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Wenn das Potential nur mehr entdeckt werden muss

Heute ist etwas passiert, dass mich sprachlos gemacht hat und wer mich kennt, der/die weiß … das ist echt nicht einfach 🙂

Ich war heute im Zuge meiner letzten whatchaSKOOL für dieses Jahr bei der NMS Herzgasse und zwar schon das 3. Mal in Folge.
Es ist eine Schule im Herzen des 10. Bezirks und ein wunderbarerer herzlicher Ort.

Die heutige whatchaSKOOL fand nicht wir die letzten Jahre im Turnsaal statt, sondern in einer Nachbar-Schule, da der Turnsaal aufgrund der hohen Teilnehmerzahl schon längst nicht mehr groß genug war 🙂

Es war eine meiner schönsten und wunderbarsten whatchaSKOOLs und eine, die mir zeigte: egal, wie schwierig es ist, wir müssen weiter an die Zukunft der Jugend glauben, denn diese sind es, die mit ihrer Energie und offenen Art das Zeug haben, für eine neue Weltordnung zu sorgen … sofern wir sie auf Augenhöhe behandeln.

Nun zu den Dingen, die mich sprachlos gemacht haben und ja, ich hatte nach der whatchaSKOOL Tränen in den Augen.

Alles begann damit, dass ich erfuhr, dass die Kids vor meinem Vortrag etwas vorbereitet hatten und es klang nach einem Geschenk oder einer Überraschung.
Ich freue mich jedes Mal sehr über Geschenke, doch diesmal war ich selbst nicht darauf gefasst, was da kommen würde.

Bevor ich los legte, betrat der Schulsprecher die Bühne und überreichte mir eine – von den Kids selbst gestaltete – Mappe mit ALLEN Stories der Kinder, die im Publikum anwesend waren.
Es waren über 150 Lebensgeschichten der Kinder, welche im Alter von 13 bis 16 waren und sie alle hatten mir einen handgeschriebenen Brief mit ihrer persönlichen Geschichte geschrieben. Wer sie waren, woher sie kamen und was ihre Lebensträume waren.

Es waren berührende Zeilen voller Zuversicht, Witz und lebensbejahender Energie.
Zeilen, die jeder erwachsene Mensch lesen sollte.

Diese Zeilen hatten sie als Dankeschön an das whatchado Team und mich verfasst und so hielt ich eine Mappe mit über 150 Lebensgeschichten dieser Kids in den Händen.

Als ich das Geschenk annahm und ich mich bedanken wollte, fiel mein Blick auf das Cover.
Sie hatten die Mappe „Das Handbuch der Lebensgeschichten“ getauft … als die Urspungsidee von whatchado.

Spätestens da konnte ich nicht anders und eine Träne kullerte meine Augen hinab.

Diese Kids hatten sich die Zeit genommen und in mühevoller und liebevoller Arbeit ein Geschenk geschaffen, welches unbezahlbar ist.
Ein Geschenk, welches Einen daran erinnert, wie sehr wir Großen doch das intrinsische Talent der Jugend vergessen.

Wenn Worte Leben verändern

Während meines Vortrages sprach ich ganz viel über Vorurteile. Über das Anders sein, egal ob wir Ausländern sind oder in den Augen anderer Menschen das falsche Geschlecht haben.
Ich sprach ganz viel über das Frauenbild, welches wir endlich ändern müssen und über die notwendige Gleichstellung von Geschlechtern.

Ich sprach mit den Kids über den Ursprung von Vorurteilen und was diese mit unserer Gesellschaft machen und wie sie uns auch manchmal die Jobchance verbauen.
z.B. wissen wir schon lange, dass Frauen in technischen Berufen oder in Führungsaufgaben den Männern um nichts nachstehen, bzw. teilweise überlegen sind und trotzdem haben wir das Problem, dass es immer noch Vorurteile gibt, die junge Mädchen sehr früh davon abhalten, diese Wege einzuschlagen.

