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Trennung, der wahre Neubeginn

Ein Vorteil wenn man viel unterwegs ist (70+ Flüge letztes Jahr) zeigt sich darin, dass man viel Zeit allein verbringt.

Manchmal kann das ein sehr einsames Gefühl sein – nein, es ist immer ein einsames Gefühl, gerade wenn man öfters den letzten Flieger nimmt – aber oftmals ist es auch eine wunderschöne Zeit, um zu reflektieren.

Wenn man in einem Unternehmen operativ tätig ist und sich nicht regelmäßig herausnimmt, übersieht man am Ende des Tages die wichtigste Person, um die man sich kümmern muss … sich selbst.

Letztes Jahr habe ich mir vorgenommen, Zeit zum Reflektieren nicht mehr dem Zufall zu überlassen und habe damit gekämpft, mich von Ablenkungen zu befreien, die ich mir selbst geschaffen habe. Ich dachte allen Ernstes, dass ich dies in wenigen Monaten bewerkstelligen könne. Im Endeffekt brauchte ich fast ein Jahr, um mich in eine Position zu bringen, in der ich mich frei, produktiv, glücklich und erfolgreich bewegen konnte.

Ich arbeite keine Minute weniger als früher, aber ich habe mein mentales Setting und meine Gedanken umstrukturiert und damit auch, wie ich den Tag lebe und wahrnehme.

Über den ganzen Prozess zu erzählen wäre zu weitreichend – vielleicht mache ich das ein anderes Mal, aber was ich hier niederschreiben möchte, ist der Einfluss, den mein Umfeld auf mich hatte und hat.

Ich erkannte letztes Jahr zunehmend, dass ich mich teilweise mit Menschen umgab, die ein anderes Bild von Erfolg hatten als ich. Ich erkannte, dass ich von Menschen umgeben war, die ein anders Bild auf den „Menschen als Mitarbeiter“ hatten und auch, dass ich viel von Menschen umgeben war, die nur in knallharten Zahlen dachten. Hinzu kamen auch Menschen, die nur Zeit mit Einem verbrachten, wenn dieser ihnen auch etwas brachte.

Teilweise kam ich mir vor wie ein Zahlungsmittel, dessen Wert befristet war und zwar solange, wie ich in den Augen anderer „funktionierte“ und deren Erfolgswelt lebte.

Ich musste erst lernen meine Werte zu festigen und zu leben und mich dann von all jenen zu trennen, die meine Weltsicht blockierten und trübten. Bitte nicht falsch verstehen, diese Personen haben nichts „Böses“ gemacht – sie waren sie selbst und das ist gut so. Nur passte deren Weltbild nicht zu meinem Bild des Jetzt und der Zukunft und so schwächte ich mich selbst konstant, in dem ich Zeit mit ihnen verbrachte.

Dieses Wochenende saß ich mit Peter zusammen. Er war mal Fussballprofi, was für viele schon ein Traum ist, brach diese Karriere (in den Augen anderer) abrupt ab und lebt heute als Autor, Inspirator und Projektinitiator von Jugendprojekten. Er ist einer der wenigen Menschen, bei denen ich mich nach unseren Treffen „aufgeladen“ fühle und zwar auf 140% … und das an schlechten Tagen. 🙂

Das Traurige daran … dass ich dieses Gefühl viele Jahre nicht kannte.

Schuld war ich selbst, verbrachte ich doch zu viel Zeit mit Menschen, die an mir saugten, wo sie etwas benötigten, aber ebenso meine Sichtweisen in die Schublade „werd erwachsen“ steckten. Nach solchen Gesprächen war ich zumeist den ganzen Tag in einem seelischen Tief.

Wer sich einmal Zeit nimmt, erkennt selbst, bei welchen Menschen wir nach dem Gespräch mehr Energie haben als zuvor und bei welchen Menschen wir danach am Besten einfach vor dem Fernseher rumlungern wollen.

Mit Peter spreche ich z.B. über Träume und Vision so wie andere über die nächste Überweisung ihrer Miete sprechen.

Für uns ist das „Realität werden“ von Träumen und Vision genauso real, wie für andere der nächste Steuerausgleich.

Ich war schon immer so und dachte bis vor einigen Jahren noch, dass ich ein Spinner bin – mein Problem war aber eher, dass ich nur im falschen Umfeld war. Einem, das ich mir selbst ausgesucht hatte, ohne darüber nachzudenken, ob es mich genauso förderte wie ich die Menschen darin.

Heute habe ich eine Liste gemacht mit Menschen, bei denen „meine“ Themen als das Normalste auf der Welt betrachtet werden und die ich als Freunde zählen kann. Es sind fast genauso viele „Freunde“, wie noch vor einigen Jahren, aber mit einem kleinen Unterschied. Mehr als die Hälfte der Namen von früher sind nicht mehr auf der Liste.

Klingt auf den ersten Blick schade, aber am Ende des Tages ist es die beste Lösung und zwar für alle Seiten. Die Freunde von früher, die mich als Spinner abstempelten, haben nun andere Freunde, die ihre Sprache sprechen und ich habe den Fokus auf die gelegt, die mit meiner Sichtweise etwas anfangen können.

Die lehrreichste Lektion in diesem Prozess war eine, die schmerzhafter nicht hätte sein können.

Ich musste erst lernen, dass man sich im Leben zuerst von den Dingen, die man in seiner Zukunft nicht mehr haben möchte, trennen muss, damit die Dinge, die einem die Zukunft ausfüllen sollen, erscheinen.

Zu oft sind wir unzufrieden mit etwas, wissen auch warum und haben uns und allen Freunden schon zig mal erzählt, dass wir es hassen, aber trennen uns nicht davon. Lieber reden wir uns ein, dass wir uns neben diesen Dingen, die uns runterziehen, etwas aufbauen können, das das Negative ersetzt und dann erst den Wechsel oder die Trennung vollziehen.

Dabei vergessen wir, dass unser Fokus im Leben begrenzt ist. Wir können nicht täglichen mit etwas Negativem leben und nebenbei etwas Großartiges und Wundervolles aufbauen.

Man kann nicht in einer katastrophalen Beziehung leben und dabei in aller Ruhe eine wundervolle Beziehung nebenbei aufbauen. Wer ehrlich zu sich selbst und seinem Umfeld ist, trennt sich und macht dann erst Raum frei für eine neue Beziehung.

Und so ist es bei allem im Leben. Ein katastrophaler Job lässt uns gar keine Kraft, nebenbei und in akzeptabler Zeit unseren Traumjob zu bauen. Manchmal muss man kündigen und ist dann „frei“ für etwas Neues.

