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Stachel im Fleisch

Nach den Regeln anderer spielen: das können wir.

Einen Test schreiben und danach bewertet werden, was jemand anders von uns will: das können wir.

Tun, was die Gesellschaft will, ohne zu hinterfragen, wer denn diese eine Gesellschaft jetzt ist und ob sie recht hat: das können wir.

Aber wollen wir?

Die Welt steht gerade (eigentlich so wie immer) im Umbruch … jedoch ist dieser anders als alles bisher dagewesene: die schiere Anzahl an Herausforderungen, gepaart mit Unsicherheiten und kollektiver Hysterie, zeigen uns, dass es so nicht mehr weitergehen kann.

Ich finde das gut.

Ich denke es wird Zeit, dass die Dinge zerbrechen, die nichts mehr mit der Natur unserer Generation zu tun haben. Ich denke, wir sollten langsam die Regeln in Frage stellen, die vielleicht zum damaligen Zeitpunkt ihres Erschaffens Sinn hatten, aber heute nicht mehr als Barrieren der Gedanken sind, und sie niederreissen.

Doch wer macht sowas? Wer stellt bestehende Systeme, Themen, Regeln ohne Sinn in Frage?

„Die anderen“ werden einige sagen. Ja, das stimmt. Es gibt auf der Welt diese Revoluzzer, die jedoch schon immer „das System“ in Frage gestellt haben.

Doch sich auf die mündige Stimme anderer zu verlassen, lässt uns unsere Mündigkeit, unsere Selbstwirksamkeit und unser Selbst-Bewusstsein auf Sparflamme schalten und das sind alles Andere als Zeichen einer Gesellschaft, die ihre Zukunft selbst in die Hand nimmt.

Was wäre, wenn jeder und jede von uns, die im eigenen Umfeld bemerkt, dass einfach etwas nicht mehr stimmen kann, selbst zu diesem Revoluzzer wird. Nicht zu Einem, der die Straßen anzündet, sondern zu der Art von Mensch, die hinterfragt und den Mund aufmacht, um darauf hinzuweisen.

Ich denke, wir dürfen es nicht so weit kommen lassen, dass erst die Straßen brennen, bis wir einen gesellschaftlichen Wandel haben. Eher denke ich, dass wir ein inneres Feuer in uns entfachen müssen, um darauf hinzuweisen, dass es uns nicht egal ist, wie unser Land, unsere Region oder unsere gemeinsame Politik und die Empathie der Gesellschaft gelebt werden.

Was wir brauchen ist, dass es wieder Menschen gibt, die zum Stachel im Fleisch werden. Dieses nervende Gefühl, dass da konstant irgendwas ist, mit dem nicht gut Kirschen essen ist.

Sei es der Arbeitsmarkt, die kulturelle Schere zwischen arm und reich, wie wir die älteren Menschen in unserer Gesellschaft behandeln oder wie sehr wir die Jugend sich selbst überlassen.

Diese wenigen, doch für uns Menschen schicksalshaften, Themen sind es, die sich erst dann verändern werden, wenn der Druck der Veränderung aus der Mitte der Gesellschaft entsteht.

Niemand von uns muss morgen ein ganzes System niederreissen, doch es reicht, sich jeden Tag die Frage zu stellen, ob man das alles so hinnehmen mag, wie es ist und wenn nein, was man selbst im ganz Kleinen dagegen tun kann.

Alles, was in unserer heutigen Form existiert, war eines Tages ein Gedanke im Kopf eines Menschen.

Wer mit etwas unzufrieden ist, der soll nicht nur mit dem Finger drauf zeigen, sondern mitdenken, wie eine Alternative aussehen kann und dann verdammt noch mal den Hintern hochbekommen und dafür sorgen, dass diese das Tageslicht erblickt.

Sei ein Stachel im Fleisch, sei nervig und stelle in Frage, was aus deiner Sicht eine schiefe Optik hat. Warte auf niemanden.

Und wartest du auf ein Zeichen? Hier ist es.

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warum gerade HC STRACHE beweist, wie wichtig Überparteilichkeit ist

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber heute habe ich an einem Tag mehr über Neutralität gelernt, als in meinem bisherigen Leben.

