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Die Kunst, sich selbst auszuhalten

“Bleib so wie du bist”.

Wie oft hören wir diesen nett gemeinten Rat und wissen schon beim Lesen dieses Satzes, dass “nett” immer der kleine Bruder von “scheisse” ist.

“Bleib so wie du bist” … das ist die Wunschformel, die reflektierten Menschen den Schauer runterjagt, weil es suggeriert, dass man sich ja nicht verändern soll. Um Gottes Willen, nicht nach vorne verändern, sondern bitte auch in einigen Jahren noch so bleiben wie man heute ist.

Ehrlich, kennen wir auch nur eine Person, die wirklich vor hat, sich überhaupt nicht zu verändern?

Gerade war Silvester und die halbe Welt, wenn nicht sogar fast die ganze, hat Neujahrsvorsätze formuliert und sich damit den eigenen KickOff einer neuen Zeitenwende suggeriert.

Neujahrsvorsätze sind das “geht scho Burschen, das nächste Match wird besser” der normalen Menschen, wie wir es sind. In ihnen steckt Hoffnung, Neugierde, Begierde und der Wunsch, sich nicht nach hinten in die Vergangenheit zu entwickeln, sondern nach vorne. Da wo sie sich (noch) versteckt… unsere Zukunft im Garten Eden mit all ihren Erfüllungen unserer Wünsche, die uns zu dem Menschen machen, der wir sein wollen.

“Bleib so wie du bist” … so gesehen eine Schandtat der Bedeutungslosigkeit.

André Heller sagte mal mit einem Augenzwinkern, dass er allen Menschen, die ihm diesen Ausspruch mitgeben, droht, dass sie von seinem Anwalt hören.

Ich selbst habe dies in meiner Jugend sehr oft anderen Menschen gewünscht und checke erst jetzt, dass ich wollte, dass alles so bleibt, wie es ist. Vielleicht war es Angst, dass ich dadurch erkenne, dass ich mich nicht weiterentwickle, wenn sich alle um mich herum evolutionär der Zukunft hingeben.

Es ist 2018, ich sitze in Südafrika – einem Land, in welchem die Menschen wissen wie es ist, wenn man aufgrund seiner Hautfarbe nach unten selektiert wird. In dem Menschen das Gut der freien Wahlen, der Gleichstellung vor dem Gesetz und das Feiern des Lebens als Aufbruch in die Zukunft nur zu gut kennen. Ein Land, in dem die Gegensätze weiter, und manchmal auch näher, nicht sein könnten.

Es war Nelson Mandela, der mal gesagt hat, dass es nicht die Dunkelheit ist, die wir fürchten, sondern unser Licht.

Ich habe mit Gerald Hüther, meinem Mentor, Ende Oktober bei einer Bildungskonferenz im wunderbaren Schloss Puchberg einen Abend darüber sinniert, wie sehr Menschen doch Angst vor ihrem Potential haben, ihrem Licht. Wie sehr wir uns damit begnügen, nicht gut genug zu sein, weil wir Angst davor haben, auf dem Weg zu unserem Glück und unserer Potentialentfaltung zu scheitern.

Angst davor, zu erkennen, dass unsere Träume vielleicht wirklich unsere einzig echte Realität sind und unsere Potentiale die Werkzeuge auf dem Weg dorthin.

Ich muss zugeben, dass ich die letzten Tage mit mir selbst gekämpft habe. Es war vielleicht weniger ein Kampf, als der innere Dialog, wie mein 2018 aussehen soll. Wer ich sein will und wie ich mich erfinden möchte. Eine Prozedur, die ich jedes Jahr um die selbe Zeit durchmache.

Während ich mit mir selbst haderte, wurde mir immer mehr klar, dass es vielleicht nicht immer an der Zeit ist, sich neu zu erfinden. Den Kids, Mitarbeitern und Führungskräften versuche ich immer klar zu machen, dass sie nicht erst “jemand” werden müssen, da sie schon jemand sind und zwar seit dem Tag ihrer Geburt.

Um ganz ehrlich zu sein, es war Anna, die mir in einem stillen Augenblick klar machte, was ich selbst übersah: ich rannte nach vorne, ohne zu wissen, wohin und vergaß dabei, die Reise namens Lebens zu genießen.

Ich wollte mich schon “wieder” (wie jedes Jahr) auf Druck neu erfinden und war drauf und dran, all das Schöne, dass es bei meinem jetzigen Ich noch zu entdecken gibt, mit rasendem Tempo zu überspringen.

Und so sitze ich hier, fast 15 Stunden Flugzeit von meinem Zuhause entfernt und merke, dass ich hier das tun sollte, wofür ich hergekommen bin … nämlich “Loslassen” in seiner reinsten Form. Manche nennen es auch einfach Urlaub.

Wie meine Vision für 2018 aussieht? Keine Ahnung, doch ich weiß, wie es sich anfühlt: ein zufriedener Ali. Zufrieden im Tun, im Beobachten und vor allem im Sein.

Werde ich weitermachen, was ich tue oder kommt etwas komplett neues? Ich denke, etwas von Beidem und vielleicht auch ganz anders. Das Schöne ist, dass gerade – während ich diese Zeilen schreibe – eine Last von meinen Schultern fällt und ich weiß, dass alles genauso wie es ist, gut ist und meine Entwicklung sich ergibt, während ich meinen Weg gehe.

Das Einzige, was ich mental mehr trainieren will, ist das ablegen von Täuschungen. Wir Menschen sind so oft – ja fast tagtäglich – von Dingen um uns herum enttäuscht. Sei es die Politik, der blöde Autofahrer neben uns oder der Arbeitskollege aus dem Lift. Wir machen unsere Unzufriedenheit davon abhängig, wie uns “andere da draußen” enttäuschen, dass wir so unsere Selbstwirksamkeit aufgeben.

Doch eigentlich sind Enttäuschungen etwas wunderbares, da sie das Ende der Täuschung sind und diese entstehen ja eigentlich immer dann, wenn wir von Anfang an Glaubenssätze und Erwartungen in uns tragen, die vielleicht schon immer nur Wunschvorstellungen an Dritte waren, die nur in unserem Kopf, aber nicht in der Realität, existiert haben.

Um mit Mandela zu schließen: “Es ist unser Licht, das wir fürchten. Nicht unsere Dunkelheit.”

Daher lasst 2018 das Jahr eures Lichts werden. Ihr müsst euch nicht neu erfinden, ihr seid schon wer.

Ali

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Trennung, der wahre Neubeginn

Ein Vorteil wenn man viel unterwegs ist (70+ Flüge letztes Jahr) zeigt sich darin, dass man viel Zeit allein verbringt.

Manchmal kann das ein sehr einsames Gefühl sein – nein, es ist immer ein einsames Gefühl, gerade wenn man öfters den letzten Flieger nimmt – aber oftmals ist es auch eine wunderschöne Zeit, um zu reflektieren.

Wenn man in einem Unternehmen operativ tätig ist und sich nicht regelmäßig herausnimmt, übersieht man am Ende des Tages die wichtigste Person, um die man sich kümmern muss … sich selbst.

Letztes Jahr habe ich mir vorgenommen, Zeit zum Reflektieren nicht mehr dem Zufall zu überlassen und habe damit gekämpft, mich von Ablenkungen zu befreien, die ich mir selbst geschaffen habe. Ich dachte allen Ernstes, dass ich dies in wenigen Monaten bewerkstelligen könne. Im Endeffekt brauchte ich fast ein Jahr, um mich in eine Position zu bringen, in der ich mich frei, produktiv, glücklich und erfolgreich bewegen konnte.

Ich arbeite keine Minute weniger als früher, aber ich habe mein mentales Setting und meine Gedanken umstrukturiert und damit auch, wie ich den Tag lebe und wahrnehme.

Über den ganzen Prozess zu erzählen wäre zu weitreichend – vielleicht mache ich das ein anderes Mal, aber was ich hier niederschreiben möchte, ist der Einfluss, den mein Umfeld auf mich hatte und hat.

Ich erkannte letztes Jahr zunehmend, dass ich mich teilweise mit Menschen umgab, die ein anderes Bild von Erfolg hatten als ich. Ich erkannte, dass ich von Menschen umgeben war, die ein anders Bild auf den “Menschen als Mitarbeiter” hatten und auch, dass ich viel von Menschen umgeben war, die nur in knallharten Zahlen dachten. Hinzu kamen auch Menschen, die nur Zeit mit Einem verbrachten, wenn dieser ihnen auch etwas brachte.

Teilweise kam ich mir vor wie ein Zahlungsmittel, dessen Wert befristet war und zwar solange, wie ich in den Augen anderer “funktionierte” und deren Erfolgswelt lebte.

Ich musste erst lernen meine Werte zu festigen und zu leben und mich dann von all jenen zu trennen, die meine Weltsicht blockierten und trübten. Bitte nicht falsch verstehen, diese Personen haben nichts „Böses” gemacht – sie waren sie selbst und das ist gut so. Nur passte deren Weltbild nicht zu meinem Bild des Jetzt und der Zukunft und so schwächte ich mich selbst konstant, in dem ich Zeit mit ihnen verbrachte.

Dieses Wochenende saß ich mit Peter zusammen. Er war mal Fussballprofi, was für viele schon ein Traum ist, brach diese Karriere (in den Augen anderer) abrupt ab und lebt heute als Autor, Inspirator und Projektinitiator von Jugendprojekten. Er ist einer der wenigen Menschen, bei denen ich mich nach unseren Treffen “aufgeladen” fühle und zwar auf 140% … und das an schlechten Tagen. 🙂

Das Traurige daran … dass ich dieses Gefühl viele Jahre nicht kannte.

Schuld war ich selbst, verbrachte ich doch zu viel Zeit mit Menschen, die an mir saugten, wo sie etwas benötigten, aber ebenso meine Sichtweisen in die Schublade „werd erwachsen” steckten. Nach solchen Gesprächen war ich zumeist den ganzen Tag in einem seelischen Tief.

Wer sich einmal Zeit nimmt, erkennt selbst, bei welchen Menschen wir nach dem Gespräch mehr Energie haben als zuvor und bei welchen Menschen wir danach am Besten einfach vor dem Fernseher rumlungern wollen.

Mit Peter spreche ich z.B. über Träume und Vision so wie andere über die nächste Überweisung ihrer Miete sprechen.

Für uns ist das “Realität werden” von Träumen und Vision genauso real, wie für andere der nächste Steuerausgleich.

Ich war schon immer so und dachte bis vor einigen Jahren noch, dass ich ein Spinner bin – mein Problem war aber eher, dass ich nur im falschen Umfeld war. Einem, das ich mir selbst ausgesucht hatte, ohne darüber nachzudenken, ob es mich genauso förderte wie ich die Menschen darin.

Heute habe ich eine Liste gemacht mit Menschen, bei denen “meine” Themen als das Normalste auf der Welt betrachtet werden und die ich als Freunde zählen kann. Es sind fast genauso viele “Freunde”, wie noch vor einigen Jahren, aber mit einem kleinen Unterschied. Mehr als die Hälfte der Namen von früher sind nicht mehr auf der Liste.