Und so musste ich letztes Jahr lernen, dass unser Umfeld, also die Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen, eigentliche die geheime Macht sind, die uns formt … das Gute ist, wir können uns diese selbst aussuchen.

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„same same, but different“ statt Vorsätze für den Kanal

Wenige Tage noch bis Neujahr.

Wenige Tage noch bis „und welche Vorsätze hast du für 2016?“. 

Wenige Tage noch bis „das war ein bescheidenes Jahr“. 

Wenige Tage noch bis „das war ein geiles Jahr“. 

Nur noch wenige Tage, bis wir „von neu“ starten und auf eine bessere Zukunft hoffen … so wie letztes Jahr, das Jahr zuvor und alle Jahre, die davor lagen.

Aber auch wie all die Jahreswechsel, die noch vor uns liegen. 

Vor nicht gerade mal 48 Stunden waren oben angeführte Gedanken und Gespräche an der Tagesordnung. 

Heute habe ich mich dabei ertappt, wie ich an 2016 gedacht habe, das besser als 2015 werden soll und mich wieder dabei erwischt, wie ich einzelne Bereiche durchgehe und mich frage, wie ich diese „besser“ machen kann und plötzlich fand ich mich wieder in mitten einer gedanklichen Liste von vermeintlichen Vorsätzen, die ich selbst bei anderen belächle.

Und das Problem bei „jetzt mach ich es besser“-Ansätzen und Optimierungsversuchen ist doch, dass es für diese nach oben keine Grenzen gibt und so spinnt das Gehirn eine nicht endende Welle von Ideen und Ansätzen, wie alles 2016 besser sein könnte. 

Warum müssen wir immer alles auf Teufel komm raus besser machen?

Warum fragen wir uns oft gegenseitig, was wir kommendes Jahr besser machen wollen?

Warum sind wir nie mit dem „jetzt“ zufrieden? Warum nicht mal für eine kurze Dauer zufrieden sein und in Ruhe die eigenen Erfahrungen wirken lassen und die sich daraus ergebenden Veränderungen akzeptieren. 

2015 war ein heftiges Jahr, beruflich, privat und sonst auch in jedem Bereich dazwischen. Nicht nur für mich, für viele andere wohl auch. 

Würde ich es im Nachhinein besser machen wollen? Theoretisch ja, aber dann würde mir ein Lastwagen voller Erfahrungen fehlen, die mich heute zu dem machen, der ich bin. 

Die Frage müsste doch eher sein, ob ich jetzt in diesem Augenblick der bin, der ich sein will. 

Meine Antwort ist ja. 

Die Frage müsste doch sein, ob ich jetzt, wenige Tage nach dem Jahreswechsel, glücklich und begeistert bin. 

Die Antwort ist ja. 

Ich will mir dieses Jahre keine Vorsätze vornehmen, die wie Upgrades wirken – nur meinen Weg fortsetzen und schauen, wo mich dieser hinführt und nicht jedes Jahr auf Reset drücken, weil ich mir dann einrede, dass dieser eine Jahreswechsel alles ändert. 

Wir sind an dem Tag nach dem Jahreswechsel die selben, wie am Tag davor. 

Wollen wir wirklich etwas ändern, wird es nicht dieser Tag sein, der alles ändert, sondern unser Wille, es zu tun und dieser ist unabhängig von internationalen Feiertagen.

Chiang Mai, 2. Jänner, 2016

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Ich hau dann mal ab, die Reise-Checkliste fürs andere Ende der Welt

Ich fahre (fast) jedes Jahr für einige Wochen an einen Ort dieser Welt, wo ich noch nie war, wo mich niemand kennt und wo ich (zumeist) schwer erreichbar bin (entweder kein Internet oder radikale  Zeitverschiebung).

Beispiele sind: Cuba am Fahrrad, Thailand, Cambodia & Laos by walk, etc.

Dies hat mehrere Gründe:

  1. ich nehme mir bewusst Zeit für mich selbst und nicht dann erst, wenn es zu spät ist und „man knapp vor dem Kollaps steht“.
  2. ich reise einfach gerne und lerne gerne die Welt kennen – ist ja nur die eine und wir haben nur ca. 200 Länder auf der Welt.
  3. ich will sehen, ob ich meinen Job gut gemacht habe und zwar, indem ich checke, ob ich ersetzbar bin. Ich finde, seinen Job macht man dann gut, wenn die Bude auch dann rennt, wenn man mal nicht da ist.Normalerweise ist dies ein präventiver Plan für den Fall von Krankheiten, familiäre Probleme, etc.
    Aber anstatt zu warten, dass was schlimmes passiert, mache ich den Test vorsorglich und lasse meine Kollegen einige Wochen ohne mich allein.
    Das habe ich nicht nur bei whatchado gemacht, sondern bei all meinen Jobs davor und seit ich 24 bin.Mein Ex-Chef, Niko Alm, meinte mal, als ich ihm sagte, dass ich einen Monat weg will „bist du narrisch, wer fährt schon einen Monat weg? Wer soll die Arbeit machen?“.Ich versprach ihm, dass es keine Brösel gibt und dass der Job gemacht wird, wozu hat man schliesslich Strukturen, Arbeitskollegen und Projektpläne, die – wenn sie gut geplant sind – es zulassen, dass man mal einen Monat „ausfällt“.

    Und immer wenn ich wegfahre, gibt es Leute, die ein Schreckensszenario heraufbeschwören und danach immer verwundert sind, wenn es dann doch super geklappt hat.

    Banksy about worryingAls ich meinen CEO Post abgegeben habe, war es nichts anderes als der Beweis, dass ich es in 3 Jahren geschafft habe, mich als CEO ersetzbar zu machen. Alles andere wäre fahrlässig gewesen.

    Die Fundamente sind gesetzt und mein Job war der Aufbau von null weg.

    Das Management-Team ist so gut aufgestellt, dass alle meine Stärken und Spezialbereiche (Marketing, Development, Konzeption, ArtDirection) mittlerweile von Personen umgesetzt werden, die das (viel) besser drauf haben als ich und das Speedboat, dass jetzt ein Tanker ist (vergleichsweise zum Anfang), elegant in die Stratosphäre heben.

Auch jetzt sitze ich gerade in Hongkong, es ist 02:26 in der früh und ich kann ruhigen Gewissens nach (fast) 2 Jahren endlich wieder einige Wochen Urlaub machen (auch wenn ich jeden Tag E-Mails beantworte und bereits Termine für den Herbst ausmache).