Auch erzählte ich davon, dass ich selbst als Kind meinen Vornamen „Ali“ nicht cool fand, weil ich mich schämte, Ausländer zu sein und dass ich diesen heute jedoch extrem cool finde, weil z.B. auch einer der größten Boxer aller Zeiten, Muhammed Ali, mein Namensvetter ist 🙂

Eigentlich dachte ich ja, dass ich schon vor meinem Vortag das schönste Geschenk erhalten hatte, doch es ging weiter und zwar mit den wunderbarsten Überraschungen, die man sich vorstellen kann 🙂

Nach meinem Vortrag wurde die Bühne von einigen Kids gestürmt, die unbedingt Fotos und Selfies wollten.
Ein Junge kam zu mir und ich sah, dass dieser einen Pullover von Muhammad Ali anhatte. Bevor ich etwas sagen konnte, zog er diesen aus und sagte mir, er ist sehr stolz auf den Namen ALI und er möchte, dass ich seinen Pullover als Geschenk annehme. Er sagte, dass er weiß, dass mir der Pullover zu klein ist, doch er will unbedingt, dass ich diesen annehme.
Ich war so sprachlos und gleichzeitig gerührt, dass ich den Pullover dankend annahm und klarerweise seinen Fotowunsche mehr als gerne erfüllte 🙂

Danach kam ein Mädchen zu mir, dass mir erzählte, dass sie sich entgegen dem Rat ihrer Eltern jetzt doch für einen technischen Job entschieden hat und demnächst bei der ÖBB berufspraktische Tage macht. Sie sagte mir, dass sie in ihrer Familie eher dazu gedrängt wird „frauentypische“ Jobs zu machen und sie sich mit allen Mitteln dagegen gewehrt und auch endlich durchgesetzt hat.
Sie wollte sich bedanken, da unsere whatchaSKOOL ihr klar gemacht hatte, dass sie am richtigen Weg war.

Ich habe in den letzten Jahren viele NMS Schulen besucht und immer wieder habe ich gehört, dass diese einen hohen Migrantenanteil haben und dass der Unterricht dort unmöglich ist, weil die Kids nicht aufmerksam sind und die Lehrer nicht interessiert.

Wie unser Denken die Zukunft verändert

Wer das über NMS Schulen denken möchte, okay. Das werde ich nicht ändern können.

Doch wer daran glauben will, dass wir wunderbare Kids haben und LehrerInnen, die täglich gemeinsam an der Schule arbeiten, dem will ich sagen: willkommen in der Realität einer Welt, in der das, was wir durch Medien konsumieren, nichts mit der Realität zu tun hat.

Ich traue mich wetten, dass es niemanden gibt, der so breit und intensiv Schulen aller Stufen und Niveaus im In- und Ausland besucht hat, wie ich in den letzten Jahren und ich kann nur sagen: wer sich kein eigenes Bild macht, der glaubt letztendlich, wenn andere sagen „die Jugend will nicht und die LehrerInnen schon gar nicht“.

Wer sich die Mühe macht, die Augen aufmacht und die negativen Einzelfälle als das sieht, was sie sind – nämlich Einzelfälle – der wird verstehen, dass unsere Zukunft einen sehr guten Nährboden hat und einzig und allein davon abhängt, welche Zukunftschancen wir in sie hineinprojizieren.

Potentialentfaltung war noch nie so wichtig für unsere Zukunft wie heute und gleichzeitig finden wir Potentiale an jeder Ecke.

Interessanterweise kann ich nach all meinen Schulbesuchen eines mit Sicherheit sagen.
Je weniger eine Schule an materiellen Mitteln hat, umso eher überwiegt oftmals das Menschliche.

Und doch ist leider es der Mangel an materiellen Mitteln, der gerade diese Schulen in ihren Möglichkeiten bremst.

Danke an alle Schulen, die ich die letzten Jahren besuchen durfte.
Danke an die NMS Herzgasse für das heutige Weihnachtsgeschenk, welches ihr mir gemacht habt.

