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Wie man andere Menschen in 3 Schritten ändert

Etwas mit Menschen aufzubauen, ein Team zu führen, aber auch das Zusammenleben mit dem Liebespartner, der Familie und Freunden hat am Ende des Tages einen gemeinsamen Nenner: die Erkenntnis, dass andere Menschen niemals so sind und niemals das tun, was wir uns wünschen.

Wobei unsere Wünsche, also die “Vorstellungen unseres Ideal-Bildes”, auch nur das Endresultat unserer Erfahrungen, unserer Hoffnungen und unserer Ängste sind und diese sind – wenn wir uns selbst ehrlich sind – immer eine Abspaltung unserer Erfahrungen mit unseren Mitmenschen, deren Hoffnungen und deren Ängste.

Seit dem Tag unserer Geburt bauen wir uns unsere eigene Welt auf – es stimmt, wir alle bewohnen den selben Planenten und auch der menschliche Körper funktioniert weltweit nach den selben Regeln, aber wenn es um unser Weltbild geht – darum, was wir als “Fakt” sehen – scheiden sich die Geister schon eher.

Wo der eine die Farbe “grün” sieht, der andere aber “türkis” schreit und im Endeffekt der Farbenprofi bescheinigt, dass es sich um “petrol” handelt … an dieser Stelle entsteht ein Kreuzungspunkt der “Weltbilder” und es kommt zur Reibung der Meinungen und Erfahrungen. “Komplett klar, das ist doch bitte grün” folgt auf “Bist du farbenblind? Das ist türkis, so wie die Farbe meines Lieblingsshirts und die kenn ich doch auswendig”.

Die Antwort, dass es eigentlich petrol ist, spielt schon längst keine Rolle mehr – viel mehr geht es darum, das eigene Weltbild zu wahren, es zu verteidigen und die andere Seite als “falsch” darzustellen. Egal ob am Fussballplatz (“das war ein klarer Elfmeter, das sieht ein Blinder”), bei Religionskriegen (“Kreuzzüge”) oder im engen Umfeld von Familie, Romanze oder Arbeitsplatz: wir alle sind den Denkmustern anderer Menschen ausgeliefert und müssen uns damit auseinandersetzen.

“Na warte, ich ändere dein Denken schon”

Wie oft möchten wir unserem Gegenüber klar machen, dass wir doch recht haben und ihm oder ihr am Liebsten an die Gurgel hüpfen möchten. Wie oft laufen wir zu Gleichgesinnten und holen uns dort die Bestätigung, dass “wir ja eh” recht haben und die anderen “blind” sind. Wir alle kennen das und wir alle wissen auch, dass uns das mächtig nerven kann – egal ob privat oder beruflich.

Die Familie: Menschen, die wir immer lieben

Klingt komisch, ist paradox, aber wir alle kennen das: wir lieben unsere Familie (fast immer), egal was kommt, egal wie oft wir streiten und egal, wie die Weltbilder auseinander gehen. Bei Lebenspartnern, die wir uns selbst ausgesucht haben, lernen wir, darüber hinweg zu sehen – streiten aber doch immer wieder wegen “der falschen Denkweise”, weil ja unsere die richtige ist und zerstören Beziehungen, weil wir das Ego unserer Weltansicht durchboxen möchten.

Die Arbeit: Menschen, die wir immer um uns haben

Im Arbeitsleben suchen wir uns zwar den Arbeitsplatz aus, aber das Verhalten der Kollegen ist immer nur ein Ausschnitt ihres Lebens. Wir kennen nicht deren Vergangenheit, nicht ihre Ängste und auch nicht ihre Hoffnungen und doch … wir verbringen mit diesen Menschen mehr Zeit als mit der gesamten Familie.