Den Post wollte ich ursprünglich als Erinnerungsliste anlegen, da ich auf den vielen Reisen immer genau planen muss, was ich mitnehmen und jedes Mal muss ich diese Überlegungen neu anstellen.

Damit das nicht mehr passiert, gibt es jetzt diese Reise-Packliste, die im Zuge der Planung meiner 3-wöchigen Hongkong/Dubai Reise entstanden ist. Feel free to use it, wenn ihr selbst auch vereist und mehrere Wochen unterwegs seid.

Ich bin alleine gereist, war noch nie in Hongkong und weiß auch recht wenig über die Kultur und das, was mich erwartet hat.

Here we go – 57 Items, Gedanken, Vorbereitungen to save your ass:

  1. Aussenministerium App – perfekt, um sich über Reisewarnungen, Impfungen, etc. zu informieren
  2. Stromstecker-Adapter (für Hongkong 3-polig)
  3. Notizblock und Kugelschreiber
  4. Reisedokumente (Reisetickets, Reisepass, Reisepläne, Bestätigungen Hotels, etc.,) uploaden auf Evernote, Dropbox, Google Drive und ausdrucken!!
  5. Dokumente an Bekannte schicken (Elter ist immer gut)
  6. entsperrtes Handy für SIM Karten des Reiselandes (Google Maps ist immer gut, wenn möglich)
  7. 500 EUR auf zweite Kreditkarte – ist mein Notfallplan
  8. Alle Tickets mittels Passbook auf das Handy spielen, gibt es auch für Android
  9. Olio Clip – Videlinse für Videoaufnahmen (gut, braucht nicht jeder)
  10. Extra-Mikrofon für Aufnahmen am iPhone (gut, braucht nicht jeder)
  11. Extra Akku Pack – Gold wert bei längeren Ausflügen
  12. Laptop + Netzstecker (wenn man so, wie ich unterwegs immer arbeitet oder gerne schreibt oder Filme dreht)
  13. Kleine Kopfhörer, ja nicht große – schaut zwar cool aus, aber steht nur im Weg rum. Ich nehme immer die, die beim iPhone dabei sind
  14. Reiseführer Apps offline einstellen – Internet gibts nicht immer
  15. Echter Reiseführer (ja, echte Bücher) – digitale Dinge können immer kaputt werden
  16. Bargeld – ich nehme zumeist 300 EUR in kleinen Scheinen (kann besser gewechselt werden) mit . Reicht für die ersten Tage, falls mein Gepäck nicht ankommt und/oder meine Bankkarten alle nicht funktionieren (ja, beides in Laos passiert)
  17. Personalausweis – falls Reisepass weg ist
  18. VGA Adapter (ja, es kann sein, dass ich auf Reisen präsentiere – ich tue es einfach gern)
  19. USB Adapter (iPhone, Zweithandy und für Akkupack)
  20. Rucksack für Tagesausflüge
  21. Wetter-Vorhersage checken, damit man weiß, was man anziehen (kann)
  22. Folien – damit ich die Kopien meiner Reisedokumente zusammen habe und am Besten wassergeschützt
  23. Reiseapotheke: Medikamente, Verbandszeug und Fokus auf Besonderheiten (ich habe z.B. Asthma und brauche spezielle Sprays)
  24. Bauchtasche für über der Kleidung
  25. Bauchtasche für unter der Kleidung (für gefährliche, unsichere Orte)
  26. Visitenkarten (ja, manchmal gut)
  27. Zweite Brieftasche für andere Währungen und auch gut als Fake-Tasche (für gefährliche, unsichere Orte)
  28. Tasche für Handy, Adapter, Visitenkarten
  29. Laptop-Festplatte leeren, damit man nicht zu wenig Speicher unterwegs hat (wenn man viele Fotos macht und diese sichern möchte)
  30. Alle Mails offline auf den Laptop – Google Mail hat eine tolle Web-Lösung
  31. Bücher (ja, echte) – kein Kindle bei mir, ich will ein echtes Buch. Immer nur eines mitnehmen, wenn es ausgelesen ist, dann herschenken und neues kaufen, ausleihen
  32. Selfiestange – perfekt für Videoaufnahmen als Stativersatz
  33. Goodies für Locals, bei denen man lebt (ich nehme immer unser whatchaDuck – eine Gummiente – und Mozartkugeln mit)
  34. Sprach-App inkl. Übersezungen (auch offline)
  35. Zahnpasta (Reisegröße)
  36. Deo (Reisegröße)
  37. Pinzette
  38. Duschgel (Reisegröße)
  39. !!! Mobilbox abdrehen – ansonsten Roaming-Chaos!
  40. Reiseversicherung klären
  41. Posting von Freunden auf eigenen Social Media Accounts deaktivieren: oft hat man kein Internet und kann nicht rechtzeitig reagieren
  42. rechtzeitig einchecken
  43. Skype Guthaben aufladen – ist gut, wenn man mal auf Festnetz oder auf ein Handy anrufen muss
  44. VISA klären
  45. Liste von Attraktionen geben lassen (von Leuten, die schon mal dort waren)
  46. Liste mit Nummer anlegen: Sperrnummer bei der Bank, Codes für Bankkarten, Notfallnummern und Adresse von Österreichischer Botschaft im Reiseland (immer auch ausdrucken und jemandem schicken)

Klamotten

  1. Atmungsaktives T-Shirt, am Liebsten von Peak Performance
  2. Bequeme Schuhe/Sneaker – must! Am Besten ist das gleichzeitig ein Laufschuh, dann kommt die Fitness nicht zu kurz
  3. Badeshort
  4. Regenjacke dünn oder dick (check Reisebericht)
  5. Camou-Hose, die man zu einer kurzen Hose raufziehen kann – perfekt für alle Reisen. Kann auch ruhig schmutzig werden
  6. Shirts: 4 Stück und immer vor Ort waschen
  7. Socken und Unterwäsche: 5 Stück
  8. Pullover: dünn, aber warm und atmungsaktiv: am Liebsten von Peak Performance
  9. FlipFlops (check Wetterbericht)
  10. 1x kurze Hose
  11. Laufsachen (atmungsaktiv)

Zwar fast 60 Sachen, aber wenn ich diese abgehakt habe, ist alles gut … genauso, wie es immer sein sollte.

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Sonne und Schatten – ein Fazit aus zwei Tagen on the road und drei Flügen

Ich wurde letzte Woche zweimal gebeten, ein bisschen zu beschreiben wie meine Tage aussehen und was ich denke und fühle … gut, hier der Versuch einer Selbstanalyse.