Klingt auf den ersten Blick schade, aber am Ende des Tages ist es die beste Lösung und zwar für alle Seiten. Die Freunde von früher, die mich als Spinner abstempelten, haben nun andere Freunde, die ihre Sprache sprechen und ich habe den Fokus auf die gelegt, die mit meiner Sichtweise etwas anfangen können.

Die lehrreichste Lektion in diesem Prozess war eine, die schmerzhafter nicht hätte sein können.

Ich musste erst lernen, dass man sich im Leben zuerst von den Dingen, die man in seiner Zukunft nicht mehr haben möchte, trennen muss, damit die Dinge, die einem die Zukunft ausfüllen sollen, erscheinen.

Zu oft sind wir unzufrieden mit etwas, wissen auch warum und haben uns und allen Freunden schon zig mal erzählt, dass wir es hassen, aber trennen uns nicht davon. Lieber reden wir uns ein, dass wir uns neben diesen Dingen, die uns runterziehen, etwas aufbauen können, das das Negative ersetzt und dann erst den Wechsel oder die Trennung vollziehen.

Dabei vergessen wir, dass unser Fokus im Leben begrenzt ist. Wir können nicht täglichen mit etwas Negativem leben und nebenbei etwas Großartiges und Wundervolles aufbauen.

Man kann nicht in einer katastrophalen Beziehung leben und dabei in aller Ruhe eine wundervolle Beziehung nebenbei aufbauen. Wer ehrlich zu sich selbst und seinem Umfeld ist, trennt sich und macht dann erst Raum frei für eine neue Beziehung.

Und so ist es bei allem im Leben. Ein katastrophaler Job lässt uns gar keine Kraft, nebenbei und in akzeptabler Zeit unseren Traumjob zu bauen. Manchmal muss man kündigen und ist dann “frei” für etwas Neues.

Und so musste ich letztes Jahr lernen, dass unser Umfeld, also die Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen, eigentliche die geheime Macht sind, die uns formt … das Gute ist, wir können uns diese selbst aussuchen.

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“same same, but different” statt Vorsätze für den Kanal

Wenige Tage noch bis Neujahr.

Wenige Tage noch bis “und welche Vorsätze hast du für 2016?”. 

Wenige Tage noch bis “das war ein bescheidenes Jahr”. 

Wenige Tage noch bis “das war ein geiles Jahr”. 

Nur noch wenige Tage, bis wir “von neu” starten und auf eine bessere Zukunft hoffen … so wie letztes Jahr, das Jahr zuvor und alle Jahre, die davor lagen.

Aber auch wie all die Jahreswechsel, die noch vor uns liegen. 

Vor nicht gerade mal 48 Stunden waren oben angeführte Gedanken und Gespräche an der Tagesordnung. 

Heute habe ich mich dabei ertappt, wie ich an 2016 gedacht habe, das besser als 2015 werden soll und mich wieder dabei erwischt, wie ich einzelne Bereiche durchgehe und mich frage, wie ich diese “besser” machen kann und plötzlich fand ich mich wieder in mitten einer gedanklichen Liste von vermeintlichen Vorsätzen, die ich selbst bei anderen belächle.

Und das Problem bei “jetzt mach ich es besser”-Ansätzen und Optimierungsversuchen ist doch, dass es für diese nach oben keine Grenzen gibt und so spinnt das Gehirn eine nicht endende Welle von Ideen und Ansätzen, wie alles 2016 besser sein könnte. 

Warum müssen wir immer alles auf Teufel komm raus besser machen?

Warum fragen wir uns oft gegenseitig, was wir kommendes Jahr besser machen wollen?

Warum sind wir nie mit dem “jetzt” zufrieden? Warum nicht mal für eine kurze Dauer zufrieden sein und in Ruhe die eigenen Erfahrungen wirken lassen und die sich daraus ergebenden Veränderungen akzeptieren. 

2015 war ein heftiges Jahr, beruflich, privat und sonst auch in jedem Bereich dazwischen. Nicht nur für mich, für viele andere wohl auch. 

Würde ich es im Nachhinein besser machen wollen? Theoretisch ja, aber dann würde mir ein Lastwagen voller Erfahrungen fehlen, die mich heute zu dem machen, der ich bin. 

Die Frage müsste doch eher sein, ob ich jetzt in diesem Augenblick der bin, der ich sein will. 

Meine Antwort ist ja. 

Die Frage müsste doch sein, ob ich jetzt, wenige Tage nach dem Jahreswechsel, glücklich und begeistert bin. 

Die Antwort ist ja. 

Ich will mir dieses Jahre keine Vorsätze vornehmen, die wie Upgrades wirken – nur meinen Weg fortsetzen und schauen, wo mich dieser hinführt und nicht jedes Jahr auf Reset drücken, weil ich mir dann einrede, dass dieser eine Jahreswechsel alles ändert. 

Wir sind an dem Tag nach dem Jahreswechsel die selben, wie am Tag davor. 

Wollen wir wirklich etwas ändern, wird es nicht dieser Tag sein, der alles ändert, sondern unser Wille, es zu tun und dieser ist unabhängig von internationalen Feiertagen.

Chiang Mai, 2. Jänner, 2016

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Ich hau dann mal ab, die Reise-Checkliste fürs andere Ende der Welt

Ich fahre (fast) jedes Jahr für einige Wochen an einen Ort dieser Welt, wo ich noch nie war, wo mich niemand kennt und wo ich (zumeist) schwer erreichbar bin (entweder kein Internet oder radikale  Zeitverschiebung).

Beispiele sind: Cuba am Fahrrad, Thailand, Cambodia & Laos by walk, etc.

Dies hat mehrere Gründe:

  1. ich nehme mir bewusst Zeit für mich selbst und nicht dann erst, wenn es zu spät ist und “man knapp vor dem Kollaps steht”.
  2. ich reise einfach gerne und lerne gerne die Welt kennen – ist ja nur die eine und wir haben nur ca. 200 Länder auf der Welt.
  3. ich will sehen, ob ich meinen Job gut gemacht habe und zwar, indem ich checke, ob ich ersetzbar bin. Ich finde, seinen Job macht man dann gut, wenn die Bude auch dann rennt, wenn man mal nicht da ist.Normalerweise ist dies ein präventiver Plan für den Fall von Krankheiten, familiäre Probleme, etc.
    Aber anstatt zu warten, dass was schlimmes passiert, mache ich den Test vorsorglich und lasse meine Kollegen einige Wochen ohne mich allein.
    Das habe ich nicht nur bei whatchado gemacht, sondern bei all meinen Jobs davor und seit ich 24 bin.Mein Ex-Chef, Niko Alm, meinte mal, als ich ihm sagte, dass ich einen Monat weg will “bist du narrisch, wer fährt schon einen Monat weg? Wer soll die Arbeit machen?”.Ich versprach ihm, dass es keine Brösel gibt und dass der Job gemacht wird, wozu hat man schliesslich Strukturen, Arbeitskollegen und Projektpläne, die – wenn sie gut geplant sind – es zulassen, dass man mal einen Monat “ausfällt”.

    Und immer wenn ich wegfahre, gibt es Leute, die ein Schreckensszenario heraufbeschwören und danach immer verwundert sind, wenn es dann doch super geklappt hat.

    Banksy about worryingAls ich meinen CEO Post abgegeben habe, war es nichts anderes als der Beweis, dass ich es in 3 Jahren geschafft habe, mich als CEO ersetzbar zu machen. Alles andere wäre fahrlässig gewesen.

    Die Fundamente sind gesetzt und mein Job war der Aufbau von null weg.

    Das Management-Team ist so gut aufgestellt, dass alle meine Stärken und Spezialbereiche (Marketing, Development, Konzeption, ArtDirection) mittlerweile von Personen umgesetzt werden, die das (viel) besser drauf haben als ich und das Speedboat, dass jetzt ein Tanker ist (vergleichsweise zum Anfang), elegant in die Stratosphäre heben.

Auch jetzt sitze ich gerade in Hongkong, es ist 02:26 in der früh und ich kann ruhigen Gewissens nach (fast) 2 Jahren endlich wieder einige Wochen Urlaub machen (auch wenn ich jeden Tag E-Mails beantworte und bereits Termine für den Herbst ausmache).

Den Post wollte ich ursprünglich als Erinnerungsliste anlegen, da ich auf den vielen Reisen immer genau planen muss, was ich mitnehmen und jedes Mal muss ich diese Überlegungen neu anstellen.

Damit das nicht mehr passiert, gibt es jetzt diese Reise-Packliste, die im Zuge der Planung meiner 3-wöchigen Hongkong/Dubai Reise entstanden ist. Feel free to use it, wenn ihr selbst auch vereist und mehrere Wochen unterwegs seid.

Ich bin alleine gereist, war noch nie in Hongkong und weiß auch recht wenig über die Kultur und das, was mich erwartet hat.

Here we go – 57 Items, Gedanken, Vorbereitungen to save your ass:

  1. Aussenministerium App – perfekt, um sich über Reisewarnungen, Impfungen, etc. zu informieren
  2. Stromstecker-Adapter (für Hongkong 3-polig)
  3. Notizblock und Kugelschreiber
  4. Reisedokumente (Reisetickets, Reisepass, Reisepläne, Bestätigungen Hotels, etc.,) uploaden auf Evernote, Dropbox, Google Drive und ausdrucken!!
  5. Dokumente an Bekannte schicken (Elter ist immer gut)
  6. entsperrtes Handy für SIM Karten des Reiselandes (Google Maps ist immer gut, wenn möglich)
  7. 500 EUR auf zweite Kreditkarte – ist mein Notfallplan
  8. Alle Tickets mittels Passbook auf das Handy spielen, gibt es auch für Android
  9. Olio Clip – Videlinse für Videoaufnahmen (gut, braucht nicht jeder)
  10. Extra-Mikrofon für Aufnahmen am iPhone (gut, braucht nicht jeder)
  11. Extra Akku Pack – Gold wert bei längeren Ausflügen
  12. Laptop + Netzstecker (wenn man so, wie ich unterwegs immer arbeitet oder gerne schreibt oder Filme dreht)
  13. Kleine Kopfhörer, ja nicht große – schaut zwar cool aus, aber steht nur im Weg rum. Ich nehme immer die, die beim iPhone dabei sind
  14. Reiseführer Apps offline einstellen – Internet gibts nicht immer
  15. Echter Reiseführer (ja, echte Bücher) – digitale Dinge können immer kaputt werden
  16. Bargeld – ich nehme zumeist 300 EUR in kleinen Scheinen (kann besser gewechselt werden) mit . Reicht für die ersten Tage, falls mein Gepäck nicht ankommt und/oder meine Bankkarten alle nicht funktionieren (ja, beides in Laos passiert)
  17. Personalausweis – falls Reisepass weg ist
  18. VGA Adapter (ja, es kann sein, dass ich auf Reisen präsentiere – ich tue es einfach gern)
  19. USB Adapter (iPhone, Zweithandy und für Akkupack)
  20. Rucksack für Tagesausflüge
  21. Wetter-Vorhersage checken, damit man weiß, was man anziehen (kann)
  22. Folien – damit ich die Kopien meiner Reisedokumente zusammen habe und am Besten wassergeschützt
  23. Reiseapotheke: Medikamente, Verbandszeug und Fokus auf Besonderheiten (ich habe z.B. Asthma und brauche spezielle Sprays)
  24. Bauchtasche für über der Kleidung
  25. Bauchtasche für unter der Kleidung (für gefährliche, unsichere Orte)
  26. Visitenkarten (ja, manchmal gut)
  27. Zweite Brieftasche für andere Währungen und auch gut als Fake-Tasche (für gefährliche, unsichere Orte)
  28. Tasche für Handy, Adapter, Visitenkarten
  29. Laptop-Festplatte leeren, damit man nicht zu wenig Speicher unterwegs hat (wenn man viele Fotos macht und diese sichern möchte)
  30. Alle Mails offline auf den Laptop – Google Mail hat eine tolle Web-Lösung
  31. Bücher (ja, echte) – kein Kindle bei mir, ich will ein echtes Buch. Immer nur eines mitnehmen, wenn es ausgelesen ist, dann herschenken und neues kaufen, ausleihen
  32. Selfiestange – perfekt für Videoaufnahmen als Stativersatz
  33. Goodies für Locals, bei denen man lebt (ich nehme immer unser whatchaDuck – eine Gummiente – und Mozartkugeln mit)
  34. Sprach-App inkl. Übersezungen (auch offline)
  35. Zahnpasta (Reisegröße)
  36. Deo (Reisegröße)
  37. Pinzette
  38. Duschgel (Reisegröße)
  39. !!! Mobilbox abdrehen – ansonsten Roaming-Chaos!
  40. Reiseversicherung klären
  41. Posting von Freunden auf eigenen Social Media Accounts deaktivieren: oft hat man kein Internet und kann nicht rechtzeitig reagieren
  42. rechtzeitig einchecken
  43. Skype Guthaben aufladen – ist gut, wenn man mal auf Festnetz oder auf ein Handy anrufen muss
  44. VISA klären
  45. Liste von Attraktionen geben lassen (von Leuten, die schon mal dort waren)
  46. Liste mit Nummer anlegen: Sperrnummer bei der Bank, Codes für Bankkarten, Notfallnummern und Adresse von Österreichischer Botschaft im Reiseland (immer auch ausdrucken und jemandem schicken)

Klamotten

  1. Atmungsaktives T-Shirt, am Liebsten von Peak Performance
  2. Bequeme Schuhe/Sneaker – must! Am Besten ist das gleichzeitig ein Laufschuh, dann kommt die Fitness nicht zu kurz
  3. Badeshort
  4. Regenjacke dünn oder dick (check Reisebericht)
  5. Camou-Hose, die man zu einer kurzen Hose raufziehen kann – perfekt für alle Reisen. Kann auch ruhig schmutzig werden
  6. Shirts: 4 Stück und immer vor Ort waschen
  7. Socken und Unterwäsche: 5 Stück
  8. Pullover: dünn, aber warm und atmungsaktiv: am Liebsten von Peak Performance
  9. FlipFlops (check Wetterbericht)
  10. 1x kurze Hose
  11. Laufsachen (atmungsaktiv)

Zwar fast 60 Sachen, aber wenn ich diese abgehakt habe, ist alles gut … genauso, wie es immer sein sollte.

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365 Chancen und die Bereitschaft, sich zu blamieren

Jahreswechsel 2014 auf 2015 … Silvester, Neujahr, xxx … you name ist.

Der Sprung der Minutenzeigers auf 60 oder auf 00 (Auslegungssache) ist jedes Jahr wieder eines der Highlights von Menschen aller Welt. Auch wenn nicht alle zur selben Sekunde aufschreien, so ist sich doch die ganze Welt darüber einig, dass es Zeit für ein neues Jahr wird … egal wie “geil” oder “schrecklick” das vorige war.

Es wäre wohl vermessen zu behaupten, dass jetzt “endlich” alles besser wird … sei es durch zehn Neujahrsvorsätze, von denen man dann neun bricht und beim zehnten sich vornimmt, dieses sicher nächstes Jahr umzusetzen oder durch den Irrglauben, dass sich 2015 die Erde sicher anders dreht als die Jahre zuvor.

Der Jahreswechsel ist in den Köpfen von uns Menschen dem indischen Gott Ganesha (http://de.wikipedia.org/wiki/Ganesha) gleichzusetzen … dem, der für Neuanfang steht. Der, der dabei ist, wenn wir Menschen unser Leben umkrempeln, von heute auf morgen in andere Städte ziehen, eine Beziehung beenden und eine andere anfangen und auch der, der dabei ist, wenn wir beschließen, jetzt doch ins Fitnesscenter zu gehen.

Geht es um Neuanfänge, setze ich eher auf die indische Gottheit als auf den “3-2-1-Happy-New-Year” Counter … verleitet letzteres doch dazu, alles was auf Neuanfang deutet, auf den einen letzten Termin im Jahr aufzuschieben, wogegen der indische Bro Veränderung auch unterjährige supportet.

Ob Ganesha, Silvester, Horoskope … Neuanfänge braucht (manchmal) jeder, einige freiwillig, andere … tja, eben nicht.

Neuanfang ohne Reflektion auf das Alte kann funktionieren, wird auch funktionieren … will man aber nicht die selben Pfade wie bisher treten, ist ein Blick auf die bisherigen Fussstapfen notwendig – ja drängt sich sogar richtig auf, will man wirklich “neu” beginnen.

“Warum war ich bisher nicht glücklich”, “was hat mich zurückgehalten”, etc. – lauter Fragen der Vergangenheit, deren Antworten man schon seit Ewigkeiten mit sich selbst rumträgt.

Reflektion

Reflektion ist die Zeit, in der man die Zeit auch arbeiten lässt … für sich selbst.
Reflektion ist, wenn man bereit ist, sich damit auseinander zu setzen, warum man “scheisse” gebaut hat, obwohl man doch eigentlich nichts schlimmes vorhatte.
Reflektion ist, sich einzugestehen, dass man eigentlich nichts weiß, nie etwas gewusst hat, aber sich selbst zu unsicher war, dies einzugestehen.
Reflektion ist, sich vor Augen zu führen, welche Meilensteine erreicht, welche Drachen besiegt und welche Burgdamen gerettet wurden – es ist das “sich darüber klar werden”, wie viel man weitergebracht hat, obwohl alle um einen herum nur die Pfützen sehen, während “ja eh” die Sonne scheint … halt nur hinter den Wolken.
Reflektion ist, die Waage, die sich Leben nennt, mit all den Dingen aufzufüllen, die sich ausgleichen – mit den guten und den lehrreichen.

365 Chancen

Ich sitze gerade in Barcelona auf einer Anhöhe und blicke seit Tagen aus meinem Zimmer auf die Stadt und das Meer hinab. Das Glück, die Sonne auf meiner Seite zu haben, ermöglicht einen Ausblick, wie man ihn zum Jahreswechsel in Europa wohl nicht vermutet hätte.

Das letzte Jahr hatte – oh Wunder – nur 365 Tage, bot mir aber 365 Möglichkeiten, mich selbst zu challangen. Es war mir Abstand das lehrreichste Jahr meines Lebens, das härteste und auch das genialste … wurde mir doch gezeigt, dass ich bei vielen Dingen erst komplett am Anfang stehe.
Mein Baby WHATCHADO ist längst kein Baby mehr, sondern eher ein Jugendlicher, der gerade aus der Pubertät raus ist und in die weite Welt hinaus will.
Mein Privatleben hat sich in allen Bereichen um 360 Grad gedreht, hat mich durchgeschüttelt und mich an meine Grenzen gebracht und mir gezeigt, welches Glück ich mit den Menscehn um mich herum habe.
Ich habe gesehen, dass ich viele meiner Freunde seit der Gründung von WHATCHADO vernachlässigt habe und es Zeit wird, das berühmte “derzeit hab ich Stress, lass uns doch später treffen” nicht mehr als Ausrede gelten lassen möchte (an diese Stelle ein riesiges SORRY Leute).

Die Angst vor der Angst

Ich habe auch gesehen, dass ich noch sehr viel zu lernen habe und dies noch eine lange Reise sein wird, all das zu erfahren, was ich wissen will.
Ich habe mich 2014 meinen größten Ängsten gestellt, meiner massiven Flugangst und meiner Angst, vor Menschen auf englisch zu sprechen.
Die Angst vor beidem habe ich immer noch, aber ich habe beides akzeptiert und mache es einfach trotzdem. Auch wenn ich in beiden Fällen danach immer ein neues T-Shirt anziehen muss, weil meines bereits komplett durchgeschwitzt ist 🙂

Vor Menschen auf englisch zu sprechen, war eine Angst, die ich seit meinem 14. Lebensjahr mit mir rumschleppe. Ich habe über 10 Jahre gestottert, habe aus diesem Grund (unter Anderem) auch die Schule hingeschmissen und mir immer Schreckensszenarien ausgemalt, sollte ich mal vor Menschen sprechen müssen.
2012 und 2013 habe ich mit mir selbst gekämpft, um bei Vorträgen der Beste zu werden und 2014 gelernt, dass dies auch auf englisch klappt 🙂
Die Angst, die ich Anfang 2012 hatte, als ich das erste Mal die Chance hatte, vor Menschen zu sprechen, war nicht die Angst vor dem Vortrag – es war die Angst vor der Angst selbt.
Ich hattet Angst, mich zu blamieren und musste lernen, dass ich ein Mindset entwickeln muss, dass es mir ermöglicht, mich geistig darauf vorzubereiten, mich vor anderen zu blamieren.
2012 habe ich Stunden damit verbracht, mein Stottern auf der Bühen abzulegen – jedes Wochenende stellte ich mich vor einen Spiegel und übte und übte und scheiterte immer wieder. Mal bei dem einen Wort, mal bei dem einen Buchstaben, mal hatte ich komplette Blackouts … und das, obwohl ich komplett alleine im Raum stand und nur ich mein größter Kritiker war.
Es brauchte Wochen und Monate, bis ich begriff, dass ich eigentlich davor Angst hatte, was andere von mir halten würden.

Während einer meiner Übungssessions fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich beschloss, zu testen, was passieren würde, wenn ich (geistig) davon ausging, dass ich mich sowieos blamieren werde. Interessanterweise war es genau die Einstellung, die ich brauchte. Ab diese Sekunde wusste ich, dass es “nur besser” werden kann, weil ich ja nichts zu verlieren hatte.

Zu wissen, dass man sich auf alle Fälle blamieren wird, verschafft einem Freiheit … Freiheit, sich selbst weiterzuentwickeln. Freiheit, nichts für “die Augen anderer” tun zu müssen und die Freiheit, Dinge passieren zu lassen, anstatt sie bis auf den letzten Atemzug zu kontrollieren.