Wir haben diese Woche HC Strache interviewed – genauso wie wir bisher knapp 2000 Menschen interviewed haben und es weiter tun werden. Die darauf entstehende Kritik hat mich in ihrem Niveau nur etwas sehr irritiert.

Als Privatperson wollte ich die Kritik an unserem whatchado Interview mit HC Strache nicht kommentieren – als Gründer und Geschäftsführer von whatchado und damit verantwortlich für ca. 30 Mitarbeiter muss ich einiges richtig stellen, damit weitere Diskussionen gar nicht erst aufkommen und auch unser Standpunkt klar gestellt ist.

Überparteilichkeit (nach Wikipedia):

Der Begriff der Überparteilichkeit ist das abgeleitete Substantiv von überparteilich und bedeutet im weitesten Sinne Neutralität und Unabhängigkeit. Im engeren Sinne des politischen Verständnisses bedeutet überparteilich vor allem, über den Parteien stehen, bzw. nicht von ihnen abhängig zu sein. 

Wir haben am Montag dieser Woche HC Strache die selben 7 whatchado Fragen gestellt, die wir bisher über 2000 Menschen (online haben wir derzeit über 1500) gestellt haben.
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Das Interview ist im Zuge einer Aktion entstanden, bei der wir derzeit alle Spitzenpolitiker vor die whatchado Linse bitten und diese dann kurz darauf im Live Hangout mit Usern zusammenbringen, die dann live Fragen stellen können.
Erst kürzlich haben wir Matthias Strotz (NEOS) und Eva Glawischnig (Grüne) bei uns auf whatchado begrüßt und werden in wenigen Wochen auch andere Politiker vor die Linse bitten.
Und diese Woche war es eben HC Strache.

Wir wussten natürlich, dass HC Strache als Mensch und Obmann der FPÖ polarisieren wird, haben aber keine Sekunde gezögert, ihm auch unsere 7 Fragen zu stellen.
Mir war klar, dass der eine oder andere die Nase rümpfen würde, aber teilweise blieb mir echt die Spucke weg, womit das Interview kommentiert wurde.

Mediengeilheit, Reichweitenerhöhung, “ist gut für die Zugriffsquote” und weitere Vorwürfe, die klar der Kategorie “Wirtshauswissen” entsprungen sind.
De facto wurde meinem Team und mir vorgeworfen, dass wir einen großen Fehler machen, HC Strache eine Bühne zu geben und wir dies aus Gründen der Zugriffsquote tun.

Ja, das kann man uns alles vorwerfen und noch viel mehr und ja, viele werden es weiter tun.
Wer etwas nachdenkt – also wirklich denkt – wird recht schnell sehen, was wir bei whatchado wirklich gemacht haben: nämlich einfach eine weitere Person, diesmal eben einen weiteren Politiker, vor die Linse gebeten. Klar wussten wir, dass dieser polarisiert, aber das tun andere Politiker auf ihre Art und Weise auch.

Diskriminierung beginnt mit Ausgrenzung und einer Portion Willkür

Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher

George Orwell in Die Farm der Tiere

Ich habe eine Zeit meines Lebens in Traiskirchen, einem Flüchtlingsheim vor den Toren Wiens, verbracht. Ich habe als Ausländer und “Tschusch” aus Simmering erlebt, was echte Diskriminierung bedeutet und es begann immer mit Ausgrenzung, dem Ursprung jeden Übels.
Wer mich kennt, weiß wie ich zu politischen Themen der FPÖ stehe und weiß auch, dass ich bei den letzten Wahlen den NEOS meine Stimme gegeben habe. Das ist kein Geheimnis.

Wenn wir bei whatchado alle Spitzenpolitiker interviewen, aber eine Person ausgrenzen, weil diese von der Ideologie stark polarisiert, wären wir nicht mehr glaubwürdig und würden gegen unsere eigenen Prinzipien der Gleichbehandlung arbeiten.

whatchado ist neutral – ohne wenn und aber

Unsere Mission ist die Darstellung der Vielfalt in der Arbeitswelt aus einer neutralen Ecke, solange alles im rechtlichen Rahmen ist und sich alle Beteiligten an das whatchado Prinzip halten.
Und dazu gehören alle Seiten – auch die der Politik.