21:46 sitze gerade im Flieger auf der Startbahn in Frankfurt – warten auf den Start Richtung Wien und erfahre gerade, dass ich ja doch während des Starts sogar weiter meinen Laptop verwenden kann … wenn er klein genug ist, Ja, ist er 🙂

22:01 Gerade gestartet und mitten drin im Steigflug, bist du deppad, das ist eine Wacklerei in der Kurve … in Kürze hoffentlich auf Flughöhe und ca. 10000m über dem Boden und dem Himmel wieder mal ein bisschen näher … leider ohne Sonne, aber dass sie da ist weiß ich auch so 🙂
Meine Flugangst hab ich auf delay gestellt, weil gerade zu müde, um den Turbulenzen Raum zu geben.

Gestern um die selbe Uhrzeit, wusste ich nicht mehr in welcher Stadt ich gerade bin. Kurz dachte ich, es ist Berlin – nur um mich zu wundern, warum es hier Labskaus gibt, eine typische Speise aus Hamburg. Ja, ich war in Hamburg.

Wenige Stunden davor war ich auf der SMRC14, der Eventreihe, die mein Baby whatchado und das ganze Team nach Deutschland gebracht hatte. Gerade mal zwei Jahre – fast auf den Tag genau – ist es her, dass ich mich mit meiner Lederhose und dem Wiener Schmäh in Deutschland versucht habe – fürs Business war es hervorragend und für neue Freundschaften sowieso.

Es ist gerade mein dritter Flug in zwei Tagen und wenn am 1.1.2015 das neue Jahr eingeläutet wird, habe ich in meiner Schreibtischschublade über fünfzig Flugtickets als Andenken angereichert … ja, es gibt auch bessere Andenken.

Wir werden oft als cooles, bestes, erfolgreiches, younameit-StartUp bezeichnet und haben das Glück und die Ehre, dass wir doch einige Male medial gefeatured wurden und auch immer wieder bei B2B Events, wo unsere Hauptklientel unterwegs ist, uns zu Wort melden dürfen.

Die Bezeichnungen cool, erfolgreich, etc. sind dabei nicht immer die glücklichsten Bezeichnungen, da Erfolg einen Bruder hat, über den die wenigsten sprechen – ungeachtet davon, was als erfolgreich betitelt wird*.

Dieser Bruder hat nicht einen Namen, er hat mehrere. Scheitern, Arbeiten bis zum Umfallen & TryAndError sind nur wenige der Namen, die man doch manchmal in den Mund nimmt.

Gestern Abend noch mit meinem Kindheitsfreund und Co-Founder Jubin in Hamburg unterwegs, war ich heute zur Frankfurter Buchmesse eingeladen, um über das Handbuch der Lebensgeschichten und unsere Erfahrungen aus fast 3000 Lebensgeschichten zu sprechen. Die Frankfurter Buchmesse bitte!! Hallo, der Traum jedes Medienmenschen und ein Erlebnis, dass man gesehen haben sollte. Fachpresse – offline und online Medien und jede Menge neuer Gesichter und Finnlad dieses Jahr als Gastland … es war herrlich.

Eine Woche zuvor sagte mir mein Arzt, dass ich auf meine Stimme achten soll, nachdem ich ihm erzählt hatte, dass wir allein zwischen August und Dezember ca. 35 mal auf diversen Bühnen auftreten, um den Menschen WHATCHADO näher zu bringen. Bei diesen Auftritten sind im Durchschnitt 50 bis 150 Personen im Publikum – alles potentielle Netzwerkknoten, die unsere Botschaft weitertragen und hier präsent zu sein, ist in der frühen Phase unseres jungen Unternehmens essentiell wichtig.

22:12: Alter, die ersten Turbulenzen … geh bitte

22:14: wieder vorbei, alles gut

Dieser Post ist fast eine Art Fazit der letzten 2,5 Jahre und fasst zusammen, dass jeder Sonnenstrahl einen Schatten hervorbringt und dass diese zwei unweigerlich miteinander verwandt – ja sogar verheiratet – sind.

Dieses Wochenende werde ich nutzen, um runter zu kommen … wie das funktioniert weiß ich noch nicht ganz, aber es wird eine Mischung aus Training, Fussball, lange schlafen und gutes Essen sein – so die Theorie, denn nach jeder voll gepackten Woche kommt ein Loch, dass alles reflektiert, was passiert ist und einen spüren lässt, was man stattdessen nicht gemacht hat, bzw. bewusst hinten dran gestellt hat.

Ich brauche meistens Samstag fast den halben Tag, bis ich meine Mitte gefunden habe – etwas, dass mir an heftigen Arbeitstagen innerhalb von fünf Minuten gelingt und in der “freien” Zeit die Hälfte meiner Nerven kostet. Wenn ich im Urlaub bin, geht das innerhalb von wenigen Stunden, dass ich komplett unten bin, aber da weiß ich auch, dass jetzt Tage kommen, wo es kein Hoch und kein Tief gibt, sondern – zumeist – nur Strand, Sonne, Cocktails und maximal ein halbwilder Affe, der meinem Motorroller auf irgendeiner thailändischen Insel hinterherläuft 🙂

22:31: es gibt Brötchen und Cafe … geil

In der Nicht-Urlaubszeit hingegen kommt das abwärts nach dem aufwärts wie das Amen im Gebet.
Ehrlicherweise hatte ich es nicht geglaubt, als mir andere Gründer erzählt hatten, dass die Wochenenden das Härteste sind, weil man dort gezwungenermaßen runterkommt (ist ja sonst fast kein anderer im Dienst) und sich plötzlich im Strudel von Gedankenverwirrungen wieder findet und nicht weiß, ob man jetzt einfach in einem Cafe entspannen soll oder doch lieber noch den einen Vertrag lesen soll oder vielleicht doch noch die Präsentation für nächste Woche vorbereiten soll.

Und ehe man sich versieht, ist es Samstag Abend und man weiß, dass kommende Woche noch so viele Themen anstehen, dass man lieber Sonntag Mittag mit der Vorbereitung beginnen sollte. Ja, bisschen stressig ist es manchmal schon und ja, die – noch nicht vorhandenen – grauen Haare lassen grüßen.

Im Endeffekt weiß ich jetzt schon, dass ich bis Ende November knapp zehn Abende und teilweise Tage habe, die es mir erlauben, mich Freunden und Familie zu widmen. Diese sind aber heilig.

Ich habe nicht vor, mich zu beklagen … habe ich mir dieses Leben doch selbst ausgesucht und weiß, dass es da draußen hunderte, tausende Menschen gibt, die sich auf die Reise der Firmengründung eingelassen haben. Ja, es ist eine Reise – kein Sprint, sondern ein Marathon – der aber im Sprinttempo stattfindet und garantiert, dass man am Ende der Teil-Strecke ein anderer Mensch ist.

