBla erklären würde, dass da vielleicht grad etwas nicht passt, er/sie das aber gerade nicht so ansprechen kann, weil man ja niemandem zu nahe treten will, bla bla bla“.

Kommt das bekannt vor? Ja? Klar, wir sind umgeben von diesen falschen Höflichkeiten, die am Ende des Tages verhindern, dass sich Dinge gut entwickeln. Meistens eben von Menschen, die brav angepasst sind – ja nicht anecken, ja diszipliniert sein.

Heute habe ich das irre Glück (ich kanns echt kaum fassen) ein Unternehmen mit leiten zu dürfen, mit über 30 Mitarbeitern zu arbeiten, laufe wie ein HipHop Fan in einer ausgebleichten Jean rum, trage weiße Turnschuhe und wenn ich auf der Bühne bei Vorträgen stehe, beginne ich immer noch regelmäßig zu stottern und ja, ich verwende auch manchmal Wörter wie „Bullshit“, um meinen Ausführungen die nötige Kraft zu verleihen. Weiters rede ich manchmal wie ein Urwiener und dabei noch viel zu schnell.

Das alles ist meine DNA und ja, ich bin ein Chaot – im Herzen noch viel mehr, als am Arbeitsplatz. Wer mir mal zusieht, wenn ich im Flow bin, greift sich komplett an den Kopf – ich brauche 2 Monitore, renne auf und ab und schmiere laufend was an Wände und quatsche in einem durch. Dann plötzlich springe ich auf, schreie „das ist so geil, so machen wir es“ und habe 2 Minuten später eine total neue Lösung, weil die erste von vorhin „ja der komplette Scheiss“ ist. Und wenn ich nichts gegessen oder getrunken habe, habe ich die Toleranzgrenze von Nordkorea.

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Aber ich denke, dass ist genau mein Assett, dass mich dazu gebracht hat, das whatchado Konzept zu erarbeiten und mir das ganze whatchado Universum auszudenken – auch wenn es nur die ersten 1% waren, die mein Team gerade weiter ausbaut.

„Ali, du bist schwierig“ und andere Komplimente, die ich mir erarbeitet habe

Im Büro bin ich auch dafür bekannt, dass ich mit Leuten zusammenkrache und dann höre ich immer „ja, du bist schwierig“ und sonstige Sprüche. Im Grunde ist dies aber überlebensnotwendig, damit whatchado kein Unternehmen wird, „in dem halt alles schon immer so war“. Das letzte, was wir brauchen ist falsche Disziplin und interne Einschränkung, wo aber genug Platz zum Austoben gegeben wäre, damit wir uns alle weiterentwickeln.

Disziplin ist notwendig und wichtig – keine Frage! Vor allem dann, wenn Dinge in Abhängigkeiten stehen und Schleissigkeiten einen negativen Dominoeffekt ins Rollen bringen würden.
Aber ich denke, dass eine gesunde Organisation das Chaos, dass aus der DNA der Mitarbeiter entsteht, ausnutzen muss.
Jeder Mensch und damit jeder Mitarbeiter sind unterschiedlich – (manchmal) im besten Fall wie Tag und Nacht.
Und dazu gehört auch, dass man akzeptiert, dass – angefangen von der Sprache, über die Arbeitsweise bis hin zum Auftreten – das Individuum ausgelebt und gefördert wird. Schliesslich formen Mitarbeiter ein Unternehmen – nicht die Zahlen und auch nicht das Leitbild oder das Logo.

So habe ich gedacht, als ich in der Pharmazie gearbeitet habe, als ich Berater bei Siemens war, beim Flüchltingsdienst der Diakonie meinen Zivildienst absolviert habe, Digital Consultant für Redbull mobile und Heineken wurde und in einer US Firma Berater und Salesmanager war.
Und immer hat es mich weiter gebracht als all die Personen, die in Diskussionen immer die braven und bequemen waren. Die sitzen immer noch da und freuen sich auf ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld als DAS Jahreshighlight.

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Erst kürzlich habe ich mit meiner Mutter gesprochen und sie sagte etwas, dass mich zum Schmunzeln brachte.
Sie sagte mir, dass sie mich in einigen Bereichen als ihr Vorbild sieht – ich sei so ein Querkopf und verrückt, aber immer verantwortungsvoll und lebe mein Leben und mein Tun, wie ich es für richtig halte und habe dann Disziplin, wenn es Sinn macht und habe irgendwann damit aufgehört, daran zu denken, was andere Menschen von mir halten.