Fakt ist, dass die FPÖ und HC Strache demokratisch gewählt worden sind (jaja, am Ende wills keiner gewesen sein) und sich damit in einer Demokratie ihren Platz erarbeitet haben – egal ob mir als whatchado Chef gefällt, was inhaltliches Parteiprogramm ist oder nicht. Das gilt für die FPÖ, aber auch für jede andere Partei und jede andere Einrichtung, bzw. Organisation.

Solange alles rechtens ist und alle Interviewpartner sich AN UNSER Konzept halten, ist jede/r willkommen.
Das war immer so und wird immer so bleiben.
So gehen wir mit jedem Interviewpartner, jedem Unternehmen und jeder Organisation um – alle müssen, wenn sie bei whatchado vertreten sein wollen, sich an unser Konzept und unsere Mission halten. Ohne Ausnahmen.

DerStandard weigert sich <bitte Name des gewünschten Politikers einsetzen> zu interviewen

Ja, das wäre wohl eine Headline, die sich viele Kritiker und selbsternannten Beschützer der guten Sitten wünschen würden.
Wäre es okay? Nein, natürlich nicht.
Warum? Weil dadurch die Berichterstattung einseitig wäre und alle Eckpfeiler des guten Journalismus mit Füßen getreten werden würden und darüber wird auch nicht diskutiert, weil es unvorstellbare wäre, dass unsere Medien plötzlich eine Partei ausschliessen, weil deren Ideologien polarisieren.

Und genau so ist es bei whatchado – wir sind überparteilich, neutral und halten an unseren Prinzipien der Gleichheit fest – solange alles rechtens ist, sich die Interviewpartner an unsere Fragen halten und kein Mensch beleidigt wird.

Bühne bekommt, über wen geredet wird

Jeder kennt die HUMANIC Werbungen von früher, die teilweise keinen Sinn ergeben haben.

Aber sie haben stets ihren Sinn erfüllt: alle, die diese damals im TV gesehen haben, kennen diese heute noch.
Werbung wirkt dann, wenn Menschen darüber reden – es zählt gar nicht so das inhaltliche, es zählt in erster Linie, dass man darüber spricht.

Bei whatchado versuchen wir, allen die selbe Bühne zu geben und die Stories gleichmäßig zu promoten – Unternehmen, die sich bei uns bessere Platzierungen wünschen, verweisen wir auf die hinteren Plätze, da man sich bei uns keine Platzierungen oder “bessere Promo” wünschen, bzw. erkaufen kann.
Genauso verhält es sich mit der Promotion unserer Politiker-Interviews, die wir derzeit führen. Matthias Strotz, Eva Glawischnig und auch HC Strache haben alle die selbe Bühne bekommen und das ist nur fair und korrekt.

Die Kritiker, die unser whatchado Interview mit HC Strache als “weitere Bühne” bezeichnen und im selben Atemzug anfügen, wie falsch sie dies finden, will ich darauf hinweisen, dass genau sie es sind, die dem Ganzen eine größere Bühne geben als notwendig.
Wie auch in der Werbung gilt „Bühne bekommt, über wen geredet wird”.
Sogar bad news sind besser als keine News 🙂

Wir geben allen Interviewpartnern die selbe Bühne, welche regelmäßig von neuen Stories befüllt wird – nicht mehr und nicht weniger.
Wer etwas anderes hineininterpretiert hat den Sinn der Übung nicht verstanden.

Warteschlange ist Warteschlange

Steht jemand im Supermarkt in einer Warteschlange und wird ganz normal bedient, spricht man von einem normalen Vorgang.
Steht diese Person aber in der Warteschlange und wird von der Kassiererin vorgelassen, spricht man von Bevorzugung.

Haben wir HC Strache wie alle anderen Politiker behandelt und promotet: Ja
Haben wir HC Strache in irgendeiner Art und Weise mehr gepusht: Nein

Abschließen möchte ich diesen Post mit einem Satz, den meine Deutschlehrerin geprägt hat und an den ich heute oft denken musste:
„Oft ist das Gelesene nicht das Geschriebene.”

Gute Nacht,
Ali

 

PhotoCredits:

http://www.hoesti.de/

http://www.parlament.gv.at/