Ich trage es in meinem Herzen und freue mich auf nächstes Jahr bei euch!!
Ali

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Das Richtige tun

Letztes Jahr hatte ich über 150 Vorträge und dieses Jahr dürften es auch nicht weniger werden.

Die Bandbreite reicht dabei von Managementvorträgen über Führung im digitalen Zeitalter über HR Konferenzen über den Stand der Generationen am Arbeitsmarkt bis hin zu Lehrvorträgen an Unis und auch Vorträgen an Schulen im Rahmen unserer whatchaSKOOL Serie, mit der wir letztes Jahr über 60.000 Kids in Österreich, Deutschland, Schweiz und Italien erreicht haben.

Vor Ort ist es echt super und so sehr ich auch nervös bin, nach einem Vortrag sind die Glücksgefühle überragend.

Dennoch … die wahre Magie passiert oft danach, wenn Stunden und Tage vergehen und sich Teilnehmer melden und ich sehe, dass ich etwas bewegt habe.

Das sind die Augenblicke, wo ich merke, dass mein Vortrag einen Anker gesetzt hat und ich in einer Person etwas ausgelöst habe.

Ich freue mich über alle Feedbacks, die ich erhalte, da ich weiß, dass die Reise weitergeht und ich Sinn und Mehrwert gestiftet habe.

Gerade habe ich eine Email als Feedback zu einem Vortrag erhalten, die mir Tränen in die Augen getrieben hat.

Zum Einen wegen dem ehrlichen Inhalt an sich und zum Anderen, weil ich weiß, dass es sich hierbei um eine junge Frau handelt, die gerade mit der Schule fertig geworden ist und die ihr ganzes Leben noch vor sich hat und ich in dieser wichtigen Phase für sie eine Sichtweise auslösen konnte, die ihre Zukunft mit begleitet.

Ihren Namen und ihre Emailadresse habe ich unkenntlich gemacht. Der Inhalt spricht für sich.

 

From: S***** ******** <s*****.****@****.*****.***>
Date: 2016-09-05 21:07 GMT+02:00
Subject: Dein Vortrag heute
To: ali@whatchado.com

Hey Ali,

hier ist S*****, aus *******. Um gleich auf den Punkt zu kommen wollte ich dir noch einmal das sagen, was mir direkt durch deine Worte auf´s Herz gelegt wurde. Danke für deinen Vortrag! Oftmals, als du erzählt hattest, kamen mir fast die Tränen, weil mich vieles echt so gerührt und bewegt hat. Danke für deine Motivation und dass du diese Idee weiter trägst.
Ich musste sofort an meine eigene Schulzeit denken, noch nicht allzu lange her, als ich so um die 10.,11. Klasse ständig unter Druck stand und ich kaum Hilfe von meiner Familie erhalten habe. Ich war schon immer die Leistungsstärkste unter meinen Geschwistern und alle sind immer davon ausgegangen, dass ich auf jeden Fall Abi mache und da ich noch nie Hilfe gebraucht hab, auch nie welche brauchen würde. Deshalb war das Meiste, was ich geleistet hab für meine Familie ganz selbstverständlich. Ich hab es ja auch geschafft, sogar einigermaßen gut, aber ich hab mehr drunter gelitten, als einige es gesehen haben. Und zu der Zeit hatte ich immer wieder die Idee, auf irgendeine Art und Weise den Schülern, die unter ihren eigenen schlechten Leistungen kein Selbstwertgefühl ausbilden konnten, irgendwie zu unterstützen. Ich war auf einem sehr leistungsorientierten Gymnasium, für Hochbegabte, und darum sind viele abgesackt. Ich hab es geschafft, aber ich habe mit jedem mitgefühlt, der untergegangen ist. Und meine Idee, die schwachsinnig und dumm klang, was ich zugeben muss, war es, jedem Schüler Urkunden dafür zu geben, wenn er sozial oder werteentsprechend ein guter Mensch ist. Das heißt, auf so einer Urkunde würde dann stehen: “Du bist ein wertvoller Mensch!” Oder so ähnlich… Naja, viele haben mich ausgelacht. Aber die Idee ist trotzdem hängen geblieben. Vielleicht ist sie nicht ausgereift, oder genügend angepasst, aber vielleicht muss sich diese Idee auch nicht verändern, sondern das Schulsystem, zum Beispiel aus *******, wo ich ja herkomme. Und deshalb nochmal danke! Denn durch dein Beispiel weiß ich, dass ich dran bleiben kann und mit der richtigen Motivation Pläne in die Tat umsetzen kann, vielleicht sogar das ******* Schulsystem revolutionieren. ;D Gut, etwas übertrieben. Aber das war so ein Gedanke.
Ein anderer war es, dass du mich wieder motiviert hast, an meinen Büchern weiter zu arbeiten und sie endlich zu verwirklichen. Ich schreibe, seitdem ich dreizehn bin, aber bisher hab ich noch nichts beim Verlag eingereicht. Irgendwie hat mir immer ein Detail gefehlt und vielleicht war ich auch zu faul für die Arbeit, aber jetzt ist der Wunsch wieder greifbar und ich habe ziemlich Lust, ihn auch zu verwirklichen.
Ich hoffe, dass dir meine Worte nicht nur langweilig vorkamen, sondern dass du mein Danke verstehst. 😉
Liebste Grüße,
S*****

 

Hier meine Antwort dazu:

 

———- Forwarded message ———-
From: Ali Mahlodji <ali@whatchado.com>
Date: 2016-09-06 17:46 GMT+02:00
Subject: Re: Dein Vortrag heute
To: S***** ******** <s*****.****@****.*****.***>

Liebe S*****,

ich danke dir, dass du mir geschrieben hast.
Weißt du, ich habe das Glück, jährliche tausende Schüler zu treffen und doch sind es Nachrichten wie deine, die mich daran erinnern, dass ich auch etwas verändere und anstoße.
Danke für deine Ehrlichkeit und Offenheit, die notwendig ist, um sich reflektieren zu können – eine Gabe, die du auf jeden Fall schon hast und die dich weit bringen wird.
Deine Idee mit den Urkunden finde ich WELTKLASSE!!! Es sind ja immer gerade diese Ideen, die die Gesellschaft verändern und “zeigen”, dass es auch anders geht.
Wenn du eine Idee hast und du hast das Gefühl, dass diese Idee auch nur einer Person helfen kann … dann mach es, wenn du es willst.
Und eines kann ich dir auch sagen … mit deiner Email hast du mich inspiriert, mit deinen Büchern wirst du die Welt erreichen.
Wann immer du etwas startest und das Gefühl hast “so, jetzt habe ich alle Details zusammen” ist es zu spät.
Die besten Dinge passieren, in dem du es machst und währenddessen merkst, ob es sich gut anfühlt oder nicht.
Und wenn es dir Angst macht, ist es (manchmal) genau richtig! 🙂
S***** … du hast alles, was du brauchst!
Ali

 

Warum ich das teile?

Ich denke, dass wir alle – wenn wir uns nur die Zeit nehmen – jedem anderen Menschen etwas mitgeben können.

Wenn wir uns Zeit nehmen und Mut und Zuversicht teilen und zwar dort, wo bei jungen Menschen Druck und “ich muss”-Denke eingeimpft wurde, können wir gemeinsam eine Welt schaffen, in der junge Menschen dem nachgehen, woran sie glauben … was dazu führt, dass wir eines Tages Erwachsene haben, die tun, was ihnen liegt und ihren Platz in dieser Welt finden.

Manchmal geht es nur darum, das Richtige zu tun und Menschen dazu zu ermutigen, das zu machen, woran sie glauben und was für sie richtig ist – ungeachtet dessen, ob wir es selbst gut finden oder nicht.

Das Richtige zu tun ist dabei nicht immer populär … aber richtig … und wenn es nur für das Weltbild einer Person ist, die damit ihr Potential entfalten kann.

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Warum ich tue was ich tue

Lieber Ali,

hier das versprochene Foto auch wenn es leider etwas verschwommen ist. Ich möchte dir nochmal sagen, auch wenn ich es bereits zum 3. Mal sage, wie toll deine Vörträge sind. Hör bitte nicht damit auf. Du gibst uns Schüler/innen dadurch soviel Hoffnung. Du baust uns richtig auf. 

Vielen Dank dafür! 

Meine ganze Klasse hast du bereits zum 2. Mal begeistert. Ich beneide jeden/ jede der/die dich als Lehrer haben durfte. 

All diese Worte meine ich wirklich ernst und sind weder übertrieben noch ausgeschmückt. 

Ich stehe jetzt auch vor all diesen Fragen – “wie gehts weiter mit mir?” Ich gehe in die 5. Klasse und maturiere heuer und weiß noch nicht so genau was ich werden möchte, aber auch ich möchte bei meinem Beruf anderen etwas weitergeben. 

Ich hoffe ich schaffs.

Liebe Grüße

Aylin Celik aus der Bhak Wien 22

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Warum der Pythagoras in der Schule mit dem neuesten Spiderman Film konkurriert – Medienkonsum mal anders betrachtet

Ich hatte heute früh einen Vortrag in einer Schule.
Ca. 200 Jungendlichen zwischen dem 16. und 19. Lebensjahr wollte ich erzählen, was wir bei WHATCHADO aus über 5000 Lebensgeschichten über die Arbeitswelt gelernt haben.

Ich war der zweite Speaker und konnte erst 20 Minuten später anfangen, da mein Vorredner komplett überzog.
Als er fertig war, hatte sich fast ein Viertel des Saals geleert und die Jugendlichen, die noch drinnen waren, hatten bereits ihre Handies gezückt und sahen sich auf Snapchat an, was denn die Freunde so tun.
Eine Lehrerin klagte mir ihr Leid, in dem sie mir sagte, dass „es einfach total langweilig ist, wie das rüber gebracht wird – so kann man doch nicht vor Kids sprechen“.

Es stimmte.

Der Vortrag meines Vorredners war – wenn dieser für Manager gewesen wäre – richtig interessant, aber leider so aufbereitet, wie eben Manager diesen konsumieren.
Es ging mehr um Fakten und Theorie als um Praxis, auf den Folien war elendslanger Text aneinandergereiht und die Stimmlage des Sprechers war konstant monoton wie das Abfahrtssignal der Bahn, wenn diese die Station verlässt.

Ich halte zwar viele Keynotes (2015 über 150 Mal), aber was die wenigsten Menschen wissen ist, dass Vorträge vor Jugendlichen die wahre Meisterklasse sind und die Vorträge sind, vor denen ich den meisten Respekt habe – ja, manchmal auch schlaflose Nächte.

Vorträge vor 500 bis 1000 Managern sind auch sportlich und mit viel Respekt verbunden, aber diese begeistert man interessanterweise leichter, wenn man etwas zu sagen hat.

Jugendliche hingegen sind schwerer zu erreichen, da sie in der heutigen Welt mehr denn je Zielscheibe von Informationen sind: Werbung, Marken, Brands, Arbeitgeber, etc.
Alle buhlen durch massive Werbebotschaften und über diverse Kanäle der digitalen und nicht digitalen Welt um die Aufmerksamkeit dieser Zielgruppe.

Und dann gibts natürlich auch noch die Themen Berufsorientierung, Schule und Lebensplanung, welche hier auch einen Stück der Aufmerksamkeit der Jugendlichen füllen (sollten).

Ja, es ist nun mal so, dass heute der Pythagoras mit dem neuesten Spiderman-Film in Konkurrenz steht, wenn es darum geht, wer die meiste Aufmerksamkeit bekommt.

Jugendliche sind einer schieren Flut von Informationen ausgeliefert und haben in ihrem jungen Leben nicht gelernt, damit umzugehen (okay, auch die meisten Erwachsenen können das teilweise nicht).
Durch die ständig wachsende Zahl von Kommunikationsdiensten (Facebook, Snapchat, whatsapp, etc.) werden sie noch öfter abgelenkt und mit „Informationen“ beschossen, die sie irgendwie verarbeiten müssen.

Medien, die Werbung und so ziemlich jede Lifestyle-Brand, haben es verstanden, dass Informationen so aufbereitet gehören, dass Jugendliche diese aufgrund von Neugierde und Begeisterung konsumieren und sich nicht vorkommen, als würden sie beschallt, sondern unterhalten werden.

Keine Werbung der Welt zählt heute nur mehr Fakten auf ohne auch den emotionalen Faktor ins Spiel zu bringen, der am Ende des Tages den entscheidenden Impuls auslöst.

D.h. Werbung hat (teilweise) verstanden: willst du, dass deine Zielgruppe deine Message versteht, bereite diese für sie auf und zwar so, dass diese verdaut werden kann.

Tja, und dann gibt es die Art und Weise, wie wir “Erwachsenen” unseren Kindern Informationen näher bringen, wenn wir denken, dass wir sie belehren müssen: belehrend, von oben herab, Fakten um Fakten und oft mit der gedanklichen Einstellung “das muss gelernt werden”.

Was wir nicht vergessen dürfen ist, dass die selben Jugendlichen, die sich für Brands, Filme, Social Media, etc. interessieren, die selben Menschen sind, die in der Schule sitzen und Informationen konsumieren MÜSSEN.
Wir vergessen teilweise, dass der Mensch, der dort etwas lernen soll, die Informationen innerhalb der Schule genauso konsumiert und verarbeitet wie die Messages, die außerhalb der Schule auftauchen.

Ja, der Pythagoras steht mit dem neuesten Spiderman-Film in Konkurrenz und Entertainment is the new learning.

Was mir manchmal auffällt, wenn ich Schulen besuche ist, dass mir manche Lehrer vor meinen Vorträgen sagen, dass die Kinder sehr unaufmerksam sind, sie nach 30 Minuten komplett zu machen und ich es nicht persönlich nehmen soll, wenn die Kids dann auf ihren Handies rumspielen.

Zumeist nach den Vorträgen, erzählen mir die selben Lehrer, dass sie es noch nie gesehen hätten, dass ihre Kids über eine Stunde lang aufmerksam bei der Sache sind und dass es eine echte Ausnahme war und sie selbst nicht wissen, warum die Kids nicht frühzeitig gelangweilt waren.

Nein, wir bei WHATCHADO sind nicht viel intelligenter als andere Menschen und auch haben wir kein „Super-Erklärungsgen-für-Schüler“, dass uns hilft, die Kids bei der Stange zu halten.

Hier ein Erklärungsversuch, worauf wir bei unseren Präsentation an Schulen achten:

Eines vorweg: Klar ist, dass Lehrer es IMMER schwieriger haben werden, als externe Vortragende, weil das in den Köpfen der Kids ein „muss“ ist, was der oder die Lehrerin von sich gibt. Das ist mir bewusst und daher weiß ich auch, dass der härteste, aber gleichzeitig wertvollste Job der Welt, der des Lehrers ist.

So, nun zu meiner (sehr subjektiven) Erklärung:

Wir bei WHATCHADO tun die Dinge, die wir tun, für Menschen, die nicht wissen, was sie aus ihrem Leben machen wollen.
Wir tun es auch für Jugendliche und wir wissen, dass diese Informationen nur konsumieren, wenn ihr Gehirn das interessant findet, also wenn die Lust am Entdecken gegeben ist.
Fakt ist, das Gehirn lernt nicht, wenn die Lust am Lernen nicht befriedigt wird.

