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Businessplan

Der Businessplan, der Feind im Bett eines StartUps

Diese Woche war ich bei einer Podiumsdiskussion der TU Wien zum Thema StartUps und ein wichtiger Part davon war auch die Frage nach dem Businessplan, welchen man differenziert betrachten muss.

Nach der Diskussion, und das ist eine meiner Lieblingsparts an meinem Job, gibt es Studenten, die zwecks Fragen auf mich zukommen und mit denen ich dann über ihre Idee, Bedenken und Hoffnungen spreche.

Eine Sache, die mir immer wieder unterkommt, ist die Frage nach dem Businessplan. Immer wieder höre ich “ja, an dem arbeiten wir schon seit einigen Wochen und bis Ende (Wunschmonat eintragen) ist dieser fertig.”

Wenn ich nachfrage, wie es mit Prototypen, Usertests, Gesprächen mit potentiellen Kunden, etc. aussieht, ernte ich starre Blicke und den Verweis, dass man eben noch auf den Businessplan wartet.

Versteht mich nicht falsch.

Ich habe nichts gegen Businesspläne, im Gegenteil: ohne diese ist eine vernünftige Planung nicht möglich.

Das ist in etwa wie eine Schiffsfahrt, auf der ich ohne Karte und geplante Route unterwegs bin. Irgendwann geht einem der Sprit aus, ohne dass man am Ziel angekommen ist und auch die eigene Mannschaft kann sich wenig ins Zeug legen, wenn sie keine Ahnung hat, wohin die Reise geht.

Dieser sollte beinhalten, wie sich das Business auf einen geplanten Zeitraum entwickelt und alle Parameter beinhalten, die die Schrauben dieser Maschinerie darstellen.

Also: Businesspläne sind wichtig!

Aber! Steht man am Anfang einer Idee, muss einem klar sein, dass der Businessplan einem Blick in die Schneekugel gleicht. Egal, was man da reinschreibt, man hat keine Ahnung, ob das auch nur annähernd stimmt,

Mit anderen Worten: Wenn ich anfangs nur eine Idee habe, aber keine Erfahrungswerte habe, muss mir bewusst sein, dass der Businessplan ein Gedankenexperiment ist, dass beim ersten realen Eingriff der Aussenwelt endet.

Ja, der Businessplan endet beim ersten Kunden.

Im Grunde bedeutet das, dass jedes StartUp – welches ohne Erfahrung startet – den Businessplan auf jeden Fall durchdenken muss, aber für diesen nicht mehr als ein langes Wochenende einplanen sollte.

Man sollte sich die Zeit nehmen, einmal über das ganze Vorhaben nachzudenken und dieses abzubilden, aber sich gleichzeitig bewusst sein, dass dies nur wage Annahmen sind, die wahrscheinlich nichts oder wenig mit der Realität zu tun haben.

D.h. für alle ohne Erfahrung, die etwas starten wollen: anstatt Wochen und Monate mit dem Businessplan zu verbringen, verkürzt diesen Vorgang auf wenige Tage und beginnt mit etwas, dass euch echtes Feedback und echten Mehrwert bringt:

  • baut einen Prototypen
  • redet mit potentiellen Kunden
  • redet mit potentiellen Usern
  • sprecht mit potentiellen Partnern
  • präsentiert eure Idee auf Events vor fremden Personen
  • NICHT! mit Eltern, Freunden, Bekannten sprechen … die werden euch immer sagen, wie super alles ist

Egal, was ihr tut … bleibt nicht in eurer Wohnung sitzen und denkt, dass ein Excel-Sheet euer Business startet.

Ihr müsst raus und etwas tun, damit ihr auch Feedback erhaltet. Jeder Schritt der Anfangsphase sollte dazu dienen, euch zu zeigen, wie ihr euch verbessern könnt und wo ihr absolut nichts verloren habt.

Lernt, euch eine dicke Haut zuzulegen, weil echtes Feedback verdammt weh tun kann, aber das Einzige ist, dass euch weiterbringt.

Erfahrene Investoren schätzen Prototypen, Kundenfeedbacks und erste Market-Fit-Ergebnisse mehr als jeden Businessplan, der oft nur überzogenes Wunschdenken ist.

… zumindest die ersten zwei Jahre – danach sollte man sein Business schon so sehr kennen, dass man die Zukunft in Pläne gießen kann. Und das kann dann sogar ein richtig schönes Excel Sheet sein.

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