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Wenn nix mehr geht

Wir kennen diese Phasen, wir haben sie alle. Wir wollen unbedingt, versuchen, machen kleine Schritte, stehen an, fühlen uns, als wären wir wieder auf Feld Nummer eins.

Was wir sehen ist der Rückfall, was wir übersehen die Erfahrung.

Bevor wir am obersten Gipfel stehen, begleitet uns ein Weg … ein Weg, der uns dazu einlädt, unseren Blick vom Pfad zu heben und um uns herum zu sehen, was ist: die Umgebung, die Wegbegleiter, die Erfahrungen, die Relikte unserer bisherigen Tuns.

Ob wir den Fokus nur auf unsere Beine und den Pfad legen, auf unsere Gedankenwelt oder auf das was uns umgibt, ist unsere Entscheidung – die Situation jedoch immer die Selbe.

Es ist meiner Meinung nach wichtig, nicht dem FOMO-Syndrom (Fear Of Missing Out) zu verfallen, sondern das – was ist – bewusst zu erfassen und zu leben. Manchmal ist es der Fokus auf den Pfad selbst, manchmal der Blick auf die Umgebung und manchmal, wenn wir bereits geübt sind, der Blick auf die Gesamtheit dessen, was uns im Hier und Jetzt umgibt.

Wie bei so vielen Dingen, ist das Verständnis dafür, was wir aus jeder Reise lernen, Übungssache … nicht mehr und nicht weniger.

Viel Spaß beim Üben 🙂

Ali

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Warum ich laufe

Es schmerzt, es tut richtig weh. Das erste Mal dachte ich sogar, dass ich gleich Opfer eines Herzinfarkts werde.

Was war passiert?

Ich habe mich am 10. April 2016 für den Vienna City Marathon 2017 angemeldet.
Es war knapp vor Mitternacht, als ich in diversen Berichten im Internet las, dass über 33.000 Personen sich dieses Jahr ins Ziel gekämpft hatten.

Dabei fiel mein Blick auf eine Liste, die ich – gefühlt seit immer – auf meinen Tisch geklebt habe.

Ali Mahlodji Traumliste

Diese Liste habe ich Ende 2010 erstellt – mein damaliger Burnout war eine Zeit her und ich bereit, an die Zukunft zu denken … und wieder zu träumen – so entstand diese Liste.

Knapp 6 Jahre später, am Abend des 10. April 2016 wurde mir bewusst, dass mir noch ein weißes Kästchen fehlt, dass ich nicht abgehakt hatte:

„Ich möchte einen Marathon laufen” … stand gleich als erster Punkt auf meiner Liste.

Alles Andere hatte ich schon geschafft. Auf der Liste standen großteils Punkte drauf, die ich damals als Phantasterei abstempelte. Zu weit war ich davon entfernt, etwas zu schaffen.

Am 10. April 2016, als ich mir ansah, was ich von der Liste – obwohl damals Phantastereien – bereits abgehakt hatte, wurde mir bewusst, wie sich die Manifestierung von Gedanken in Worte und in Schrift auf unsere Zukunft auswirkt und dass Gedanken und Träume der Ursprung unserer Gegenwart und unserer Zukunft sind.

Witzigerweise sind meiner Erfahrung nach, Träume die einzig wahre Konstante unseres Lebens. Alles Andere ist viel zu instabil – egal ob der Arbeitsmarkt oder das Liebesleben, beides kann morgen schon vorbei sein, auch ohne unseren Einfluss.
Träume aber, die gehören uns und bleiben auch, wenn andere Konstanten wegbrechen.

Vor knapp zwei Monaten begann ich, Freunden zu erzählen, dass ich den Wien Marathon laufen werde.

„Die ganzen 42 Kilometer? Echt jetzt?“ war die Reaktion von so ca. 90 Prozent der Personen, die es erfuhren.

Ja, ich hatte das Ganze wohl etwas unterschätzt, bzw. war und bin naiv genug, zu denken, dass ich es schon laufen werde 😃
Zwecks Vorbereitung meldete ich mich auch gleich mal für den Halbmarathon im Oktober 2016 in Graz an – quasi Generalprobe.

Wie mir von der Werbung vorgelebt, kaufte ich mir das coolste Laufgewand, die richtigen Schuhe, installierte mir Runtastic und checkte mir eine Pulsuhr.
I was ready to go!
Ich wollte laufen und zwar in einem Wettbewerb und ich wollte im Wettbewerb bestehen.