So kam es, dass ich dieses Jahr allen ernstes auf der TEDx Salzburg auftreten durfte – ich war sichtlich nervös, aber “Mum, I did it” und es machte verdammt viel Spaß!

Zu verdanken habe ich das alles Niki Ernst, einem Wegbegleiter, der in mir etwas sah, als ich es selbst noch nicht wusste.

Jeder Tag

Jeder Tag, an dem ich aufwache, ist die “eine” Chance, mein Leben ein Stückchen besser zu machen. Ich muss, und das musste ich erst lernen, nicht immer “das eine große Ding” landen – lieber will ich, dass ich mich Stück für Stück weiterentwickle.
Die letzten drei Jahre haben mir gezeigt, dass das Leben ein Marathon und kein Sprint ist – ein StartUp mitaufzubauen aber ein Marathon im Sprinttempo sein kann.

Von Vorsätzen für das neue Jahr halte ich wenig … eher will ich, dass ich Dinge streiche, um mich auf die richtigen 4-5 Dinge zu fokussieren, die mein Leben bereichern.
Beruflich habe ich mein Ding gefunden und werde alles daran setzen, dass wir uns weiterentwickeln und uns selbst übertreffen.
Was die anderen Sachen betrifft, so kann ich grob sagen, dass es sich um die Themen Familie, Freunde, Gesundheit und Zeit dreht … wohl nichts neues in einer hektischen Welt, aber mit dem Unterschied, dass ich hier ganz gezielt vorgehen werde.
Ich kann nicht alle Freunde immer regelmäßig treffen, aber ich kann dafür sorgen, dass alle unsere Treffen unvergessliche Momente werden. Ich kann sicher nicht immer 3-4 mal die Woche ins Fitnesscenter gehen, aber ich kann mich gezielt darum kümmern, die beste Effizienz herauszuholen und mein Leben so anpassen, dass meine Gesundheit davon profitiert.

Ich habe nur 24 Stunden am Tag … so wie alle Menschen auf dieser Welt, genauso wie Steve Jobs, Angela Merkel, Bobby DeKeyser und meine Mutter … diese richtig zu nutzen wird 2015 der größte Spaß und ich will keine einzige Minute vergeuden, nicht eine.

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Die Entscheidung, ein StartUp zu gründen – worauf mich niemand vorbereitet hat

Ehrlich … hätte ich gewusst, was mir alles bevor steht, als ich im Oktober 2011 beschloss, dass ich ein StartUp mitgründe … ich glaube, ich hätte davor noch mal eine Kur und eine halbe Weltreise gemacht.

Jaja, ich weiß eh alles … oder doch nicht?

Nach fast 10 Jahren Berufserfahrung in mehr als 6 Branchen, darunter auch in Leitungsfunktionen, dachte ich, dass ich vieles schon weiß oder auf vieles schon vorbereitet sei.
Ich dachte, dass ich mittlerweile damit umgehen kann, wenn Unerwartetes sich vor mir auftut und ich ins kalte Wasser springen muss – auch wenn ich davon (wirklich!) absolut keinen Schimmer habe.

Es war ja sonst in meinem Leben auch nie schwer, sich in unentdeckte Gebiete zu schmeissen, sich Aufgaben und Jobs anzunehmen, von denen ich keine Ahnung hatte, aber bereit war, alles zu lernen was dafür notwendig war, um diese umzusetzen.
Ich war von Kindesbeinen immer der, dem gesagt wurde, dass “das ja nicht normal sei” wie ich denke und handle – und trotzdem ging es sich immer gut aus, trotz Schrammen und Wunden.
Egal ob Schulabbruch, Abendstudium, radikaler Jobwechsel über Branchen hinweg, etc. … alles ging sich irgendwie immer aus, auch wenn es immer eine neue Reise war.

Nein, auf das StartUp Leben bereitet dich nichts vor – zumindest hat mich nichts auf das vorbereitet, was in den folgenden zwei Jahren nach der Gründung folgte. Aus einer kleinen naiven Gruppe von 4 Helden ist eine Truppe von über 30 Personen geworden, die an eine Idee glauben, die ich mit 14 Jahren hatte.

Zwei unserer Mitarbeiter haben sogar Kinder … eine Verantwortung, die mich – als unser erster Mitarbeiter mit Kinder bei uns anfing – fast einen Monat lang nicht schliefen ließ.

Vom Wohnzimmer in die “Firma”

Von einem kleinen 4x4m Büro und meinem Wohnzimmer, in dem die Geschichte seinen Anfang nahm, sind wir in eine echtes Büro mit genug Zimmern für alle Mitarbeiter gezogen und ja, wir haben sogar genug Türen, sodass man in Ruhe arbeiten kann. 5 Toiletten und 2 Cafemaschinen runden das Bild des “Unternehmens”, der “Firma”, der “GmbH” ab.

WHATCHADO Team 2012

Es ist schon verrückt, was das richtige Team zustande bringt … was Anfangs als banale Idee begann, ist heute eine der innovativsten HR Lösungen für Österreich, Deutschland und Schweiz mit über 2000 Berufsbildern aus über 5 Kontinenten, ausgezeichnet mit dem UN World Summit Award und erst vor zwei Wochen schrieb die Süddeutsche einen Artikel über uns mit dem Titel “Das Leben der Anderen”.

Ich sitze gerade in der Steiermark in St. Michael, es ist 2:00 früh und ich könnte auf mein Team nicht stolzer sein.
Diese Gruppe aus Träumern, Realisten, Optimisten und Pragmatikern hat etwas erschaffen, dass vielen Menschen dabei hilft, sich selbst auf ihrem Weg zu ihrer Berufung zu finden.