Wer war dieser Mensch 2012?

Es kommt der Punkt, an dem man zurückblickt und sich die Frage stellt, wer man noch vor wenigen Jahren war. Man sieht sich selbst an und realisiert, dass es im Leben immer irgendwie weitergeht und Ängste und Sorgen, die man vor Kurzem noch hatte, genau die Dinge waren, die einen am Weitesten gebracht haben.

Man erkennt, dass es nur darum geht, niemals aufzugeben und vor allem, dass man verstehen lernt, was man im Leben nicht kann und worin man gut ist.

Dieser Lernprozess ist leider leichter gesagt als getan … in Wahrheit ist es so, dass man – jedes Mal, wenn man denkt, dass man es verstanden hat – wieder bei null anfängt, nur um zu verstehen, dass man eigentich eh am richtigen Weg war und nur aus falschen Zweifeln halbe Entscheidungen getroffen hat, die einen auf den falschen Pfad geführt haben. Klingt kompliziert, ist es aber nicht 🙂

Man erkennt, dass es im Leben immer wieder Menschen sind, die einem die Wegmarken setzen und dass es im Leben nicht viel braucht, um Erinnerungen zu sammeln, die einem vielleicht eines Tages am Sterbebett eine wundervoll bunte Revue des eigenen Lebens präsentieren.

Bevor ich gegründet habe, dachte ich das Erfolg ein Produkt der eigenen Leistung ist – ich musste aber erkennen, dass es – neben der eigenen Leistung – auch ein Abfallprodukt von mehrern Bruchlandungen ist und dass jeder Erfolg umso besser schmeckt und riecht, wenn man sich seine geschundenen Knie ansieht und weiß, dass jede Narbe verdammt noch mal echt verdient wurde.

Und nochmal, ich bin nicht der Einzige, dem es so geht und nein, ich bin nicht arm, mitleidungsbedürftig oder sonst was – it’s part of the deal. Will man verdammt noch mal die Welt retten, kann man dies nicht mit den Händen im Hosensack tun. Das wird euch jeder bestätigen, der es tut oder versucht hat.

Ich bin kommende Woche zwei Nächte in Zürich und beende die Woche mit einem der dankbarsten Teile meines Jobs, nämlich Vorträgen in Schulen. Wenn es gut geht, zusammen mit unserem Minister Hundstorfer. Dann gehe ich ins Wochenende und bereite mich auf die kommenden Wochen vor, wo wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs sind – ja, so ist das im Herbst immer und das ist gut so 🙂

Als ich heute in der S-Bahn von der Messe Frankfurt zum Airport fuhr und meiner Musik lauschte, merkte ich, wie müde und leer ich war. Müdigkeit und “ich habs mir selbst ausgesucht, wie geil ist das denn”-Glücksgefühle gaben sich quasi die Klinke in die Hand.
Jedem Glücksgefühl folgten konstant Sorgen über alle möglichen Themen, die man nicht ausschalten kann. Jeder kennt das – wenn man müde ist, ist alles schnell mal ein Problem und eine Sorge.
Ist man fit, geht alles easy – und die Probleme sind plötzlich Herausforderungen 🙂

Im Grunde geht es mir um eine Sache, die normalerweise totgeschwiegen wird, aber einen wichtigen Bereich unseres Lebens ausmacht. Das Umgehen mit den nicht immer schönen Seiten von sonnigen Tagen. Es ist einfach keine Ausnahme, sondern die Regel, dass hell auf dunkel folgt und umgekehrt.

So oft wie in den letzten Tagen habe ich noch nie gehört, dass ich viel unterwegs bin und ich doch irre müde sein muss und dann werde ich immer gefragt, ob das denn gesund sei und wie lange ich das noch mache.

Meine Antwort ist mittlerweile fast immer die Selbe: “ich habe es mir selbst ausgesucht, ich lebe ein Leben, dass ich selbst bestimme … und das mache ich so lange, bis es mir keinen Spaß mehr macht … aber das kann noch eine sehr lange Zeit dauern.”

Ende – wir sind in Parking position und der halbe Flieger hat Stress, dass sie wohl nicht aussteigen dürfen 🙂

23:50 Nachtrag: kein einziges car2go am Flughafen und die letzte Schnellbahn geht erst in 27 Minuten. Wird heut doch noch später, aber hey … bin schon lang nicht mehr um Mitternacht Schnellbahn gefahren – vielleicht wirds ja lustig.

Gute Nacht.
*Ich persönlich denke, ein Unternehmen – egal ob StartUp oder Konzern – ist dann erfolgreich, wenn es jedes Jahr ein besseres Unternehmen als das Jahr zuvor ist und auf dem Weg dorthin nicht das Geld ausgeht.

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Wie mir ein thailändischer Koch, fern der Heimat, die Welt erklärt

Ich bin seit ca. 5 Tagen in Thailand – ohne mein Handy weiß ich es gar nicht so genau und meine Uhr, die ich aus Wien mitgenommen habe, dürfte sich wohl auch einen Urlaub gegönnt haben.

Gerade habe ich gehört, wie endlich bekannt gegeben wurde, dass Microsoft einen neuen CEO bestimmt hat – Satya Nadella, einst einer der Helden von Sun Microsystems, seit sicher über 20 Jahren bei Microsoft, wird der neue Boss in Redmond.
Find ich gut, der Typ hat Style und steht für echte Innovation … aber eigentlich sollte mir das recht egal sein – hier in Koh Lanta, einer kleinen Insel in Thailand, die dafür bekannt ist, dass die Leute hier früh schlafen gehen.

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Es ist bereits mein 4. Mal in Thailand … und irgendwie habe ich das Gefühl, dass es nicht mein letztes Mal gewesen sein wird.

Einmal „reboot“ bitte

Das erste Mal war ich 2006 in Thailand und wurde sehr schnell in den Zauber des Landes gerissen.
Damals habe ich wenige Tage vor meinem Rückflug nach Wien bemerkt, dass ich nicht mehr als SuperDuber Berater in der IT Branche arbeiten möchte und am Strand von Koh Phangan beschlossen, dass ich meinen Job kündigen werde, um danach – als kompletter Newbie – in der Kommunikationsbranche zu arbeiten.

Klingt gerade alles sehr überlegt, dem war aber zuvor ein kompletter Zusammenbruch meiner Wertewelt (Karriereleitern, Bonis, Auto, Status, geiler Jobtitel) vorausgegangen. Ja, daran war Thailand schuld.