Dann kam mein erster Testlauf und meine Gedanken manifestierten sich auf einen gemeinsamen Nenner:
Es schmerzt, es tut richtig weh. Das erste Mal dachte ich sogar, dass ich gleich Opfer eines Herzinfarkts werde.

Die Angst und das Gefühl waren real. Mein Körper kannte das Gefühl der Bewegung in diesem Tempo nicht. Und ich rannte bei Gott nicht schnell, es war eher schneller gehen.

Mit ach und krach schaffte ich 20 Minuten zu „laufen”, bevor ich mit hochrotem Kopf und Schnappatmung in meine Wohnung zurück kam, wie verzweifelt an meinem Asthmaspray saugte und dann ca. 1 Stunde ruhen musste, bevor ich es unter die Dusche schaffte.

„42 km … echt jetzt?“ dachte ich mir dann auch das erste Mal.

Vor ca. 2 Wochen lief ich 15 Kilometer. Nach 12 Kilometer machte mein Körper Schluss, meinen Kopf interessierte das zeitgleich recht wenig.

Heute früh stand ich um 6:00 auf und rannte einmal um den Wiener Ring (ca. 6,5-7 km). Das Ganze in 40 Minuten … ohne Asthmaspray.

Die ersten 10-15 Minuten sind nach wie vor die Phase, bei der sich mein Kopf denkt „Mann, hast du nichts besseres zu tun?“. Interessanterweise interessieren mich meine Gedanken dieser Art nicht mehr. Ich höre sie zwar, höre aber nicht zu.

Was war passiert?

Ich begann zu laufen, weil ich eine Box auf einer Todo-Liste abhacken wollte. Ich begann zu laufen, weil ich es mir beweisen wollte und im Wettbewerb bestehen wollte.

Und dann begann ich zu lernen …

Ich lernte, dankbar zu sein für all die Augenblicke voller Aufmerksamkeit und Wahrnehmung des Hier und Jetzt, die ich während des Laufens verspürte.

Ich lernte, dass ich nicht meinen Körper spazieren trage, sondern meine Gedanken und Emotionen mich.

Ich lernte, dass der Fokus auf den Sieg mit sich zieht, dass es Verlierer gibt – ein Gedanke, den ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht realisiert hatte.
Wollte ich doch früher immer gewinnen, wurde mir bewusst, dass ich beim Marathon im besten Fall “nur” ins Ziel komme. Also fernab von Gewinn, Sieg und sonstigem Phallus-ähnlichen Gebärden unserer Zeit … und ich merkte, dass mir  das Bewusstsein, nicht zu gewinnen, absolut nichts ausmachte.
Es war sogar befreiend und schenkte mir ein entspanntes Lächeln.
Was ich lernte: nicht zu gewinnen hat nichts mit verlieren zu tun.

Ich lernte, dass mich Laufen zu mir selbst zurückbrachte.

Ich lernte, dass mein Körper und mein Mindset für das Laufen gemacht sind und ich begann, meine Schmerzen als meine liebsten Begleiter zu sehen.

Ich lernte, dass solange ich in Bewegung bin, ich meine Balance im Leben halte.

Wenn ich in der früh laufe, starte ich mit einer großen Portion Glücksgefühlen in den Tag … und das, bevor die Welt noch wach ist.
Einer Stadt beim Aufwachen zuzusehen – während man seinen Körper bewegt und die Gedanken aktiviert – ist ein Geschenk, dass ich erst entdecken musste … obwohl es immer da war und nur davon abhing, ob ich bereit war, mich zu bewegen.

Warum ich laufe? Es macht mich glücklich … egal ob 20 Minuten oder 42 Kilometer.
Gewinnen und Bestehen “zu müssen” … das brauche ich längst nicht mehr.

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Wir werden erwachsen oder “die Evolution durch die Besinnung auf back to the roots”

whatchado gibt es seit der Gründung fast genau 22 Monate – zwar hält manche Ehe nicht mal so lang, aber für ein StartUp, dass erwachsen wird, ist es quasi schon das Ende der Pubertät.