Und es ist der Arbeitsplatz, von dem wir die besten Schauermärchen mitnehmen über Kollegen, die “es einfach nicht checken”, egal wie oft man es ihnen sagt. Und auch hier suchen wir uns Gleichgesinnte, die uns in unserer Denke “über die anderen” bestätigen und uns noch mehr aufputschen, das Weltbild der Gegenseite zu verabscheuen und uns als “Lehrer” zu sehen, der es dem anderen ja nur hilfreich näher bringen möchte. Am Ende wollen wir ja nur helfen – in Wahrheit wollen wir aber, dass die andere Person sich ändert und das tut, was in unserer Denke richtig ist.

Ist das böse? Nein, es ist menschlich und zwar zutiefst.

Unser Gehirn kennt “das” Weltbild und war nur das unsere und da das Gehirn gerne in Mustern arbeitet, greift es immer wieder auf das Wissen dieses Weltbildes zurück. Der Grund liegt darin, dass “Umdenken”, also z.B. auch das Ändern von Denkmustern sehr Ressourcen-fressend ist und es daher unserem Gehirn einfacher fällt, auf das bestehende Wissen zurückzugreifen, anstatt ein komplett neues Denken in Anbetracht zu ziehen und vielleicht auch zu adaptieren.

Bestes Beispiel ist das Rauchen: wir wissen alle, das es falsch ist und wir sagen es auch, aber wir schaffen es nicht, von heute auf morgen das Muster “Griff zur Zigarette nach Mittagessen” abzuschaffen – weil es anstrengend ist.

Und genau so verhält es sich mit der Aussage “natürlich bin ich offen für neue Ideen und Denkweisen”. Wir sagen es, wir wünschen es uns – wir wissen, dass uns neue Denkweisen weiterbringen, aber wir scheitern darin, diese von heute auf morgen zu akzeptieren, bzw. uns hinzusetzen und uns mit diesen auseinander zu setzen.

Wie man andere Menschen ändert

Bevor ich whatchado gegründet habe, war ich zuvor ca. 10 Jahre voll berufstätig und davor ca. 5 Jahre neben der Schule immer am Arbeiten. In Summe habe ich bis heute über 42 Jobs ausgeübt und dabei gelernt, wie man es schafft, dass man andere Menschen ändert. Einen Großteil dieser Erfahrungen verdanke ich der dankbaren Tatsache, dass ich das Riesenglück hatte, mit Menschen – egal ob Vorstände, Techniker, Bauarbeiter, Supermarktverkäufer, Familienunternehmer, Lagermitarbeiter, Laborassistenten, Kinokassen-Mitarbeiter (und ca. 100 weiteren) – zu arbeiten und von ihnen allen zu lernen.

Im Grunde gibt es eine Sache, die es zu verstehen gibt und die dabei hilft, andere Menschen zu verändern:

Es geht nicht.

Ja, es geht wirklich nicht.

Und nein, es wird niemals gehen.

Nicht mit Versuchen, nicht mit “Logik” und schon gar nicht mit Druck.

Der Gehirnforscher, Gerald Hüther, hat einmal so schön gesagt, dass man Menschen nur “einladen” kann, aber das Gehirn nicht zwingen kann, “etwas neues” zu lernen. Nur wenn der Mensch Neugierde spürt, wird das Gehirn in der Lage sein, sich neuem Denken zu öffnen. Ansonsten blockiert es. Das ist wie beim Lernen von Kindern: ist Neugierde da, wird der Stoff nur so aufgesaugt, folgt das Lernen aber einem Druck von oben (“jetzt kapier das doch endlich, ist ja nicht so schwer”), kann es leicht passieren, dass man etwas zehn mal liest, aber es einfach nicht versteht und sich dadurch dumm fühlt. In Wirklichkeit ist dies nur eine logische Konsequenz davon, wie wir gestrickt sind.

Im Laufe der letzten Jahre und auch als Unternehmensgründer habe ich gelernt, dass es unmöglich ist, Menschen zu ändern – an der Oberfläche spielt der Mensch vielleicht gerne eine “Änderung” mit, innen drin aber … hat man keine Chance, wenn man es unbedingt mit Druck möchte.

