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Worauf wir warten

Dieser Post ist allen gewidmet, die an meinem Geburtstag an mich gedacht haben und mir vor Augen geführt haben, warum ich so dankbar für dieses Leben bin.

„Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt“ …

… wir kennen diesen Satz.

Entweder, weil ihn uns unsere Umgebung mitteilt, in der Hoffnung eine gute Ausrede zu haben, etwas vor sich herzuschieben oder wir hören uns selbst, wie wir diesen Satz aussprechen … und dabei beginnen, diese Selbstlüge selbst zu glauben.

„Jetzt noch nicht, es ist nicht der richtige Zeitpunkt“ ist mir in den letzten Jahren als eine der größten und einflussreichsten Gedankenblockaden begegnet. Egal ob bei hunderten von Schülern, von Unternehmensleitern oder von Menschen in meiner nahen Umgebung.

Was diese alle gemeinsam haben? Sie sind Menschen. Menschen mit Ängsten und Befürchtungen. Ungeachtet ihrer Position oder ihres Alters oder ihres Geschlechtes.

Wann immer ich selbst auf diese Blockaden bei Anderen stoße, beginne ich wie manisch zu hinterfragen, auf was die Person denn wartet. In 99% der Fälle gibt es hierauf keine Antwort, die ihre Grundaussage untermauert, sondern eher dessen Daseinsberechtigung in Frage stellt.

Im Grunde – und seien wir uns ehrlich – ist die Aussage „Jetzt noch nicht, es ist nicht der richtige Zeitpunkt“ eine Selbstlüge, mit der wir uns rausreden, wenn wir etwas nicht machen möchten … aber wissen, dass es irgendwann zu machen ist.

Anderen Ratschläge zu geben ist dabei immer leichter als es selbst zu tun. Das wissen wir auch und wer das nicht zugibt, der war noch nicht an seinen Grenzen.

Ich bin vor wenigen Tagen 35 Jahre alt geworden. Das sind ca. 12770 Tage, die auf dieser Erde in Menschenform unterwegs bin.

Vor 10 Jahren habe ich noch wie verrückt „den Sinn“ des Lebens gesucht, heute weiß ich, dass alle Antworten schon immer da waren und ich nur nicht bereit war, mein Tempo runterzufahren und abzuwarten, all diese Antworten präsentiert zu bekommen. Zu „wild“ und „ungestüm“ war ich, um zu erkennen, dass Gehen mehr Achtsamkeit schafft als durchs Leben zu hetzen.

Ja, 35 ist kein Alter … zeitgleich sind es 12770 Tage an Lebenserfahrung.

Bill Gates meinte mal, dass ein Mensch überschätzt, was er in einem Jahr schafft, aber unterschätzt wie viel er in 10 Jahren schafft.

Nun, mit meinem 35 Jahren habe ich schon 3,5 Dekaden hinter mir und noch knapp 7 vor mir (ich werde nämlich 102 Jahre alt, echt jetzt).

Blicke ich heute auf die letzten Jahre zurück, merke ich, dass ich erst ab dem 30sten Lebensjahr bereit war, zu reflektieren und das letzte Jahr mir beim Zusammenfassen meiner Erlebnisse, meiner Freuden, aber auch meiner Narben geholfen hat.

Ich habe gelernt, dass es Dinge gibt, die man nicht aufschiebt … Dinge, die wichtiger sind als all die Alltagsdämonen, die unsere Zeit fressen und die wichtigen Dinge in den Schatten stellen.

Ich habe gelernt …

… dass wir nicht warten dürfen, damit „die richtige Zeit da ist“, um mit unseren Freunden Zeit zu verbringen.

… dass wir nicht warten dürfen, bis wir „mal Zeit finden“ um mit unseren Eltern am Telefon zu sprechen.

… dass wir nicht warten dürfen, bis „die richtige Zeit da ist“, um unserem Gegenstück zu sagen, dass wir total verliebt sind.

… dass wir nicht warten dürfen, den Signalen unseres Körpers zuzuhören, weil es gerade zeitlich nicht passt.

… dass wir nicht warten dürfen, um Zeit für uns zu haben, da wir nicht wissen, wie viel Zeit wir noch überhaupt haben.

… dass wir nicht warten dürfen, unser Wohl mit anderen Menschen zu teilen, wenn es uns mal „besser“ geht.

… dass wir einfach nicht warten dürfen, unser Leben zu leben, weil es nachher keines mehr gibt.

Was ich wirklich gelernt habe ist, dass mein Leben keine Generalprobe ist und es nichts Wichtiges auf der Welt verdient hat, dass ich es erst dann mache „wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist“.

Wenn wir wissen, dass wir etwas wollen, wenn wir wissen, dass wir alles haben, was es dafür wirklich braucht … dann dürfen wir nicht warten, es auf „später“ zu verschieben.

Ich bin 35 Jahre alt. Ich habe mir den Anfang meines Lebens nicht ausgesucht und auch das Datum meines Endes weiß ich nicht.

Mein Leben begann mit einem Zufall und es wird mit einem Zufall enden. Hier Pläne für die nächsten 40 Jahre zu machen klingt lächerlich.

Aber was ich tun kann, ist das hier und jetzt zu bestimmen.

… zu bestimmen, mit wem ich meine Zeit wann verbringe.

… zu bestimmen, welche Prioritäten ich in meinem Leben möchte – ungeachtet der Prioritäten meiner Umgebung und der Gesellschaft.

… zu bestimmen, dass mein körperliches Wohlergehen vor allen anderen Dingen steht.

… zu bestimmen, wie ich meine Tage verbringen möchte und was ich ändern will.

Wir Menschen können JEDEN TAG bestimmen, wie unser Leben auszusehen hat. Die Änderung unseres Lebens dauert einen Augenblick und entsteht mit unseren Entscheidungen.

Sagen wir uns selbst, dass „gerade nicht die richtige Zeit ist und dass wir es mal später machen“ verweigern wir uns der Steuerung unseres Lebens, da wir uns weigern Entscheidungen zu treffen, die später andere Menschen für uns treffen.

Die letzten 12 Monate waren eine Ansammlung von Entscheidungen, die ich jahrelang aufgeschoben habe und ich weiß noch, wie ich vor wenigen Tagen das Gefühl hatte, dass ich mich noch nie „kompletter“ und mehr als Ich-Selbst gefühlt habe, als jetzt.

Es kann auch daran liegen, dass ich heiraten werde … die wohl beste Entscheidung der vergangenen 3,5 Dekaden. 🙂

… danke allen, die mir zu meinem 35sten Geburtstag gratuliert haben. Diesen Blogpost widme ich euch.

 

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  • WOW Gratuliere! Super. Freu mich sehr für dich!
    Wie lange willst du unser #microadventure noch aufschieben?