… wenn das meine Lehrer lesen könnten 🙂

Gute Nacht,
Ali

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3 Wochen Lastentest in Thailand oder „wie feuere ich mich am besten“

Wir haben erst kürzlich eine massive Investmentrunde abgeschlossen und starten das Jahr 2014 mit mehr Ambitionen denn je … und dann fahre ich, der Chef, in dieser kritischen Zeit einfach 3 Wochen auf Urlaub.
Das Ganze hat gute Gründe und ich hoffe, dass ich damit richtig liege und es nie bereuen werde.

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Wenn man so mag, ist es der Test, wo wir als Unternehmen stehen und wie gut wir als Founder das Unternehmen aufgestellt haben.

2012: Founder A zu Founder B „Ja, ich geh mal Cafe besorgen, check du bitte das Klopapier.“

2 Jahre ist es her, dass Jubin und ich whatchado gegründet haben. 2012 waren wir 4 Personen und anfangs, wie auch manchmal noch heute, haben wir alles selbst gemacht. Vom Website-Konzept bis hin zum Kauf von Cafe – alles war Chefsache, genauer gesagt Foundersache.

Sieht man von organisatorischen Themen, wie eben dem Kauf von Cafe (was wir glücklicherweise mittlerweile nicht mehr selbst machen müssen) ab, war das Umsetzen aller Unternehmens-bezogenen Tätigkeiten natürlich unser Ding und das will man ja schließlich als Founder auch – die eigene Idee in die Welt bringen, etwas erschaffen, das einen überlebt und die Welt ein bisschen besser macht.
Von Kundengesprächen über das Aussehen unserer Messestände bis hin zur Bestimmung der Websitefarben – alles haben wir selbst gemacht. Wer die Fragetechniken und das JobDating bei whatchado konzipiert hat? Klar, die Founder. Wer die ersten Marketingkonzepte umgesetzt hat und Kooperationen eingefädelt hat? Bingo, wieder wir als Founder. Wer sich um das Einkaufen von Putzmittel gekümmert hat? Bingo, wieder wir.
Man ist einfach das Mädchen/der Junge für alles.

Puh, wir werden mehr oder die Frage „wer checkt das Kopierpapier?“

Entwickeln sich die Dinge zum Guten und beginnt man zu wachsen (Erfolg ist Auslegungssache, Wachstum hingegen auf für einen Laien erkennbar) merkt man, dass man zu viel tut, bzw. bisher alles selbst gemacht hat.
Das Beste und das Schlimmste am Foundersein ist, dass man eben alles umsetzt – und was man nicht kann, on the fly lernt.
Im Grunde löst man den ganzen Tag nur Probleme und wird nach und nach Meister in unterschiedlichsten Disziplinen.

Anfangs ist das perfekt und einfach das Schönste auf der Welt – mit den ersten Angestellten wird es dann plötzlich unsicherer für einen selbst, weil man sich plötzlich wie auf Glatteis fühlt – nur das jemand anders plötzlich die eigenen Schlittschuhe lenkt.

Vom Stürmer zum Mann auf der Bank

Die größten Änderungen, die man in der Wachstumsphase meistern muss, sind aus meiner Sicht:
1. Vom Fussballer zum Trainer zu werden, um sich um die nächste Phase zu kümmern
2. Deligieren lernen – und es auch tun

1. Vom Fussballer zum Trainer

Am Spielfeld ist es am Schönsten, da kann man sich austoben, aufs Tor stürmen und direkt ins Spielgeschehen eingreifen.
Steht man aber plötzlich am Spielfeldrand, ist man zwar der Dirigent, kann aber erst eingreifen, nachdem ein Spieler einen Fehlpass gespielt hat, der zu einem Gegentor geführt hat.
Ich kann zwar den Spieler austauschen, aber das Match ist gelaufen.

Ich vergleiche das Führen eines Unternehmens auch gerne mit der Baubranche. Was die wenigsten wissen ist, dass ich gelernter Maurer und Zimmerer bin und eine Ausbildung für Hoch- und Tiefbau genossen habe und daher die Branche sehr gut kenne.
(Auch für Leser, die keine Bauausbildung genossen haben, ist der Vergleich sicher nachvollziehbar.)

Auf einer Baustelle baut man das Haus mit den eigenen Händen, man mischt Beton an, man misst Dinge aus und wenn es für die Statik erforderlich ist, baut man halt die Stahl-Bewehrung ein. Man steht mittendrin und baut das Haus nach Plänen, die ein Architekt vorgegeben hat.

In einem StartUp ist man anfangs Architekt und der Typ, der den Beton anmischt, Dinge ausmisst und eben auch eine Bewehrung einbaut.
Wird das Haus größer und braucht man mehr Personen, die einen dabei unterstützen, muss man sich immer mehr zurückziehen und nicht mehr IM Haus, sondern AM Haus weiterbauen.
Man muss dafür sorgen, dass das Haus nach den eigenen Erwartungen umgesetzt wird, nicht den Kostenrahmen übersteigt und beim ersten Regen nicht in sich zusammenbricht.

Genau das ist die größte Challenge von Jubin und mir, dass wir von den Typen, die mittendrin stehen, zu den Typen werden müssen, die das Haus designen und alle, die daran mitarbeiten, dahin bringen, es nach Plan umzusetzen.
Das bedeutet verdammt viel Kommunikation, klare Abtrennungen, Vertrauen und ein System der Messung der Resultate (beim Bau eines Hauses wäre dies die Beantwortung der Frage „ist das Kinderzimmer eh blau angestrichen?“).

2. Deligieren – der wahre Herzensbrecher

Die größte Herausforderung – und das haben wir beide massiv unterschätzt – ist das bewusste! Loslassen von Dingen und der Fokus auf Tätigkeiten, um die sich wirklich die Founder kümmern müssen.

Was meinte ich damit? Ja, ich habe am Anfang bei whatchado natürlich noch den Cafe eingekauft und es gerne getan – bei unserer letzten Finanzierungsrunde, bei der es um knapp eine Million Euro ging, war mein Kopf so sehr auf unsere neuen Businessangels und die Verträge fokussiert, dass ich es mir nicht leisten konnte, zusätzlich Dinge zu tun, für die es mich als Founder und CEO nicht braucht.

Es ist verdammt hart, zu unterscheiden, was man alles nicht mehr machen darf/soll – obwohl man es vielleicht gern und verdammt gut tut.
Ich habe z.B. anfangs alle Präsentationsslides bei whatchado gemacht und ja, es macht immer noch verdammt viel Spaß, unsere Story in Slideform mit den besten Animationen zu bestücken, um Menschen zum Staunen zu bringen.

Doch haben wir mittlerweile ein Marketingteam und ich habe Aufgaben, die es mir nicht mehr erlauben, mehrere Stunden mit der Erstellung von Präsentationsunterlagen zu verbringen. Und doch schaffe ich es nicht, diese Aufgaben voll und ganz zu übergeben.
Schuld bin ich selbst und mein „ach, das mache ich halt diesmal noch schnell selbst“-Tick, der aber angeblich bei so ziemlich jedem Founder normal sein dürfte.

Thailand – der 3 Wochentest und die Frage „gehts auch ohne mich?“

Gerade sitze ich in Koh Phi Phi, einer kleinen Insel in Thailand, die vor rund 10 Jahren vom Tsunami komplett vernichtet wurde.
Draußen das Meer, tausende Touristen auf Booten, Essen zum (fast) Nulltarif und ein Sonnenuntergang, den man nur aus Erzählungen kennt.
Und mein Kopf … in dem gehts grad ab wie im Zirkus – tausende Ideen zu unserem Produkt, Inputs zu unserem Wachstum, und und und.
Aber zum ersten Mal seit der Gründung bin ich entspannt – wir haben echt gute Leute mit der richtigen Einstellung und Menschen, die über sich hinaus wachsen wollen und auch das Potential dazu haben.

Mark Zuckerberg hat erst vor Kurzem bei seinem Vortrag bei der StartUp School von YC eine Aussage getätigt, die mir seit dem nicht mehr aus dem Kopf geht:

„Ich stelle nur Leute ein, für die ich selbst arbeiten möchte.“

Ein kurzer Satz, der es genau auf den Punkt bringt, wie man als Founder mit der Organisation wachsen sollte. Quasi die Besten der Besten holen, auf die man selbst aufblickt – und sich nicht mit weniger zufrieden geben.

2014 wird für uns ein kritisches Jahr und für mich wird meine Rolle vom Founder zum CEO wichtiger denn je – dasselbe gilt natürlich auch für Jubin in seiner Rolle als CCO (Chief Commercial Officer).

Wir müssen lernen zu deligieren, lernen Dinge zu streichen und uns auf das konzentrieren, was unsere Aufgabe ist.
Und wir müssen loslassen und vertrauen, dass unsere Mitarbeiter die Dinge mit bestem Wissen und Gewissen tun.
Unsere Aufgabe muss sein, dass wir ihnen ganz klar kommunizieren, wohin whatchado geht und was unser aller Ziel ist.
Wir müssen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen und Steine aus dem Weg räumen und sie enablen, dass sie mit ihren Aufgaben gefördert, aber auch gefordert werden.

DONE is better than perfect

Jubin und ich müssen für den Fall vorbereitet sein, dass uns beiden mal ein Ziegelstein am Kopf fällt.
Würden wir immer noch so agieren, wie in den Anfangstagen von whatchado, wären wir zwei derzeit die Bottlenecks von whatchado und damit ist langfristig niemandem geholfen und wir würden nur Arbeitsplätze und das Vertrauen unserer Kunden und User in Gefahr bringen.
Wir müssen beginnen, als Erbauer von innen nach außen zu wandern, um immer mehr das Gesamtbild der Zukunft, die wir haben wollen, zu beeinflussen.

Unsere Entscheidungen von heute beeinflussen unsere Zukunft viel länger und nachhaltiger als sie es in den Anfangstagen getan haben und das muss uns bewusst sein, wenn wir mal wieder an Aufgaben sitzen, die jemand anderer bei uns zu 80% genauso gut machen kann.
Wir haben mittlerweile 30 Mitarbeiter und diese durch einen möglichen Sturm zu navigieren benötigt einen anderen Fokus als das Rudern in einem 2-Mann-Boot, bei dem man nur Verantwortung für sich und eine weitere Person trägt.

Mitarbeiter, unsere echten Helden

Aufgaben müssen erledigt werden – wir als Founder müssen managen und dafür Sorgen, dass Dinge erledigt werden, damit das Gesamtresultat passt. Den Weg dahin müssen wir unseren Mitarbeitern, den echten Helden, überlassen.

Was zuerst für einen selbst komplett klar erscheint, ist für eine Person, die nun die Aufgabe übertragen bekommt, ganz und gar nicht „einleuchtend“.
Mir war absolut nicht klar, wie intensiv der anfängliche Übergabeprozess einer Aufgabe sein muss, damit das Endresultat den eigene Erwartungen entspricht.

Und nochmal, es ist nicht wichtig, welchen Weg unsere Mitarbeiter einschlagen – das Resultat zählt und das muss ganz klar kommuniziert werden.
Einfach zu sagen „wir brauchen Flyer für eine Messe“ reicht nicht, wenn man diese bisher immer selbst gemacht hat.
Es benötigt ein Briefing und ein Coaching, damit unser Team weiß, was dieser Task alles beinhaltet und wann wir diesen als abgeschlossen erachten können.

A ist nicht gleich A

Man muss sich im Leben – und zwar in allen Lebenslagen – vor Augen führen, dass das Gesagte fast nie das Gehörte ist.
Glücklicherweise – und das liebe ich an tollen Teams – spielt man sich langfristig aufeinander ein und die Kommunikation, das Um und Auf, läuft wie  von alleine.
Richitg gute Teams erkennt man oft daran, dass diese sich fast nahtlos ergänzen und oft sofort wissen, was die Situation erfordert ohne lange gebrieft zu werden.

In 2 Wochen bin ich wieder in Wien und werde mit allen Teamleads Gespräche führen, um zu sehen, was in diesen 3 Wochen passiert ist, dass meine volle Anwesenheit erfordert hätte.
Und dann werde ich z.B.  schauen, wer meinen Part bei der Sache hätte viel besser machen können. Diese Person werde ich nach und nach aufbauen, diese Aufgabe später alleine zu entscheiden und umzusetzen und mich hier langsam rausnehmen, bzw. mich feuern.

Denn, wenn ich ehrlich bin, haben Jubin und ich genau eine Aufgabe bei whatchado … Menschen finden, die in dem was sie tun, viel besser sind als wir – und dann müssen wir sie fliegen lassen.

Ali
Koh Phi Phi, Thailand
7. Februar, 2014