Und da wir das bei WHATCHADO wissen, bereiten wir alle unsere Schulvorträge so auf, dass es den Kids gefällt – NICHT UNS!
Wir bauen keine Präsentationen, von denen wir denken, dass diese uns selbst oder irgendwelchen Erwachsenen gefallen, sondern tun dies komplett abgestimmt auf das Medienverhalten von Jugendlichen.

Jede Erklärung, jede Statistik (ja, wir haben in unseren whatchaSKOOL Präsentationen jede Menge Zahlen), jeder gute Rat, etc. ist eingepackt in Informationsbrocken, die so aufbereitet sind, dass wir Jugendliche zum Nachdenken und zur Selbstreflexion animieren, aber immer mit dem Ansatz, dass diese Information aufgrund von Neugierde konsumiert wird.

Eine „coole Präsentation“ ist bei uns keine sozialromantische Vorstellung oder Goodie, sondern die EINZIGE Art und Weise, wie wir garantieren können, dass diese Jugendlichen in dieser Flut von Informationen etwas neues lernen und bei der Sache sind. Anders haben wir gar keine Chance, dass irgendwas hängen bleibt.

Wir müssen als Erwachsene verdammt noch mal runter von unserem hohen Ross und unseren Expertenstatus ablegen und beginnen, uns in diese Kids (die nebenbei unsere Zukunft sind) hineinzuversetzen.
Wenn es uns gelingt, zu verstehen, wie die Lebenswelt dieser Kids aussieht und wenn wir anfangen, unser Wirken daran anzupassen, schaffen wir es erst, dass diese von uns lernen wollen.

„Lernen” und „müssen“ sind zwei Worte, die niemals im selben Satz stehen sollten.
Das weiß auch die Gehirnforschung, aber hier erzähle ich niemandem etwas neues.

Dies bedeutet auch, dass wir Kinder auf Augenhöhe behandeln müssen, denn Kinder merken, wenn wir ihnen etwas von oben herab aufdrücken wollen.
Dass wir Erwachsenen älter sind als Kids, ist nicht unser Verdienst, sondern hat schlicht und einfach mit der Tatsache zu tun, dass sich unsere Eltern früher kennengelernt haben, als die Eltern dieser Kids.

Im Grunde ist es einfach, wenn man Kinder erreichen will:
1. Augenhöhe statt „von oben herab“: Kinder sind Menschen, zwar jüngere, aber Menschen.
2. Message für Kids aufbereiten, nicht für sich selbst: Alle Informationen, die Kinder erfassen und lernen sollen, MÜSSEN an das Kommunikationsverhalten dieser Kids angepasst sein. Zu oft passiert es, dass Erwachsene es für sich selbst tun und sich dann wundern, wenn es Kids nicht inhalieren wollen.
3. Ehrlichkeit: Kinder checken sofort, wenn man sie zum Narren hält und zahlen es einem mit Ignoranz zurück. Ist vielleicht hart, aber immerhin ehrlich.
4. Respekt: Kinder kennen am Anfang ihres Lebens glücklicherweise diesen falschen Respekt vor Älteren nicht und das ist gut so. Erst später lernen wir den total verrückten Respekt vor dem Alter. Ein Respekt, der mit keinem Aspekt verdient, sondern nur zufällig entstanden ist (niemand sucht sich schliesslich aus, WANN er oder sie geboren wird). Respekt sollte daher keine Frage des Alters sein, sondern immer neu verdient werden. Gerade bei Kindern.

Ich denke, dass wir Kinder erst dann erreichen, wenn wir uns daran zurück erinnern, wann wir selbst gerne gelernt haben.
Es war immer dann, wenn uns etwas interessiert hat oder wenn der Lehrer „es richtig gut gemacht hat“.

Kinder wollen lernen und sie sind im Grunde neugierig … wer das versteht und hier die richten Antworten liefert, kann sich ihres Dankes sicher sein.