Ich habe keine Ahnung, aber das lerne ich auch noch

Niko Alm, Chefe bei Super-Fi, war damals echt bereit, mir die Chance zu geben, als Quereinsteiger bei ihm zu starten.
Dem vorausgegangen war eine Email von mir, in der ich ihm schrieb, dass ich keine Ahnung von Kommunikation habe, aber alles lernen kann und dass ich es unbedingt möchte.

„Irgendwas mit Social Media und Digital“ wollte ich machen – hatte aber keinen Tau, wie komplex das werden wird, wusste ich nicht mal die Standard-Größen von Onlinebannern.

Im Nachhinein betrachtet war das „Bootcamp a la Alm“ (einmal habe ich ca. 72 Stunden im Büro verbracht – ohne Duschen 🙂 genau das Richtige – oder ich hatte nur verdammt viel Glück – und ich nach knapp 2,5 Monaten Projektleiter für digitale Projekte bei RedBull Mobile und Hutchison.

War eine echt geile Zeit, die nur mehr von der Umsetzung meines „Freizeitprojektes“ whatchado getoppt wurde.
Niko sagte mir noch, dass ich der Sache ruhig in meiner Freizeit nachgehen soll, solange es meinen Job nicht behindert.
Tja, im Endeffekt habe ich Oktober 2011 bei ihm gekündigt, um whatchado als „echte Firma“ zu gründen. Mitgenommen habe ich Niko dann auch gleich – heute ist er Business Angel bei whatchado.

Das ich mal einen Politiker (Niko ist bei NEOS in Wien an vorderster Front) dabei haben würde, hätte ich mir nicht gedacht – aber meine Lehrer dachten wohl auch nie, dass aus mir, der zwischen seinem 13. und 19. Lebensjahr stotterte, mal ein Unternehmensgründer wird, der an Schulen und Unis Vorträge über die richitge Berufswahl hält.

Und begonnen hat damals alles in Thailand

Eine Bekannte hat mich vor Kurzem gefragt, ob man derzeit sicher nach Thailand reisen kann – bekanntermaßen kämpfen derzeit (wieder) die Rothemden gegen die Gelbhemden um die Vormachtstellung in Thailand.
Austragungsort: Bangkok
Meine Antwort war die, die man hier seit Wochen hört: halt dich fern von Menschenansammlungen, meide Demonstrationen und gehe um Himmelswillen nicht zu einer Kundgebungen. Dann sollte es sich gut ausgehen.

Auch wenn es hier bei den Ausschreitungen schon Tote gab … hier in Koh Lanta fühlt es sich mit den Unruhen an wie in Meidling im schönen Wien – dem Ort, wo ich wohne … ganz weit weg und „irgendwie nicht meine Baustelle“.

In knapp 1,5 Wochen wird dies anders aussehen, wenn ich selbst 4 Tage in Bangkok verbringe.
Dann wird sich alles nur mehr um dieses Thema drehen, während ich in irgendeinem Cafe sitze und einen Fruchtshake in mich runterleere und mich wie immer wundere, wie billig es hier in Thailand ist, um dann den Euro wieder hochleben zu lassen.
Um ein Bild zu bekommen: ein warmes sättigendes Gericht am Strand kostet hier im Durschnitt 2-3 EUR.

Zwischen Thailand und Wien sind 6 Stunden Zeitverschiebung und gute 10 Stunden Flugzeit – geht man hier auf die Straßen, ist es eine andere Welt.
Die Menschen, die Temperaturen, das Essen, der Verkehr, die Zeit, der Himmel, der Geruch … alles ist anders, hat aber trotzdem – oder gerade deshalb – genau die richtige Mischung und Eleganz, die uns Europäer in den Bann zieht.

Ich komme hier immer wieder zurück, weil es ein Ort ist, der einem aufzwingt, das eigene Leben zu challangen … vieles kann oft so einfach sein, vieles belastet ohne Grund und und und … dutzende Gedanken, wie das Leben nicht besser sein sollte.
Und in Wien vergesse ich wieder die Hälfte und falle in alte Muster 🙂

Wenn die simplen Dinge überraschen

Bei einem Kochkurs, den ich heute belegt habe, wurden in ca. 5 Stunden 5 Gerichte gekocht und verputzt … und ich mitten drin als Koch meiner eigene Thai-Spezialitäten. Mann, war ich gut 🙂
Zugegeben, der Kochkurs war für richtige Touristen und ja, ich bin in dem Fall schuldig … Touri sein hat halt echt was, auch wenn ich die Zeiten als Backpacker noch nicht abgeschrieben habe (hey, mein komplettes Gepäck diesmal für 3 Wochen Thailand hatte nicht mal 6kg).

Unser Kochlehrer – an dem ein Kabarettist und Entertainer verloren gegangen ist – erzählte uns, dass er 3-mal täglich einen Kurs hält, wobei nicht alle 5 Stunden dauern würden.

Mehr verwunderte mich, dass er dies 7 Tage die Woche macht.

Auf die Frage, ob das denn nicht viel zu viel wäre, wenn er überhaupt kein Wochenende hat, gab er eine Antwort, die alles auf den Punkt bringt, warum wir uns selbst täglich in den Arsch treten sollten:

„Ich liebe was ich tue. Würde ich auch nur eine Stunde lang einem Job nachgehen, der mir keinen Spaß macht, wäre es ein weggeschmissenes Leben. So kann ich das, was mir Spaß macht, von früh bis spät tun und wenn ich müde bin, denke ich immer daran, dass es der beste Job der Welt ist und wie glücklich ich mich schätzen kann.“

Dieser Koch steht für all die Menschen, die ich weltweit in Regionen getroffen habe, denen es nicht so gut geht wie uns in Wien und die trotzdem – oder gerade deswegen – darüber sprechen, dass sie alle einem Beruf nachgehen (wollen), der sie durch und durch glücklich macht.

Egal ob Kuba, Indien oder in abgelegenen Teilen Thailands … überall trifft man Menschen, denen komplett bewusst ist, dass sie etwas finden müssen, dass sie glücklich macht – nicht nur nebenbei, sondern verdammt noch mal hauptsächlich.