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Ja, richtig gelesen – wir werden, ob wir wollen oder nicht, erwachsen. Die Spielregeln, mit denen wir von Anfang an bei der GmbH Gründung am 22.1.2012 konfrontiert wurden, waren zwar die der erwachsenen Welt, als “new kid on the block” hatten wir aber den Bonus, den man sich als StartUp nehmen darf:

  • Naivität hoch 10,
  • disruptives Verändern einer bestehenden Branchen,
  • Chaos vs Tempo vs hemdsärmliges “tun wir mal”,
  • probieren, probieren, probieren und sich nicht immer festlegen,
  • Spieltrieb von 12-jährigen

Was sich ändert, wenn man als StartUp erwachsen wird:

  • Naivität pendelt sich bei hoch 3 ein,
  • das Disruptive muss dem Anfangstempo der ersten Stunde stand halten und sich im langfristigen Businessmodell wieder finden,
  • Prozesse und Strukturen müssen eine Liebesbeziehung mit bestehendem Tempo und der “Hemdsärmel hoch”-Mentalität eingehen, wobei Chaos als Kreativitiätstool sehr wohl bestehen bleiben darf – aber eben gesteuert und gewollt, nicht mehr als tagtäglicher Begleiter,
  • Spieltrieb von 12-jährigen ist ein “must”, sonst wird man irre.

Die Geister, die ich rief

Was in diesem Prozess oftmals auftritt ist, dass jede Tür, die man öffnet, weitere 100 Türen (gefühlt) aufstößt, die einem alle (wirklich alle) offen zu sein scheinen. Aufgrund begrenzter personeller, als auch zeitlicher Ressourcen, kommt man rasch drauf, dass nicht alle Türen mit der selben Intensität betretbar sind – auch wenn man sich das selbst anfangs aufgrund der Energie, die man aus der Euphorie zieht, nicht zugestehen möchte.

Fokus, dein bester Freund

Wenn es eine Sache gibt, die ich anders machen würde, dann wäre dies die bewusste Akzeptanz von Fokus auf die Dinge, um die es geht.

Und ja, ich würde in meinem Leben sonst nie etwas noch mal anders machen wollen – schließlich bin ich hier, wo ich bin, weil ich alles genauso gut und/oder schlecht gemacht habe, wie es eben bisher der Fall war … außer dieses eine Ding, der Fokus.

Der Umstand, dass mein Tag nur 24 Stunden hat (übrigens genauso lang wie der von Bill Gates, Angela Merkel, Mahatma Ghandi, Barack Obama und sogar Tim Ferris) und ich seit meinem 24. Lebensjahr täglich ca. 5-6 Stunden schlafe, führt dazu, dass ich täglich um die 18-19 Stunden aktive Zeit erlebe, von denen ich mich sicher 10-12 Stunden nur mit whatchado (oder davor anderen beruflichen Themen) beschäftige.

Das schließt aber natürlich alles mit ein, sowohl die aktive Arbeit, als auch das passive Nachdenken über Themen – begonnen von klassischen Geschäftsführungstätigkeiten bis hin zu einer Idee für eine neues Design. Ob ich möchte oder nicht, 50-60% meiner wachen Zeit, denke ich an meinen Job (aka Berufung, aka younameit).

In der restlichen Zeit, die dann noch ca. 6-7 Stunden ausmacht und von der ich netto wirklich nur 4,5 Stunden verwenden kann, kümmere ich mich um die wirklich wichtigen Dinge im Leben:

  • Freunde
  • Familie
  • Suche nach dem Sinn des Lebens, hahahaha – nein, eigentlich nach der Suche nach neuen Reisezielen
  • meine Couch

Eat it, there is no plan B

Worauf ich hinaus möchte ist, dass wir im Leben nur sehr wenig Zeit haben und jegliche Verschwendung eine Wegschmeissen eines Geschenks ist. Warum/weshalb wir auf der Welt existieren … mit dieser Frage habe ich mich das letzte Mal mit 19 Jahren beschäftigt und für mich festgestellt, dass es echt nur um Spaß geht und seitdem ist die Diskussion für mich erledigt. Schließlich hat mich auch nie jemand gefragt, wo ich geboren sein möchte.

Steve Jobs sagte mal treffend

No one wants to die. Even people who want to go to heaven don’t want to die to get there. And yet death is the destination we all share. No one has ever escaped it. And that is as it should be, because Death is very likely the single best invention of Life. It is Life’s change agent. It clears out the old to make way for the new. Right now the new is you, but someday not too long from now, you will gradually become the old and be cleared away. Sorry to be so dramatic, but it is quite true.

Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. Don’t be trapped by dogma — which is living with the results of other people’s thinking. Don’t let the noise of others’ opinions drown out your own inner voice. And most important, have the courage to follow your heart and intuition. They somehow already know what you truly want to become. Everything else is secondary.

back to Focus

Fast hätte ich es schon wieder vergessen, den Fokus dieses Posts 🙂

Der Fokus auf eine Sache hat viele Vorteile, die abseits von falschem Ehrgeiz und Sturheit liegen:

  • Fokus erzwingt Priorisierung
  • Fokus filtert aus, was nicht notwendig ist
  • Fokus hilft beim Erkennen der “notwendigen” Schritte
  • Fokus hilft beim Einteilen der Ressourcen in Bezug zum gewünschten Ziel

Als wir mit whatchado begonnen haben, war das Ziel recht klar:

Jedem Menschen auf der Welt aufzuzeigen, welche Wege einem – ungeachtet des Alters, der Herkunft und des Geschlechts – offen stehen.

22 Monate und viele offene Türen später – an der Schwelle zum erwachsen werden – muss man sich die Frage stellen, warum man das alles eigentlich macht, gemacht hat und was man noch machen will (diese Fragen der Reflexion sind eigentlich immer wieder angebracht, damit man … hahaha, den Fokus und die Mission nicht aus den Augen verliert).

Wenn ein guter Freund einen wieder erinnert

whatchado 1. KameraHeute habe ich zufällig (nein, ich glaube nicht an Zufälle und an Schicksal schon gar nicht) meine erste Kamera wieder gefunden.

Es war die Kamera, mit der Jubin, Stefan und ich komplett naiv begannen, Menschen über ihr Leben zu interviewen. Armin Wolf, Toni Polster und gut 100 weitere Personen mussten damals die 7 whatchado Fragen in diesen 400 EUR Canon Camcorder inkl. 9 EUR Mikrophon sprechen.

Plötzlich war ich wieder hineinversetzt in das Gefühl, als ich damals – ohne Website, ohne Prototyp oder sonst etwas handfestem – wildfremden Menschen von der Idee erzählte, dass Wikipedia der Lebensläufe bauen zu wollen, und sie bat, mir etwas über ihr Leben und ihren Werdegang zu erzählen.

Als ich die Kamera wieder fand, war für mich wieder alles klar – der Fokus war wieder da und ich wusste wieder, warum wir damals fast ein Jahr lang ehrenamtlich jeden Sonntag an der Idee gearbeitet hatten und auch ohne Einnahmen felsenfest davon überzeugt waren, das Baby whatchado groß zu machen.

Fokus durch Besinnung auf “back to the roots”

Wie ich im Post schon erwähnt habe; hat uns niemals jemand gefragt, wo wir geboren werden möchten und wer unsere Eltern sein sollen – und laut OECD haben wir in Europa eine Lebenserwartung von ca. 81 Jahren, macht also nach Abzug unserer ersten 18 Jahre in elterlicher Obhut ca. 60 Jahre aus, die wir selbst bestimmen können.

Und wir haben genau dieses eine Leben lang Zeit, ein erfülltes Dasein anzustreben – egal in welchem Lebensabschnitt – und wir wissen alle, dass es keinen Plan B gibt.

Sich immer wieder zu besinnen, warum man mit etwas begonnen hat – egal wie lange es zurück liegt – hilft uns, unseren Fokus wieder zu finden.

Back to the roots kann manchmal bedeuten, den Kern einer Sache ohne die “neuen Türen, die sich aufgemacht haben” zu erkennen, bzw. habe ich gelernt, mir selbst immer wieder mit der Frage “woran habe ich damals gedacht, als ich mit whatchado begonnen habe” zu stellen.

whatchado war immer dafür gedacht, allen Menschen – nicht nur Kindern und Jugendlichen – auf dieser Reise zu helfen. Und das wird auch jetzt, wo wir erwachsen werden, unsere Zielsetzung sein. Nur mit etwas weniger Chaos, (bisschen) mehr Struktur, aber hoffentlich genauso verspielt und mit einer Naivität, die es benötigt, um das Leben und festgefahrene Wege nicht zu ernst zu nehmen. Aber um nachhaltig erfolgreich zu sein, müssen wir unser Ziel wieder fokussieren und diesem alles unterordnen: