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TrennungNeubeginn

Trennung, der wahre Neubeginn

Ein Vorteil wenn man viel unterwegs ist (70+ Flüge letztes Jahr) zeigt sich darin, dass man viel Zeit allein verbringt.

Manchmal kann das ein sehr einsames Gefühl sein – nein, es ist immer ein einsames Gefühl, gerade wenn man öfters den letzten Flieger nimmt – aber oftmals ist es auch eine wunderschöne Zeit, um zu reflektieren.

Wenn man in einem Unternehmen operativ tätig ist und sich nicht regelmäßig herausnimmt, übersieht man am Ende des Tages die wichtigste Person, um die man sich kümmern muss … sich selbst.

Letztes Jahr habe ich mir vorgenommen, Zeit zum Reflektieren nicht mehr dem Zufall zu überlassen und habe damit gekämpft, mich von Ablenkungen zu befreien, die ich mir selbst geschaffen habe. Ich dachte allen Ernstes, dass ich dies in wenigen Monaten bewerkstelligen könne. Im Endeffekt brauchte ich fast ein Jahr, um mich in eine Position zu bringen, in der ich mich frei, produktiv, glücklich und erfolgreich bewegen konnte.

Ich arbeite keine Minute weniger als früher, aber ich habe mein mentales Setting und meine Gedanken umstrukturiert und damit auch, wie ich den Tag lebe und wahrnehme.

Über den ganzen Prozess zu erzählen wäre zu weitreichend – vielleicht mache ich das ein anderes Mal, aber was ich hier niederschreiben möchte, ist der Einfluss, den mein Umfeld auf mich hatte und hat.

Ich erkannte letztes Jahr zunehmend, dass ich mich teilweise mit Menschen umgab, die ein anderes Bild von Erfolg hatten als ich. Ich erkannte, dass ich von Menschen umgeben war, die ein anders Bild auf den „Menschen als Mitarbeiter“ hatten und auch, dass ich viel von Menschen umgeben war, die nur in knallharten Zahlen dachten. Hinzu kamen auch Menschen, die nur Zeit mit Einem verbrachten, wenn dieser ihnen auch etwas brachte.

Teilweise kam ich mir vor wie ein Zahlungsmittel, dessen Wert befristet war und zwar solange, wie ich in den Augen anderer „funktionierte“ und deren Erfolgswelt lebte.

Ich musste erst lernen meine Werte zu festigen und zu leben und mich dann von all jenen zu trennen, die meine Weltsicht blockierten und trübten. Bitte nicht falsch verstehen, diese Personen haben nichts „Böses“ gemacht – sie waren sie selbst und das ist gut so. Nur passte deren Weltbild nicht zu meinem Bild des Jetzt und der Zukunft und so schwächte ich mich selbst konstant, in dem ich Zeit mit ihnen verbrachte.

Dieses Wochenende saß ich mit Peter zusammen. Er war mal Fussballprofi, was für viele schon ein Traum ist, brach diese Karriere (in den Augen anderer) abrupt ab und lebt heute als Autor, Inspirator und Projektinitiator von Jugendprojekten. Er ist einer der wenigen Menschen, bei denen ich mich nach unseren Treffen „aufgeladen“ fühle und zwar auf 140% … und das an schlechten Tagen. 🙂

Das Traurige daran … dass ich dieses Gefühl viele Jahre nicht kannte.

Schuld war ich selbst, verbrachte ich doch zu viel Zeit mit Menschen, die an mir saugten, wo sie etwas benötigten, aber ebenso meine Sichtweisen in die Schublade „werd erwachsen“ steckten. Nach solchen Gesprächen war ich zumeist den ganzen Tag in einem seelischen Tief.

Wer sich einmal Zeit nimmt, erkennt selbst, bei welchen Menschen wir nach dem Gespräch mehr Energie haben als zuvor und bei welchen Menschen wir danach am Besten einfach vor dem Fernseher rumlungern wollen.

Mit Peter spreche ich z.B. über Träume und Vision so wie andere über die nächste Überweisung ihrer Miete sprechen.

Für uns ist das „Realität werden“ von Träumen und Vision genauso real, wie für andere der nächste Steuerausgleich.

Ich war schon immer so und dachte bis vor einigen Jahren noch, dass ich ein Spinner bin – mein Problem war aber eher, dass ich nur im falschen Umfeld war. Einem, das ich mir selbst ausgesucht hatte, ohne darüber nachzudenken, ob es mich genauso förderte wie ich die Menschen darin.

Heute habe ich eine Liste gemacht mit Menschen, bei denen „meine“ Themen als das Normalste auf der Welt betrachtet werden und die ich als Freunde zählen kann. Es sind fast genauso viele „Freunde“, wie noch vor einigen Jahren, aber mit einem kleinen Unterschied. Mehr als die Hälfte der Namen von früher sind nicht mehr auf der Liste.

Klingt auf den ersten Blick schade, aber am Ende des Tages ist es die beste Lösung und zwar für alle Seiten. Die Freunde von früher, die mich als Spinner abstempelten, haben nun andere Freunde, die ihre Sprache sprechen und ich habe den Fokus auf die gelegt, die mit meiner Sichtweise etwas anfangen können.

Die lehrreichste Lektion in diesem Prozess war eine, die schmerzhafter nicht hätte sein können.

Ich musste erst lernen, dass man sich im Leben zuerst von den Dingen, die man in seiner Zukunft nicht mehr haben möchte, trennen muss, damit die Dinge, die einem die Zukunft ausfüllen sollen, erscheinen.

Zu oft sind wir unzufrieden mit etwas, wissen auch warum und haben uns und allen Freunden schon zig mal erzählt, dass wir es hassen, aber trennen uns nicht davon. Lieber reden wir uns ein, dass wir uns neben diesen Dingen, die uns runterziehen, etwas aufbauen können, das das Negative ersetzt und dann erst den Wechsel oder die Trennung vollziehen.

Dabei vergessen wir, dass unser Fokus im Leben begrenzt ist. Wir können nicht täglichen mit etwas Negativem leben und nebenbei etwas Großartiges und Wundervolles aufbauen.

Man kann nicht in einer katastrophalen Beziehung leben und dabei in aller Ruhe eine wundervolle Beziehung nebenbei aufbauen. Wer ehrlich zu sich selbst und seinem Umfeld ist, trennt sich und macht dann erst Raum frei für eine neue Beziehung.

Und so ist es bei allem im Leben. Ein katastrophaler Job lässt uns gar keine Kraft, nebenbei und in akzeptabler Zeit unseren Traumjob zu bauen. Manchmal muss man kündigen und ist dann „frei“ für etwas Neues.

Und so musste ich letztes Jahr lernen, dass unser Umfeld, also die Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen, eigentliche die geheime Macht sind, die uns formt … das Gute ist, wir können uns diese selbst aussuchen.

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  • Karin

    Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ist kein leichter Weg aber ich bereue meine Entscheidung keine Sekunde.

  • Gerhard Kürner

    Gratuliere Dir zu diesem Prozess. Ich habe etwas mehr als 2 Jahre gebraucht :)……….
    ps. Mir gings mit Dir so wie Dir mit Peter (wenn auch seltener)