Das Paradoxon, dass wir uns selbst auferlegen

Denke ich an Zuhause, wo mir erst vor Kurzem sogar der Geschäftsführer einer Karriereplattform sagte „ach Ali, die Leute wollen ja nur irgendeinen Job machen und den richtigen Beruf gibts für die gar nicht, das ist Wunschdenken“, werde ich unweigerlich mit all dem vergessenen Luxus und den damit verbundenen Denkschranken konfrontiert, die wir uns auferlegen:

* Wir leasen uns Autos, weil uns oft das Geld fehlt und wir zu faul sind, das beste Verkehrsnetz der Welt zu nutzen.
* Wir kaufen uns den größten Fernseher, damit wir uns danach über die Schrottsendungen auf 140 Sendern aufregen.
* Geben dutzende Euros aus, damit wir uns immer die neuesten Spielzeuge (früher als Telefon bekannt) leisten können, nur um dann wieder das Nächstbeste zu wollen
* Brechen wir uns den Arm, gehen wir ins nächste Spital – die Behandlung ist natürlich kostenlos.
* Haben wir Durst, kommt das Wasser fast schon magisch aus dem nächsten Wasserrohr und ja, wir können es bedenkenlos trinken.
* Wollen wir studieren, kostet uns das im Jahr ca. 700-800 EUR – macht in etwa die Ausgaben von 15-20 durchzechten Wochenende aus.
* werden wir arbeitslos, unterstützt uns eine der besten Einrichtungen ever, das AMS, mit Arbeitslosengeld.
* und haben wir eine kritische Meinung, können wir diese äußern, ohne dafür eingesperrt zu werden.

Gar nicht so schlecht, oder?

Wir wir unseren Tag nutzen

Wir schlafen ca. 7-8 Stunden, arbeiten ca. 8-12 Stunden (inkl. Fahrzeiten, am Abend über die Arbeit sprechen/nachdenken) und haben ca. 4 Stunden am Tag für etwas, dass sich dann „Leben“ oder „Freizeit“ nennt.
Bedenkt man, dass wir unter der Woche mind. die doppelte Zeit unserer Freizeit in der Arbeit verbringen, ist es schon fast lächerlich, dass wir mehr Planung und Neugier in unsere Freizeitgestaltung stecken, als sonst in die Tätigkeit, die den größten Teil unseres Lebens ausmacht.

Hilflosigkeit, der beste Freund der Bequemlickeit

Und wenn es eben darum geht, wie wir diese arbeitende Hälfte unseres Tages verbringen, setzt unsere Hilflosigkeit ein … dann sind wir Opfer, geben anderen die Schuld, dass der Job nicht so super ist und freuen uns auf das nächste Weihnachtsgeld und jeden Mittwoch schon auf das Wochenende, weil ja Montags schon die Unterbrechung der Freizeit wieder losgeht. Ach ja, und die 25 Tage Urlaub natürlich – ganz wichtig.

Selbst und ständig denkend – die Feinde aller Sicherheiten

Und denken wir an Selbstständigkeit – also daran, das eigene Tun in die Hand zu nehmen und der eigene Chef zu sein, selbst zu bestimmen, was wir tun, wann wir es tun und mit wem wir zusammenarbeiten möchten – überkommt uns die Angst, unsere Sicherheit zu verlieren – eine Sicherheit, die wir nie hatten und die sich im Grunde darum dreht, dass „sich eh wer anderer um uns kümmert“ – sei es Papa Staat, die Firma oder wer zum Henker noch da ist.

Und dann komme ich nach Thailand auf eine Insel, und der erste Thai, mit dem ich mehr als 5 Minuten spreche, erzählt mir ganz selbstverständlich, dass es seine Aufgabe ist, sein tägliches Glück selbst zu bestimmen.

Tja, so ein Kochkurs in Thailand hat schon was.

Ali
Koh Lanta, Februar 2014

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NY, Dubai und Brüssel – mehr als nur ein Traum

Ali Mahlodji und Jubin Honarfar in New York bei Peter Launsky-Tieffenthal, UNO

Ich sitze gerade in Washington (lustige Stadt, bisschen viel Security) und bekomme seit Tagen Anfragen, warum WHATCHADO derzeit in den USA ist, bzw. was wir vor Kurzem bei der UNO in New York gemacht haben.

Da ich meinen Blog eh schon seit einer Ewigkeit starten wollte, nehme ich das jetzt einfach mal als Anlass und schriebe hier über alles, was sich derzeit bei uns tut und mit dem Kapitel USA fange ich gleich an.

Jubin und ich waren erst kürzlich in New York bei der UNO, werden in Kürze nach Dubai weiter und ich bin Ende des Monats in Brüssel bei der EU.

Tja, und das alles trotz massiver Flugangst. Warum wir uns das antun? Naja, Eminem rappte 2002 schon richtig

You only get one shot, do not miss your chance to blow. This opportunity comes once in a lifetime.

Naivität ist alles

Als ich mit 14 Jahren die Idee zu WHATCHADO hatte und Anfang 2012 mit Jubin, Stefan, Manuel gründete, wollten ich immer, dass diese Idee die ganze Welt erreicht und ein Handbuch der Inspiration wird, dass Menschen jeden Alters hilft, ihre Berufung zu finden.

Glücklicherweise waren damals meine Co-Founder genauso naiv wie ich und dachten, dass sich das echt ausgehen könnte.

Knapp 14 Monate nach der Gründung erreichen wir monatlich über 100.000 User und schaffen mittels des WHATCHDAO Interessensmatchings das, was wir immer wollten: Menschen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht und äußeren Einflüssen – näher zu bringen, was sie mit ihrem Leben anfangen können. Und zwar eben durch die 4-Augen-Stories von anderen Menschen, mit denen die selben Interessen und Neigungen geteilt werden.

Oft genug stehen wir in unserem Büro beieinander und können es kaum fassen, was sich in dieser kurzen Zeit getan hat. Nach über 1000 Stories, die wir eingesammelt haben, über 50 Unternehmen und über 20 Partner, die an uns glauben und einem unglaublich tollen Team von über 20 Helden hören wir oft genug, dass wir „es geschafft hätten“. Und manchmal komme ich in Versuchung es auch fast zu glauben. Aber eben nur fast.

So, what’s next?

Ideen sind nur so gut wie deren Umsetzung. Bei meinen Vorträgen zu StartUp Themen predige ich gerne, dass Ideen nur 1% des BigPicture sind. Die echte Kunst liegt in den restlichen 99% der Umsetzung. Darauf kommt es an, aber leider ist dies der Part, der oft vergessen wird.

Nun, ich habe vorhin erwähnt, dass WHATCHADO immer dafür gemacht war, Menschen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht und äußeren Einflüssen – ihrer Berufung näher zu bringen. Und da es in der heutigen Welt gut sein kann, dass die eigene Berufung grenzübergreifend zu finden ist, wäre es von uns vermessen zu behaupten, dass wir unsere Mission auch nur annähernd erfüllt hätten.