Eine Person zu ändern ist einfacher als 7 Milliarden Menschen zu ändern

Das Einzige, was man tun kann, um den Umstand der eigenen Unzufriedenheit mit dem Denken anderer Menschen entgegenzuwirken ist, den Menschen zu ändern, den man selbst ändern kann. Und zwar ist das die Person, die uns im Spiegel anblickt: wir selbst.

Ich muss zugeben, es ist kein einfaches Unterfangen, aber ein lösbares – wenn auch nur in kleinen Schritten:

1. Überdenken unserer Erwartungshaltung & unseres Weltbildes

Wir müssen uns darüber im Klaren werden, was wir von anderen Menschen erwarten können – ungeachtet dessen, was wir von uns verlangen. Andere Menschen sind nicht wir und andere Menschen haben auch nicht die selben Ziele und Herausforderungen wie wir. Wenn wir unsere Erwartungshaltung gegenüber anderen Menschen immer unrealistisch halten und zwar nur auf Basis von dem, was wir für richtig halten, werden wir ein Leben voller Enttäuschungen leben. Daher ist das Um und Auf, dass wir erkennen, dass andere Menschen andere Dinge erreichen als wir. Das bedeutet nicht, dass sie schlechter sind als wir, es bedeutet nur, dass andere Menschen andere Denkmuster und andere Stärken und Schwächen als wir ihr Eigen nennen.

2. Überdenken unserer Aktionen & Reaktionen

Wir müssen verstehen, dass die Art und Weise, wie wir Menschen ändern wollen, bzw. ihnen “helfen” wollen, nicht die Art und Weise ist, wie es vielleicht für uns funktioniert. Was wir als “wir wollten ja nur helfen” sehen, kann in den Augen einer anderen Person ein Angriff oder ein Eingriff in einen sehr persönlichen Bereich darstellen. Zu verstehen, dass unsere Aktionen nicht als das gesehen werden, was wir damit meinen, ist ein Riesenschritt in Richtung Selbstreflexion und echter Hilfe. Oftmals wollen Menschen z.B. nur jemanden, der ihnen einen Weg zeigt, sie aber nicht dabei begleitet, diesen auch zu gehen. Manchmal wollen Menschen nur einen Weg aufgezeigt haben, aber nicht die genaue Marschroute und die Anordnung der Schritte. Solange wir das nicht verstanden haben, werden wir jede Ablehnung gegenüber “unserer Hilfe” als “Nicht-Verstehen-Wollen” deuten und unser Gegenüber abstempeln mit “die Person will ja gar nicht”.

3. Überdenken unserer Umwelt

Unser Handeln und Denken resultieren auch aus den Erfahrungen, die wir mit anderen Menschen machen und zwar denen, mit denen wir uns umgeben. Verbringen wir viel Zeit mit Menschen, nehmen wir deren Denkweise zu Teilen an. So definieren sich bei Freundeskreisen auch z.B. gemeinsam gelebte Werte und gemeinsamer Humor. Genauso ist auch zu erklären, warum wir bei manchen Menschen immer schlecht drauf sind und alles negativ sehen, andere uns wiederum Energie geben und uns aufbauen.

Uns von Energiesaugern zu trennen, hilft uns dabei, uns auf unsere Energien und positiven Seiten zu konzentrieren und hilft auch dabei, unser Weltbild zu einem positiven zu drehen. Daraus resultiert, dass wir mehr Fokus darauf haben, die Dinge zu ändern, die wir tatsächlich ändern können, anstatt uns nur darüber aufzuregen, warum andere Menschen so sind wie sie sind.

Am Ende des Tages gilt es immer zu verstehen, dass wir nur dieses eine Leben haben und wir bestimmen, was für uns an Werten und Direktiven gilt und wie wir dieses Leben leben wollen. Wollen wir wirklich etwas ändern, müssen wir bei uns anfangen … nicht bei 7 Milliarden anderen Menschen.

Ali, im Landeanflug über Berlin ☺

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