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BTV Trophy

Demut, der Spiegel unserer Gedanken

Gestern habe ich gelernt, was wahre Größe und Demut bedeutet.

Ich war eingeladen, im Finale einer großen Marketing-Trophy zu sprechen, bei der die besten Marketing-Konzepte von HAK-SchülerInnen gekürt wurden.

Bevor der Sieger bekannt gegeben wurde, wurden die beiden besten Teams auf die Bühne gebeten – die Spannung war extrem hoch, was auch an den 300 Schülern und ihren Lehrern lag, die im Publikum mitfieberten.

Auch im Finale waren zwei SchülerInnen, die gemeinsam ein tolles Projekt eingereicht hatten und vor der Verlautbarung über das Gesicht strahlten und sich einfach freuten, dass sie dabei waren.

Dann das Ergebnis: sie hatten den zweiten Platz erreicht, nicht den ersten.

Und dann passierte das Interessante … Keine der beiden Mädchen wirkte geknickt oder enttäuscht. Es wirkte sogar so, als ob ihnen noch mehr bewusst wurde, wie weit sie es geschafft hatten.

Ich sprach nachher noch mit Beiden, weil ich ihnen zu ihrer Reaktion und ihrer Stärke gratulieren und sie etwas aufbauen wollte.
War aber nicht wirklich notwendig, weil sie – entgegen meiner Erwartungen – wirklich überglücklich waren, dass ihre Idee es so weit geschafft hatte und sie auf der Bühne stehen durften.

Sie erzählten mir, dass sie jetzt feiern gehen – etwas, das ich auch nicht erwartet hatte.

Ich habe in den letzten Jahren viele Preisverleihungen und Events erlebt, wo es immer einen Erstplatzierten und damit auch gleichzeitig immer Menschen gab, die es eben nicht auf den 1. Platz geschafft hatten. Nirgends ist der Grat zwischen Freude und Kummer so schmal, wie bei einer Preisverleihung, wo nur mehr wenige Teams im Finale stehen.

Bei Erwachsenen habe ich oft gesehen, dass sich diese zwar „offiziell“ für die Erstplatzierten freuen, aber ihre Körperhaltung und die Stimme deutlich zeigen, dass sie es den anderen nicht vergönnen und eigentlich stinksauer sind.

Gestern Nachmittag wurde ich von diesen Schülerinnen eines besseren belehrt, denen es wirklich nur um das Dabeisein ging – einer Tugend, die zwar immer wieder bei Wettkämpfen genannt wird, aber von uns Erwachsenen wenig gelebt wird.

Zu groß ist unser Fokus auf „Wettkampf“ als Mittel, um ganz oben zu sein – wissentlich, dass dies immer bedeutet, dass jemand anderer „schlechter“ ist als man selbst.

Konkurrenz wurde viele Jahre als das Allheilmittel im Business gesehen – dass Kooperation aber mehr bringt und weniger Verlierer zurück lässt, haben dabei viele vergessen oder übersehen.

Im Laufe der letzten vier Jahre hat sich immer wieder gezeigt, dass starker Fokus auf den Wettbewerber einen selbst vom Weg abbringt und mehr für Neid und Zorn sorgt, als es einem hilft.

Ich selbst war ein Mensch, der sich sehr schwer tat, anderen Menschen & Projekten eine bessere Platzierung zu gönnen. Was ich daraus gelernt habe war, dass es mir selbst nicht gut tat.
Anstatt mich auf meine Zukunft und meine Stärken zu konzentrieren, hatte ich immer im Blick, was mir „gerade fehlt“, damit ich aufschliessen kann.

Wachstum und Größe entstehen durch den Fokus auf das, was man kann und erreicht hat – nicht mittels Abgleich mit anderen. Wenn man sich immer mit anderen vergleicht, wird man immer verlieren, weil es immer jemanden geben wird, der das Eine oder Andere einfach besser macht.

Oft höre ich auch, dass Menschen oder Teams unzufrieden mit sich selbst sind, weil sie sich im letzten Jahr nicht „so sehr“ gesteigert haben, wie es gerne wollten – dabei vergessen wir, dass wir hier von „nur“ 365 Tagen sprechen.

Was ich gelernt habe ist, in 1000-Tagen Zyklen zu denken.
1000 Tage sind ca. 3 Jahre und das ist eine Zeitspanne, in der man Veränderung und Fortschritt erkennt, weil sich hier auch Auswirkungen bestimmter Entscheidungen zeigen.

Vergleiche ich mich selbst mit vor einem Jahr, kann ich sagen, dass ich mich in jedem Aspekt etwas weiterentwickelt habe – kann aber nicht sagen, ob das auch nachhaltige Entwicklungen sind.

Vergleiche ich mich aber mit mir vor 3 Jahren, kann ich sagen, dass ich alle meine Träume weit übertroffen habe und viele Dinge sich verfestigt haben, die vor 3 Jahren nicht möglich gewesen wären und einfach ihre Zeit gebraucht haben.

Wir denken zu oft, dass wir Rennmaschinen sind, die im Wettkampf mit anderen Rennmaschinen stehen und sind enttäuscht, wenn wir das Rennen nicht als Erster gewinnen.

Die Frage ist aber, wer uns wirklich zwingt, dieses Rennen zu fahren – wir selbst oder unser Umfeld?
Ich denke nicht, dass wir über sieben Milliarden VERSCHIEDENE Menschen auf dieser Welt sind, damit wir uns dann miteinander vergleichen.

Diesen Vergleich können wir nur verlieren … oder wir machen es wie die beiden Schülerinnen und zeigen Demut vor dem, wie weit wir gekommen sind.
Glücklicher und lebenswerter macht es unsere Zukunft alle Mal.

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  • Adrian

    Wahre worte! Es geht um dich und keinen anderen in deinem Leben.