Mein Lieblingsszenario ist ja, dass eine Person in Österreich, egal ob 14, 24 oder 34 Jahre alt, durch unser Matching und der Story einer anderen Person auf WHATCHADO, die irgendwo auf der Welt lebt, herausfindet, was er oder sie alles mit dem eigenen Leben anfangen kann und dadurch die eigene Perspektive erweitert.

Und um das zu erreichen, brauchen wir Stories aus der ganzen Welt.

Wenn man bedenkt, dass wir nie gefragt wurden, wo wir geboren werden möchten, aber nur 80-100 Jahre zu leben haben und in dieser Zeit unser (berufliches und privates) Glück finden sollen, liegt es auf der Hand, dass wir eine Art Landkarte oder eine Übersicht brauchen, die uns aufzeigt, was wir weltweit alles machen können. Und genau diese Lücke soll WHATCHADO ja schließen und genau daher sind wir im Mai auf 3 Kontinenten unterwegs, um Kooperationspartner und Gleichgesinnte zu finden:

1. Station: Anfang Mai – UNO Headquarter, New York bei Peter Launsky-Tieffenthal, Leiter der Presseabteilung der Vereinten Nationen

Wir hatten das irre Vergnügen, WHATCHADO am 1. Mai in New York dem Leiter der weltweiten Kommunikation der UNO und weiteren 6 Personen aus dem Bereich Kommunikation und HR vorzustellen. Die UNO kennt jeder Mensch, was die UNO genau macht, bzw. die Menschen dahinter, ist aber vielen nicht bekannt. Und genau hier kommen wir ins Spiel.

UNO New York

Das Meeting dauerte doch 1,5 Stunden und Anknüpfungspunkte gibt es mehr als genug, welche in den kommenden Monaten in Follow-Ups bearbeitet und evaluiert werden.

Ali und Jubin beim neuen Sicherheitsrat

Jubin und ich beim neuen, noch nicht eröffneten, Sicherheitsrat

Für Jubin, mich und das ganze Team war es das bisher größte Highlight unserer jungen StartUp-Geschichte. Wir haben definitiv gesehen, dass WHATCHADO ein internationales Thema ist und dass wir mit unseren Kommunikationskonzept, bestehend aus individuellem Social-Match, geführtem Storytelling und Gleichbehandlung auf Augenhöhe Probleme und Herausforderungen lösen können, der heute viele Organisationen und Unternehmen gegenüber stehen.

4aa04c15cca9a073b9c5af2c840c328b3db61db3New York ist eine unglaubliche Stadt und dass der Leiter der Kommunikation der UNO ein Österreicher ist, hat uns echt stolz gemacht: Peter Launsky-Tieffenthal, ehemaliger Sprecher des Außenministeriums, und seit Mai 2012 ranghöchster Österreicher bei der UNO hatte sich mit seinem Team echt lange Zeit genommen um mit uns über mögliche Anknüpfungspunkte zu diskutieren.

Glücklicherweise haben wir gesehen, dass unsere Ambitionen, die Plattform international auszurichten (jaja, Update in Kürze), genau zur richtigen Zeit kommen und auf offene Ohren stoßen. Ich werde hier in Zukunft öfters Updates geben, wie es bei der Zusammenarbeit mit der UNO weitergehen wird.

Aber jetzt mal zur nächsten Station, die WHATCHADO im Mai noch erwartet.

2. Station: Mitte Mai – Dubai, 8th Annual Human Assets Expansion Summit MENA

Zurück aus New York geht es für WHATCHADO gleich danach nach Dubai zur 8th Annual Human Assets Expansion Summit MENA:

The 8th Annual Human Assets Expansion Summit MENA 2013 aims to connect HR professionals from leading organisations in the region and recognise individuals and organisations for excellence in the HR function.The three days are designed to facilitate knowledge sharing regarding the most pressing issues facing HR professionals in the region.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie blöd wir geschaut haben, als die Veranstalter uns als Speaker zur Konferenz eingeladen haben 🙂

Wir sind eingeladen worden, über WHATCHADO und Employer Branding im globalen Recruiting zu sprechen und mit zu diskutieren. Weiters werden wir dort auch den größten Workshop zum Thema Employer Branding mit ausgewählten HR Experten des asiatischen Raumes leiten.

Jubin wird im Zuge dessen in Dubai an allen 3 Tagen aktiver Teil des Summit sein und vor Ort das Haus rocken – solange sie ihn lassen 🙂

3. Station: Ende Mai – Brüssel, European Youth Week 2013

Ich war recht baff, als ich Anfang des Jahres erfahren habe, dass ich als European Youth Ambassador nominiert bin und daher nach Brüssel zur europäischen Jugendwoche eingeladen bin, um dort mit Vertretern der EU über den Jugendarbeitsmarkt Europas und unseren Ansatz bei WHATCHADO zu diskutieren. Was ich jetzt schon weiß, werden Vorträge und Podiumsdiskussionen sich abwechseln 🙂

Zu verdanken habe ich die Nominierung und die Einladung der österreichischen Initiative „Jugend in Aktion“, die bereits 2011 WHATCHADO bei den ersten ehrenamtlichen Schritten unterstützt hat und der wir sehr viel verdanken.

Mein Part wird unter Anderem sein, WHATCHADO als Vorzeigeprojekt für ein gemeinsames Europa zu positionieren. Als geborener Perser mit wiener Dialekt, der in Österreich ein neues Zuhause gefunden hat und der sich seit seiner Jugend als Europäer sieht, ist mir dies eine riesengroße Ehre, der ich hoffe, gerecht zu werden.

Stellt euch mal vor, WHATCHADO wird als Kommunikationskonzept in mehreren Ländern weltweit eingesetzt und in Anbetracht der örtlichen Herausforderungen ausgebaut … wär schon sehr cool, oder?

Mal schauen, wie weit das WHATCHADO Team kommt 🙂

Step by Step – vom Hudeln kommen die Kinder

Doch bevor wir die ganze Welt erobern, haben wir in Österreich und bei unseren Nachbarn noch genug zu tun, müssen hier WHATCHADO noch stärker ausbauen und besser machen und werden die deutschsprachigen Länder in den kommenden 6-12 Monaten mit einigen Neuigkeiten überraschen, die unsere Ambitionen untermauern.

Mich würde es sehr interessieren, wie ihr unsere Ambitionen seht. Irre, größenwahnsinnig oder doch am richtigen Weg? Bitte tobt euch aus, freue mich über jedes Feedback, solange konstruktiv und ehrlich.

Danke!