WHATCHADO Weihnachtsgeschenke verschickenWeihnachten 2011 – das Team verschickt scharfe Salamis und handgeschriebene Karten

Und Ende 2011, kurz vor unserer Gründung, reichte unser Horizont nicht mal ganz aus, um für uns selbst die Frage zu beantworten, ob wir jemals aus Österreich hinauswollen, bzw. hinaus können.

Klar, wir wussten, dass WHATCHADO die ganze Welt vernetzen soll, aber wir trauten uns nicht, es auszusprechen, als wir die Dokumente für die Firmengründung vorbereiteten.

Planung vs. “Scheiss drauf, die Chance kommt nie wieder”

Wir waren nicht eine Sekunde darauf vorbereitet, als Ende 2012 der erste deutsche Kunde uns nach Deutschland brachte (nach dem er uns auf einer Konferenz hatte vortragen gesehen). Aber wir gingen trotzdem den Weg, international zu werden … auch wenn wir unsere Hausaufgaben für Österreich noch nicht gemacht hatten. Wir mussten damals eine Entscheidung treffen – wollten wir langsam alles aufbauen oder die Chance nutzen.

Diese eine Chance zu nutzen war ein Segen, der uns und unserer geistigen Vorstellung eine Tür öffnete – bei vielen anderen wahrgenommenen Chancen war es verlorene Liebesmüh und leere Kilometer.

Wenn wir für jedes Mal, als jemand “etwas tolles” mit uns auf die Beine stellen wollte, es aber mangels Arbeitsmoral und -aufwand wieder lies, einen EUR bekommen hätten … Boy, wir hätten die Investmentrunde Anfang 2014 auch mit Kleingeld aufstellen können.

Hast du ein StartUp, ist jede/r um dich ein Experte … wirklich

Es ist ein bisschen so wie beim Fussball. Beim Ländermatch stehen dann plötzlich 40.000 Fussballtrainer auf den Rängen und jeder weiß es besser, weil der eine Freund eines Freundes auch mal in einem Verein einen Ball gekickt hat.

“Geht es langsam an und stresst euch nicht”,
“ihr müsst jede Chance nutzen”,
“wenn ihr zu langsam seid, werdet ihr überholt”,
“lieber mal eine Risikoanalyse machen”,
“Wow, ihr habt es geschafft” (nachdem wir den ersten Kunden hatten),
“wenn ihr alles kontrollieren könnt, seid ihr das Bottleneck”,
“wenn ihr nicht mehr die Kontrolle habt, habt ihr einiges falsche gemacht”
“ihr müsst das investierte Geld verpulvern, damit ihr wachsen könnt”,
“schaut, dass ihr in den ersten 3 Jahren einen Exit hinlegt”,
“lenkt das Unternehmen nicht so, als würdet ihr einen Exit hinlegen wollen”
… und so weiter.

So viele Fragen und Möglichkeiten und am Ende des Tages sind es recht einsame Entscheidungen, für die man gerade stehen muss … gerade dann, wenn es die falschen waren.
Und ganz ehrlich … im Nachhinein, mit dem damaligen Wissensstand, würde ich es bei allen Entscheidungen genauso wieder machen. Woher sollte ich es denn auch besser wissen?

Ich habe das Glück, ein Netzwerk von Unternehmern und Gründern um mich zu haben, die ich immer um Rat bitten kann, aber die letzte Entscheidung nimmt einem dann doch niemand ab.

Teilweise klingt es banal, aber es gibt wirklich diese Augenblicke, in denen man absolut nicht weiß, was richtig oder falsch ist und keine Kapazitäten hat, Szenarien zu entwickeln, wie diese oder jene Entscheidung sich auswirken könnte.

Die Reise, für die du dir selbst dein Ticket ausstellst

Ich spreche normalerweise ja immer nur über die tollen Seiten des Gründens, aber manchmal muss man auch mal den Tradeoff ins Licht rücken. Alles im Leben hat seinen Preis, kein Licht ohne Schatten, kein Pro ohne Contra und kein Regenbogen ohne Regen … klingt melodramatisch, ist aber im Grunde eine simple Gleichung und diese findet sich auch bei einem StartUp.

Ich erwähnte am Anfang, dass es Dinge gibt, die dir am Anfang niemand sagt und auf die du nicht vorbereitet sein kannst … damit meinte ich aber nicht die oben angeführten Punkte.

Was ich meine – und das ist das Tolle – ist, dass es allen Gründern und Gründerinnen genau so geht.

Schlaflose Nächte, Entscheidungs-Ohnmacht, Selbstzweifel, Ablenkungen, Verlust von Fokus, Müdigkeit, Up and Downs im Tagesryhtmus, Glücksausbrüche in fliegendem Wechsel mit kompletter Verzweiflung, you name it … all das ist das Normalste auf der Welt, wenn man sich auf diese Reise einlässt.

Es sind Dinge, die mich sehr Nahe an meine Grenzen und Möglichkeiten bringen und mir zeigen, was mir wichtig ist. Es sind Dinge, die mir vor Augen führen, was noch in mir steckt und was ich bisher nicht gekannt habe. Es sind Dinge, die mich herausfordern … immer dann, wenn ich etwas schon aufgegeben habe.

Es sind – sieht man zurück – die Dinge, die diese Reise zum Leuchten bringen.

Und um den ersten Satz von diesem Post richtig zu stellen:

Ehrlich … hätte ich gewusst, was mir alles bevor steht, als ich im Oktober 2011 beschloss, dass ich ein StartUp mitgründe … ich glaube, ich hätte schon viel früher damit angefangen.

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